Zwischen Laufruhe und zelebrierter Motordrehzahl
Großbritannien Februar 2026

Autor: Jan-Geert Lukner. Alle Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor.

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Die erste Reise des Jahres sollte eine Bahnreise werden. Zusammen mit vier Kollegen ging es mal wieder auf die Insel im Westen von uns. Und damit meine ich nicht Sylt.

Samstag, 21.02.2026

Die letzten Wochen hatten wir in Hamburg richtigen Winter mit ordentlich Schnee. Insofern war ich heute Morgen doch ganz froh, dass zumindest die Gehwege über Nacht relativ gut freigetaut waren, so dass ich mit meinem Koffer von meinem Wilstorfer Hügel zum Bahnhof rollern konnte. Dort traf ich Kai. Da der ICE nicht ganz pünktlich angekündigt war, konnte ich mir sogar noch paar Brötchen besorgen.

ICE 107: Hamburg-Harburg 8:57+11 - Köln Hbf 12:48+33

Wir hatten guten Platz in der zweiten Klasse gefunden, die wir in Deutschland aus steuerlichen Gründen nahmen. Und die Übergangszeit in Köln von knapp einer Stunde ließ uns die Anfangsverspätung und die ersten Bummeleien bis vor Tostedt noch relativ ruhig zur Kenntnis nehmen. Hinter Buchholz packte sich der Zug kurz hin, doch es ging bald wieder weiter. Und bis Münster holten wir ganz gut wieder auf. Auch auf der ADAC-Bahn bekamen wir Vorrang, während der eh schon stark verspätete ICE 204 in der Gegenrichtung gelitten hatte und paar Minuten in Amelsbüren auf uns warten musste. Dass man diese Strecke seit IC79 nicht mal zweigleisig ausgebaut bekommen hat, ist für mich eines dieser Armutszeugnisse deutscher Verkehrspolitik.

Als wir im Bereich von Mülheim-Styrum anfingen herumzubummeln und von Signal zu Signal zu schlichen, schaute man doch mal stirnrunzelnd auf. Aber letztendlich kamen wir nicht über +32. Also auch noch alles gut. Unser Anschlusszug war allerdings pünktlich im Zulauf. Nach der obligatorischen Bummelei in Deutz und auf der Hohenzollernbrücke ging der Verspätungszähler dann doch noch auf +33 hoch.

In Köln trafen wir Marcus und Matthias, die pünktlich aus Berlin angekommen waren. Aber nur kurz, denn die beiden waren nicht so geizig und hatten 1.Kl gebucht. Unser Anschlusszug, der bisher im Zulauf pünktliche ICE 314, hatte Kölner Stadtgebiet erreicht und war nun nicht mehr pünktlich. Final muss er ewig auf der Brücke gestanden haben, denn der zuvor in die westliche Bahnsteighälfte eingefahrene ICE war vermutlich (!) paar Meter zu kurz gefahren, so dass der Bahnsteigabschnitt für den 314 signaltechnisch noch mit besetzt war. Erst als der andere ICE abgeräumt wurde, konnte der 314 einfahren. Die Reservierungsanzeige funktionierte nicht und die Zuglaufschilder waren liebevoll handgeschrieben. Wir bekamen zunächst eine Vierersitzgruppe, die wir nichtmal teilen mussten.


Ein handgeschriebenes Zuglaufschild begrüßt uns im ICE 314. Der Infoscreen dahinter war irgendwie um 90° gedreht...

ICE 314: Köln Hbf 13:42+19 - Bruxelles Midi 15:35+30

In Aachen standen wir auch wieder zehn Minuten rum (sieben zu viel), so dass wir Deutschland mit +29 verließen. Später in Belgien auf der Schnellfahrstrecke HSL3 erlebte man erstmals ein Gefühl des zügigen Vorankommens. Meine Karten-App OSMAND zeigte Geschwindigkeiten bis 256 km/h an. Immerhin behielten wir unsere Vierersitzgruppe für uns. So hatten wir eine angenehme Fahrt, während es draußen zunächst regnete und sich später in Wallonien maximal kleine Wolkenaufrisse zeigten, die Wolken sonst aber tief hingen. Uns fielen die hervorragenden Durchsagen des Zugchefs auf - fließend in vier Sprachen! Bruxelles empfing uns finster und grau.

Wir hatten das Radisson Bruxelles Midi gebucht. Gerade wollten wir am Bahnhofsausgang schauen, in welche Richtung wir müssen, da sahen wir es: Wir standen direkt davor! Der Check-in zog sich etwas. Warum muss das pro Person immer so lange dauern? Aber das Zimmer war schön. Um 16:30 trafen wir nach dem Bezug der Zimmer unten wieder zusammen.

