Die Peloponnesbahn -
Am Saronischen Golf

Zwischen der Athen-Galerie und der Peloponnes-Trilogie fehlte bisher noch das Streckenstück Athen - Korinth, das in dieser Galerie gezeigt wird. Die Züge der schmalspurigen Peloponnesbahn gelangten teilweise spektakulär an der senkrechten Felswand der "Kakia Skala" (=Steile Stufen) und fast ununterbrochen mit prächtigen Ausblicken auf den Saronischen Golf außerhalb der Peloponnes-Halbinsel bis in die Hauptstadt Athen. Im Sommer 2005 wird nun wohl die neugebaute Normalspurbahn Athen - Korinth in Betrieb gehen, deren Trasse auf den tollsten Abschnitten im Tunnel verläuft. Die schmalspurige Peloponnesbahn wird "ihre" Halbinsel ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verlassen.

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Die Bilder:
Nach Verlassen des Athener Stadtgebietes wird die Landschaft nicht unbedingt hübscher. Zwar nimmt die Besiedlung nun deutlich ab, doch prägen Industriebetriebe und Hochspannungsleitungen das Bild. Dies alles dürfte den Reisenden des IC 24 am Abend des 13.04.02 herzlich egal gewesen sein.
Von Athen bis Elefsina führen ein Schmalspur- und ein Dreischienengleis für Schmal- und Normalspur nebeneinender her. Nachdem ein Hügelrücken gequert ist, führen die Schienen hinab zu den großen Ölhäfen und -raffinerien von Aspopirgos und Elefsina, von wo aus sich am 13.04.02 zwei Alco-Maschinen mit ihrem D 303 unter lautem Geknatter empor arbeiten. Die giftige Farbe des Himmels lässt erahnen, dass Aspopirgos kein Luftkurort ist...
Der Blick in die entgegengesetzte Richtung sieht dagegen schon sympatischer aus. Ebenfalls zwischen Agios Anagiri und Aspopirgos rollt am 07.03.04 der D 300 dem Meer und den stinkenden Raffinerien entgegen. Die neue Normalspurbahn wird diese Gegend nicht mehr berühren; sie trifft erst westlich von Elefsina auf die Küste.
Wir haben die Raffinerien und die Militär-Werften von Aspopirgos und Elefsina hinter uns gelassen (die Werften bauen so "nebenbei" übrigens auch Eisenbahnfahrzeuge), in deren Bereichen absolutes Fotoverbot gilt. Die Berge rücken nun erstmalig etwas dichter an die Küste ran. Am 11.03.04 kam es westlich Elefsina zu diesem Zusammentreffen eines abgeschleppten Triebwagens als N 1432 und eines nicht mehr zum Abschleppen geeigneten Schiffes.
Ob dieses Schiff noch zum Abschleppen geeignet ist, lässt sich aus der Ferne schlecht sagen. Nicht abgeschleppt werden musste hingegen der IC 20 am 15.04.02, als er den Windungen der Felsen entlang der Küste zwischen Elefsina und Nea Peramos folgte. Letztgenannter Badeort, in dem es bei Ostwind gern mal nach frisch raffinierten Kraftstoffen riecht, ist in der Ferne schon im Dunst erkennbar.
Deutlich klarer war es am 10.03.04. Der umgekehrte Blick fällt sofort auf das Schiff, das nach zwei Jahren offenbar nicht von der Stelle gerückt ist. Hinter dem Schiff ist der N 1432 nach Loutraki und Nafplio zu sehen, der vor gut fünf Minuten den Bahnhof von Elefsina verlassen hat und sich jetzt an derselben Stelle befindet, wie zwei Jahre zuvor der Intercity.
Hinter Nea Peramos wird der Küstenstreifen erstmal wieder flach. Der nächste Ort ist Megara, dessen Bahnhof IC 25 auf seiner Fahrt nach Athen und Piräus am Abend des 10.03.04 gerade verlassen hat.
Der Straßenverkehr in Megara ist am 07.03.04 wie immer typisch griechisch-chaotisch. Westlich des Bahnhofes verzweigen sich mehrere Straßen an einem kleinen Platz. Ampeln gibt es hier nicht, man fährt offensiv - aber (im Gegensatz zu Deutschland) stets mit einem Blick für andere Verkehrsteilnehmer. Nur wenn die schwere, sechsachsige Alco-Lokomotive mit ihrem D 302 laut hupend den Platz quert, stockt für einen Moment der Straßenverkehr. Dafür sorgen zwei BÜ-Posten mit Trillerpfeifen und roten Flaggen sowie eine Blinklichtanlage, die aber nicht weiter beachtet wird. Die neue Strecke erhält ihren Bahnhof "draußen vor den Toren"...
Westlich von Megara führt die Bahnlinie so langsam in den spektakulärsten Teil der Strecke. Die nun wieder dicht an die Küste herantretenden Berge werden in der unmittelbaren Umgebung des Ortes noch regelrecht "abgebaut". Einen solchen Steinbruch passiert am 10.03.04 der N 1433 von Loutraki und Nafplio, bevor er Megara erreicht.
