DSO-Galerie - Das Auswahlverfahren

Weshalb ein Auswahlverfahren?

Jeder Mensch findet seine Aufnahmen gut. Sonst würde er sie ja nicht machen oder zumindest nicht speichern. Doch der Eine treibt mehr Aufwand für seine Bahnaufnahmen, der Andere weniger. Für Bilder in der Galerie erwarten wir durchaus ein Mindestmaß an Aufwand. Die Lichtverhältnisse sollten für die jeweilige Situation stimmig sein, etwas Charakteristisches sollte das Bild enthalten, das Bild sollte richtig belichtet sein, keinen sichtlichen Farbstich haben, vom Bildaufbau überzeugen und scharf sein. Um hier eine Filterung zu erreichen, ist ein Auswahlverfahren nötig.

Weshalb Abstimmung durch ein festgelegtes Team?

Zunächst einmal sollte festgestellt werden, dass die Auswahl nicht zur spannenden Unterhaltung des Auswahlteams dient, sondern lediglich ein notwendiges Mittel darstellt, um gewisse Qualitätsstandards in der Galerie zu gewährleisten. Damit dieses Mittel so sinnvoll wie möglich angewandt werden kann, haben wir uns entschieden, einen definierten Kreis von Eisenbahnfotografen mit der nötigen Erfahrung als Auswahlteam einzusetzen. Bei öffentlicher Abstimmung könnten hingegen Scherzabstimmungen, Doppelabstimmungen, Buddy-Abstimmungen und dergleichen nicht ausgeschlossen werden.

Da die Galerie ein großes, aufwändiges Projekt ist, möchten wir gerne wissen, wer über die Geschicke des Projektes entscheidet. Außerdem sind nur in einem eingeschränkten Kreis organisatorische Abstimmungen vernünftig händelbar. Und solche organisatorische Absprachen bringt so ein großes Projekt in reicher Fülle mit sich. Durch die Größe des Auswahlteams ist sichergestellt, dass einzelne "Ausreißermeinungen" durch die übrigen Abstimmenden ausgeglichen werden. Wie gesagt - die Bildauswahl ist nur ein notwendiges Instrumentarium am Rande der Galerie.

Das Gesamtergebnis der Abstimmung kann nicht hundertprozentig gerecht sein! Bei der Beurteilung von Fotos können maximal für einige Grundsätzlichkeiten Schablonen angelegt werden. Für den Großteil der Beurteilungen zählt jedoch der individuelle und durchaus subjektive Eindruck jedes einzelnen Teammitgliedes. Deshalb bitte nicht gleich aufgeben, wenn es ein Bild mal nicht geschafft hat! Im Bereich der Fotografie kann es kein richtig und kein falsch geben. Unser Angebot besteht darin, dass wir bei der Auswahl eine Vielzahl subjektiver Meinungen zusammenfassen, um die Selektion auf eine breitere Meinungsgrundlage zu stellen. Das Ergebnis kann aber dennoch zwangsläufig nicht im subjektiven Sinne eines JEDEN Betrachters richtig sein.

Wie wird abgestimmt?

Die Mitglieder des Auswahlteams können innerhalb der Auswahlzeit bei jedem Bild zwischen +, - und 0 wählen. Wer minus wählt, muss zwangsläufig einen Grund dafür nennen oder sich einer vorherigen Meinung ausdrücklich anschließen. Die Wahl kann auch im Auswahlzeitraum revidiert werden. Wir sind ein Team und pflegen uns durchaus auch während der Auswahl auszutauschen, um bestimmte Kriterien so einheitlich wie möglich in unser Urteil einfließen zu lassen. Da wir alle für eine möglichst attraktive Galerie arbeiten, beurteilen wir selbstverständlich nur die Fotos. Wer ein Bild eingestellt hat, ist für uns unerheblich bei der Bildbeurteilung.

Was für ein Maßstab wird angelegt?

Leider lässt sich der Maßstab nicht mathematisch klar definieren, da jedes einzelne Mitglied des Auswahlteams ein Stück weit auch individuelle Maßstäbe ansetzt. Und jeder hat so seine Abneigungen gegen bestimmte Dinge. Wenn ein Geschmack mal all zu speziell sein sollte, wird dieser aber i.d.R. kompensiert durch die Gesamtmeinungen.

Wo wir verabredet haben, strenger gegen vorzugehen, sind offensichtlich vermeidbare technische Mängel. Wenn das Bild schief ist, wenn die Farben völlig flau oder stichig sind, bei Schlierenbildung durch starke Komprimierung oder starker Überschärfung. Ebenfalls sollte strenger beurteilt werden, wenn ein Motiv sehr bekannt und oft fotografiert ist - insbesondere wenn das Motiv in besserer Form erst kürzlich in die Galerie aufgenommen wurde.

Nachsichtiger möchten wir sein, wenn das Bild eine "exotischere" Szene abseits der Standardperspektiven an deutschen Bahnstrecken darstellt und minimale technische Schwächen aufweist. Selbiges gilt auch für historische Aufnahmen und sehenswerte Scans.

Nicht im Text genannte Manipulationen sind - wie schon in den Regeln gesagt - ein Ausschlussgrund. Bei genannten Manipulationen wird jeder Abstimmende beurteilen, ob die Manipulation sinnvoll erscheint und gut ausgeführt wurde. Ein Beispiel von vielen: Für die Beseitigung eines störenden Vogels im Bild gibt es eher eine Akzeptanz als für Beseitigung von ganzen Hochspannungsleitungen. Gesagtes gilt in erster Linie für Bilder der Kategorie "Zug schräg von vorn", "Bahn und Landschaft", "Bahn und Infrastruktur" und eher nicht für "Verfremdungen".

Wie lange dauert das Auswahlverfahren?

Die Wahl ist dann beendet, wenn das Ergebnis fest steht. Wenn also z.B. das Auswahlteam gerade aus zwanzig Leuten besteht, reichen 11 Plusstimmen (=Pluspunkte) ohne Gegenstimme, um ein Bild aufzunehmen. Oder es reichen 10 Minusstimmen (=Minuspunkte), um ein Bild abzulehnen (da wir unentschieden auch als abgelehnt definiert haben). Spätestens nach drei Tagen entscheidet die einfache Mehrheit.

Die Ablehnungsbegründungen

Auch wenn das Wahlverfahren nur ein Instrument im Hintergrund ist, so haben wir vollstes Verständnis dafür, dass Bildeinsteller wenigstens wissen möchten, weshalb ein Bild denn abgelehnt wurde. Die Begründungen stellen jede für sich Einzelmeinungen dar! Bitte berücksichtigt auch bei den Begründungen, dass wir alle keine Profis sind und es oftmals schwer fällt, die Gründe für ein Nichtgefallen in Worte zu fassen. Unsere Selbstverpflichtung, dass jede Minusstimme begründet werden muss, kann auch dazu führen, dass wir oft nur kurze Stichpunkte nennen. Das mag dann undiplomatisch klingen, doch bitten wir zu bedenken, dass wir das alles in unserer Freizeit erledigen. Und die kann schon mal knapp bemessen sein.

Viel Spaß in der Galerie, Euer Auswahlteam