Brüssel hatten wir in die Anreise als Übernachtung eingebaut, um nicht die ganze Zeit um den Anschluss zu einem bestimmten Eurostar bibbern zu müssen. So waren wir komplett tiefenentspannt. Und ich kannte Bruxelles außer vom Umsteigen noch gar nicht. Gern hätte ich das Atomium besucht. Doch um dieses am nördlichen Stadtrand gelegene Wahrzeichen noch bei Tageshelligkeit zu erleben, wäre das nun eine ziemliche Hetzerei geworden. Deshalb hatten wir beschlossen, die zentrale Lage unseres Hotels zu nutzen und einen Spaziergang durch das benachbarte Viertel Marollen zu unternehmen. Einfach das Flair der Stadt aufnehmen.

Das Publikum des unmittelbaren Bahnhofsviertels war nun wie in Frankfurt am Main. Schnell weiter! In Marollen war es nicht so viel anders. Und baulich, nun ja, bei Sonne sicher sehr schön. Die schien aber nicht. Hoch über dem Viertel thront der Justizpalast. Wirklich ein imposantes Bauwerk - aus der Ferne. Direkt davor stehend schüchterte der Riesenpalast uns kleine Menschen mächtig ein, doch er schien verrammelt und verwaist zu sein. Eine Palastleiche sozusagen.


In der Hauptstadt Europas begrüßen einen mächtige Prachtbauten...

Mit einem gläsernen Fahrstuhl ging es auf Palasthöhe hoch und dann zu Fuß erstmal nordwärts und etwas bergab, dann beim Gare Centrale wieder durch den Mont des Arts bergauf. An einem der zahlreichen in der Stadt rumstehenden Waffelbusse besorgten wir uns nun erstmal ne Waffel. Das tat bitter not, war aber wenig genug, um die Freude auf das Abendessen zu bewahren.


Blick in die Rue Watteeu.


Blick vom Mont des Arts.

Dann ging es wieder abwärts. Unbemerkt querten wir die im Tunnel verlaufende Bahnstrecke und kamen nun in den schönen Teil der Altstadt mit zahlreichen Gassen. Ja, das war schon wesentlich netter! Dort gab es auch einige tolle Passagen. Bereits in Marollen und jetzt in der Innenstadt erst recht fielen die vielen Kunstateliers und -läden auf. Und wenn in einem Laden mal keine Kunst verkauft wurde, dann gab es Schokolade.


Am Grasmarkt.


In der Galerie de la Reine...


...gibt es viele Schokoläden.


In der Rue des Bouchers.

Über den Grand Place gelangten wir zum Männeken Piss, der gerade eine seiner vielseitigen Verkleidungen trug. Doch während wir Stück weiter unter dem Vordach eines Hoteleingangs Schutz vor dem Regen und im Net nach Restaurants suchten, kam jemand und zog den Männeken Piss wieder aus. Das war ja mal ein Highlight...


Auf dem Grand Place.


Männeken Piss angezogen...


...und wieder ausgezogen.

Wir wollten was Einheimisches essen gehen. Matthias fand ein Restaurant abseits des Touritrubels in 20min Fußwegentfernung. Doch auf dem Weg dorthin mussten wir die Aktion mehr und mehr in Frage stellen, denn wir wurden durch den Regen immer durchnässter. Unter dem Vordach einer Tankstelle gingen wir in uns und stellten fest, dass nur wenige Meter weiter ein nett aussehendes Restaurant war. Auch wenn der Name "C'est bon c'est belge" eher touristisch klang, bekamen wir dort schön Platz und konnten uns lecker Essen und Wein schmecken lassen. Hier stieß nun auch Maren als fünfter Reiseteilnehmer zu uns. Wir nahmen eine gemischte Platte mehrerer typischer Gerichte. Fazit: Hühnerfrikassee und Gulasch können wir auch, der Fleischklops in Tomatensauße mag vermutlich von weiter südlich inspiriert sein. Nur der spezielle, von Möhren und anderem Gemüse durchzogene Kartoffelstampf war interessant. Insgesamt war es eine leckere Sache, und vor allem saß man dort schön.


Verschiedene Kleinigkeiten im "C'est bon c'est belge".