Am Abend des 09.03.04 wird dasselbe Steinwerk von bestialischem Abendlich erfasst, das kurz aus den dunklen Wolken hervor brach, als N 1432 die Szenerie durchquerte. Direkt am Wasser ist in der Ferne übrigens eine Brücke der Normalspurstrecke zu erkennen. In diesem Bereich verläuft die Trasse mal kurzzeitig fotogen an der Uferlinie entlang, bevor sie wieder im Tunnel verschwindet.
Die Baustraßen auf diesem Bild haben gehören zu einem Untertage-Steinbruch. Genauer gesagt handelt es sich um eine Tunnelbaustelle für die Normalspur-Bahnstrecke. Noch hat hier allerdings die Schmalspurbahn das Sagen und die Fahrgäste des N 422 haben wieder mal einen herrlichen Ausblick über den Golf, der vor EU-Zeiten auch gern als Schiffsfriedhof missbraucht wurde. Heute liegen hier nur noch einzelne Schiffe "auf Halde".
Der D 302 begibt sich am 10.03.04 nun westlich von Megara in den Bereich der Kakia Skala, der "steilen" oder "schlimmen Stufen". Noch ist ein wenig Platz, doch das wird sich schnell ändern...
Weiter gen Westen wird es immer enger. Zwischen Autobahn und alter Nationalstraße klebt am 16.03.04 der IC 21 am Hang, unter dem eine kleine Ausbuchtung der Berge Platz für ein Hotel gelassen hat.
Eine Felsnase weiter windet sich IC 25 um die Kurve. Das letzte Sonnenlicht des 14.03.04 begleitet ihn auf seiner Fahrt zwischen dem Betriebsbahnhof Kakia Skala und Megara.
Der steilste Abschnitt der Kakia Skala wird von vier Verkehrswegen erschlossen: Die Autobahn, auf der gerade mit Hilfe von Tunneln Begradigungsarbeiten stattfinden, darunter die Schmalspurbahn und darunter die Nationalstraße. Die Fahrgäste der neuen Normalspurbahn können sich die Felswände leider nur von innen ansehen... Am Wahltag in Griechenland, dem 07.03.04, war der D 301 verstärkt worden, so dass die Wagenschlange an der Felswand gut zu erkennen ist.
Die senkrechte Felswand begleitet die Küste praktisch bis zum Ortseingang von Kineta. Hier tritt die Normalspurtrasse ins Freie, so dass sich für paar hundert Meter ein Meeresblick ergibt. Aus Platzgründen war das Schmalspurgleis hier einfach auf die Neubaustrecke verlegt worden. Das Gefühl einer Schnellfahrt dürfte in den Fahrgästen des IC 22 am 16.03.04 jedoch nicht aufgekommen sein...
Im kleinen Bahnhof von Isthmos zweigt von der Peloponnes-Hauptstrecke die Nebenbahn nach Loutraki ab. Am 26.04.1998 fuhren sogar noch GanzMavag-Triebwagen nach Athen. Einem solchen als N 421 erteilt der Fahrdienstleiter lässig das Abfahrtssignal mit der grünen Seite des Befehlsstabes, während er dem N 421 allerdings den Rücken zudreht und eine rangierende Lok im Ausfahrbereich beobachtet...
Es wird das Motiv der Peloponnesbahn bleiben, auch wenn diese in Kürze hier nicht mehr verkehren wird. Daher sei hier eine Überschneidung zur Galerie Peloponnes-Nordwest und ein weiteres Bild vom Wahrzeichen der Peloponnesbahn erlaubt. Die Fahrgäste des IC 20 blicken am 24.04.1999 gerade von ihren Zeitungen und Büchern auf, denn den kurzen Blick in die Schlucht des Kanals von Korinth lässt sich niemand entgehen. So wird es auch künftig in den Zügen der Normalspurbahn sein, die an anderer (niedrigerer) Stelle den Kanal queren.
Die berühmte Brücke mal aus anderer Perspektive: D 300 hat am 16.03.04 den Peloponnes fast erreicht. Ob nach Stilllegung der Schmalspurbahn von Athen nach Korinth noch Alco-Dieselloks mit 1000mm Spurweite benötigt werden, lässt sich nicht sagen. Eine Modernisierung eines Teils dieser Baureihe war eigentlich geplant gewesen...

Weitere Galerien von der Peloponnesbahn:
Peloponnes Nordwest - Von Isthmos bis Olympia
Peloponnes Südwest - Von Pirgos bis Kalamata
Peloponnes Ost - Von Korinthos bis Kalamata

Diese Galerie hat außerdem folgende Anschlüsse:
In Agios Anargiri an die Magistrale Athen - Thessaloniki,
in Agios Anargiri an die "Ortsdurchfahrt" Athen - Piräus,
in Agios Anargiri an die Chalkida-S-Bahn.

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