Zurück ging es parallel zur Bahn, die plötzlich links von uns aus dem Untergrund auftauchte. Stück weiter kam die Station Bruxelles-Chapelle / Brussel Kapellekerk, zu der wir vorhin eigentlich Maren für den Weg zum Restaurant hatten lotsen wollen. Wir hatten aber als nächste Verbindung erst irgendwas Montagfrüh gefunden. Jetzt dort mit dem Zug dort anzukommen, wäre auch etwas unpraktisch gewesen, denn am Stationszugang waren die eisernen Rolläden runtergelassen.


Ookaay... In der Stadt von Männeken Piss gibt es eine eigene Pinkelkultur - hier direkt vor den runtergelassenen Rolläden der Station Kapellekerk.

Zwecks Getränkeversorgung wollten wir nun noch den Supermarkt im Bf Midi aufsuchen, doch dort hatte schon alles geschlossen. So gab es zumindest noch für drei Teilnehmer ein Bierchen in der Hotellounge.

Sonntag, 22.02.2026

Die Zugabfahrt nach London lag zeitlich so, dass man nicht mehr groß etwas anfangen konnte. So frönten wir einfach erstmal entspannt dem Frühstücksbuffet. Die Auswahl war zwar nicht gigantisch, aber man fand absolut genug um dick und rund zu werden. Gegen 10:45 checkten wir aus und liefen zum Bahnhof rüber.

Nach Unterquerung der meisten Gleise im normalen Bahnhofstunnel bog man links ab und befand sich im Flughafen. Gegenüber meinem letzten Besuch hier sah das alles deutlich professioneller aus und hatte wirklich Ähnlichkeit mit einem Flughafen. Nur die Genauigkeit der Sicherheitskontrolle ähnelte wie damals schon eher einer Show. Ich sag da jetzt lieber nichts weiter zu... Die belgische Passkontrolle folgte und dann die britische. Vier von uns kamen bei den automatischen Toren durch, Kai musste Assistance seeken. Will heißen, er musste sich bei der manuellen Kontrolle wieder ganz hinten anstellen. Aber wir hatten ja dicke Zeit.

Hinter den ganzen Kontrollen kommt man in den Duty Free Shop und dann in den Wartebereich vor den Gates. Lange mussten wir gar nicht warten, da stand der Zug zum Boarding bereit. Man lief durchs Gate und --- befand sich atmosphärisch wieder im Bahnhof, wo man die Treppe zum Bahnsteig hochlief. Wir hatten Eurostar Plus gebucht. Nach dem Einnehmen des Platzes kam ein Steward durch, sprach jeden mit Namen an und fragte nach eventuellen Lebensmittelunverträglichkeiten. Diese Frage sollten wir noch häufiger zu hören bekommen...

ES 9129: Bruxelles Midi 11:56 - London St Pancras 12:57

Der Zug schien voll besetzt zu sein. Aber wir hatten schöne Plätze. Eigenartig fand ich, dass der Zug bei Durchsagen immer nach Lille und London angekündigt war. Vor Lille wurden Aussteiger auch an ihre "personal belongings" erinnert. Tut sich jemand nach Lille wirklich diese ganze Eincheck-Prozedur an? Und benötigen die auch Reisepass und ETA? Denn der Zugang zum Zug schien nur durch die Passkontrolle zu sein. Hmmm...


Mit Eurostar Plus gibt es nur eine Kleinigkeit zu essen.

Der Siemens Velaro fuhr wunderbar ruhig. Im Tunnel merkte man überhaupt nichts mehr von der Geschwindigkeit. Nur vorbeiflitzende Lichter ließen die noch immer hohe Geschwindigkeit erahnen. Leider war der Zug so gut abgeschirmt, dass meine Landkarte kein GPS-Signal aufnehmen konnte. Also auch außerhalb des Tunnels nicht ;-) Die Geschwindigkeit konnte ich also nicht ablesen. Und hinterm Tunnel zeigte sich der Zug auch gut gegen Funksignale abgeschirmt. Das Zug-WLAN tat es nicht. So konnte ich erst nach der Ankunft meine eSIM für GB aktivieren.


In London St Pancras International präsentieren sich die verschiedenen Eurostar-Generationen.

Immerhin hatte ich in einer kurzen Empfangswelle herausfinden können, dass wir zum Hotel am besten mit der Hammersmith&Central line gelangen konnten. Das klappte auch alles prima. Einfach an der Sperre das Handy bzw die Kreditkarte vorhalten, und die Sperre ging auf. Den richtigen Bahnsteig fanden wir auch problemlos. Wir hatten das Premier Inn London City Aldgate gebucht, das von der Station Aldgate East schnell erreicht war. Zeit zum Einchecken war noch nicht, aber die Koffer konnten wir hinterstellen.

Bis zum Einchecken war noch anderthalb Stunden Zeit, die wir zu einem Spaziergang an die Themse nutzten. Ein Stück südlich des Hotels kamen wir an zwei gut und gastlich aussehenden Indern abseits des Touritrubels vorbei, die schon mal vorgemerkt wurden. Schnell waren die St Katherine Docks erreicht. Und plötzlich kam die Sonne durch! Blumen blühten - der Frühling war da! Rund um die Hafenbecken konnte man über verschiedene kleine Klappbrückchen lustwandeln.


St Katherine Docks...


...mit dem Ivory House und dem Central Basin davor.

Und irgendwann gelangten wir an die Themse. Da erhob sich majestätisch direkt vor uns die nächste Klappbrücke, die Tower Bridge. Da wir immer noch ordentlich Zeit hatten, liefen wir über die Brücke an das Südufer, von dem aus man die Brücke schön mit der Sonne fotografieren konnte.


Blick von der Tower Bridge auf die Skyline der City of London und die Festung Tower of London.


Muss man nicht erklären: Die Towerbridge.

So richtig komplett sonnig wurde es nicht, aber zumindest für die Bilder von der Towerbridge hatte es gereicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es langsam durch die Goodmans Fields zum Hotel zurück, wo wir die Koffer aufnahmen und eincheckten. Ich bekam ein Zimmer schön am Ende eines Flurs im vierten Stock.

Um 16:15 trafen wir uns wieder, um etwas nordwärts zu laufen. Da kam bald das Stadtviertel Spitalfields - einer dieser lebendigen Stadtteile mit kleinen Lädchen und massenweise netten Restaurants. Als erstes drehten wir eine Runde über den Spitalfields Market, einer Markthalle, in der man wahrscheinlich alles bekommen kann. Vor allem aber war das kulinarische Angebot aus vielen exotischen Ländern begeisternd. Der knoblauchschwangere Duft hing in weiten Teilen der Halle und erinnerte uns daran, dass man langsam wieder Hunger haben durfte. Tief unter der Markthalle brausen die Züge der neuen Elisabeth Line (eine Art S-Bahn) durch den Untergrund.


Laut Karte sollte es geradeaus weitergehen in die Gunthorpe Street. Ging es tatsächlich auch...


Die Christ Church in Spitalfields.


Spaziergang durch die Markthallen.


Die Brick Lane.

Aber wir blieben eisern. Sicherlich wäre es mal eine Idee, sich mit verschiedennationalen Kleinigkeiten kreuz und quer durch den Markt zu schlemmen, aber heute sollte es zum Inder gehen. Leichter wurde uns das mit der Selbstdisziplin auch nach Erreichen der Brick Lane nicht, in der sich wieder ein Restaurant an das nächste reihte. Die waren uns allerdings zu touristisch mit "Köderern" vor der Tür, die einen ins Lokal lotsen wollten. Wir liefen die quirlige Straße erstmal nach Norden bis hinter die Eisenbahnbrücke der East London Line. Vorher lief man zwischen zwei Mauern entlang. Nur die ständigen Fahrgeräusche von unter einem ließen erahnen, dass man dort die mehrgleisige Strecke in einen der größten Londoner Bahnhöfe, Liverpool Street überquerte. Und dann ging es die Brick Lane einmal komplett gen Süden. Am Hotel vorbei liefen wir direkt zum Inder Rasoi Ghar in der Leman Street, wo wir ganz hervorragend essen konnten. Anschließend ging es noch auf ein London Glory Ale in den benachbarten Brown Bear Pub.

Aber ich war ganz schön erschlagen und müde. Die anderen zum Teil auch. So landeten wir um kurz nach 20 Uhr auf unseren Zimmern.

Montag, 23.02.2026

Das Frühstück war interessant. Es fehlten komplett die herzhaften Brotbeläge, dafür war die Palette der warmen Bestandteile sehr reichhaltig. Vom Spiegelei bis zum Black Pudding war alles verfügbar. Gut gestärkt ging es in den Tag. Heute wollten wir nach Greenwich. In Aldgate East stiegen wir in die Hammersmith & City Line nach Bow Road. Die Station war als Umsteigemöglichkeit zur Dockland Light Railway (DLR) Station Bow Church gekennzeichnet. Überraschenderweise musste man aber noch ein ganzes Stück die Bow Road entlang laufen und erstmal eine weitere National Rail Strecke unterqueren.


Bow Road Underground station. Am Ende des Bahnsteigs ist Tageshelligkeit zu sehen. Solche Öffnungen gibt es an der einst mit Dampf betriebenen Untergrundbahn in regelmäßigen Abständen.

Dieser Abschnitt der DLR schien auf einer älteren Strecke, sicher einer alten Hafenbahn, entlang zu führen. Jedenfalls waren Brücken und Mauerwerke aus Backstein ausgeführt und wirkten nicht soooo neu. Die Züge fuhren zwar nicht mit Fahrer, wohl aber mit Schaffner ("Train Agent"). Moderner wurde es rund um die ganzen Streckenverzweigungen bei Poplar. In Canary Wharf mussten wir in einen anderen Zug umsteigen. Mit dem ging es nun nach Greenwich und dort bis zur Haltestelle Deptford Bridge.


Blick aus der DLR kurz hinter Bow Church.

In Island Gardens mussten die beiden Fahrgäste, die vorn links saßen, nach hinten verschwinden, weil der Zugbegleiter dort das provisorische Führerpult öffnete und den Zug in irgendeiner Form übernahm. Wobei er da nur die ganze Zeit irgendeinen Knopf drückte; beschleunigt und gebremst hat er sicher nicht. Der einzige Grund für die Besetzung des Führerstandes war wohl die Durchfahrt durch die Haltestelle Cutty Sark, die wegen Bauarbeiten gesperrt war. Dort durfte er einmal schön das Horn bedienen.

Von Deptford Bridge gab es einen Bus bis in den Greenwich Park. Dort liefen wir zum Royal Observatory. Je weiter man kam, desto mehr war von der tollen Aussicht zu erkennen, die man von dort hat. Die hiesige Stadtkulisse bestand am auffälligsten aus den Wolkenkratzern am Nordende der Isle of Dogs, einer Halbinsel in einer Themseschleife, rund um den Canary Wharf Tower. Die Wolkenkratzer bei der Towerbridge, die wir gestern gesehen hatten, waren ganz in der Ferne zu erkennen. Nun teilten wir uns auf: Die anderen Jungs wollten eine Runde Seilbahn fahren, Maren lief zum Museum runter und ich blieb erstmal hier, um auf Sonne zu warten. Es zeigten sich nämlich am Himmel gerade paar Auflockerungen.


Blick vom Greenwich Observatory auf Queens House, die Themse und dahinter die Isle of Dogs, eine durch eine große Themseschleife gebildete Halbinsel. An deren nördlichem Ende befindet sich das Bankenviertel Canary Wharf mit seinen Wolkenkratzern.


Über den Platz des Observatory führt der Nullmeridian.

Dann lief ich durch Greenwich zum Bahnhof. Der ist richtig schnuckelig. Nur ein kleines Statiönchen, aber mit geöffnetem Fahrkartenschalter, einer gepflegten Toilette (an deren Tür die Warnung klebte, dass mit dem Reinigungspersonal vielleicht mal jemand vom anderen Geschlecht ins jeweilige Klo kommen könnte) und einem einfach eingerichteten Café mit paar Tischen in der Schalterhalle und draußen vor der Tür und einer richtigen Barista-Kaffeeanlage. Das frequentierte ich direkt mal. Bald kam auch Maren dazu. Hot Chocolate und Kaffee waren hervorragend. Und man saß auf dem Vorplatz sogar in der Sonne!


Hot Chocolate auf dem Bahnhofsvorplatz von Greenwich.

Über den Bahnsteig der "normalen" Bahn gelangte man zum Bahnsteig der DLR, mit der es nun wieder rüber nach Canary Wharf ging, wo wir die anderen wiedertrafen. Unterwegs wurden durch den Train Agent sogar die Fahrkarten kontrolliert. Man hält dem einfach die Kreditkarte bzw das Handy hin und er konnte kontaktlos sehen, dass wir eingecheckt hatten. Gemeinsam schlenderten wir ein wenig zwischen den Hochhäusern herum und bis zur South Quay Footbridge.


Mit der DLR geht es durch den Themsetunnel. Ich frage mich gerade, wieso ich das Handy hochkant halte und ein Querformatbild rausgekommen ist...


Der Eingang zur Canary Wharf Station der Jubilee Line, die auch noch recht neu ist. Aber es geht noch neuer...

Dann wollten wir mal "as quick as possible" von einem Ende Londons ans andere fahren bzw wir wollten einfach die neue Elisabeth line ausprobieren. Von Canary Wharf ging es nach Paddington. "Unerwarteterweise" war das Fahrgefühl nicht anders als in jeder anderen Tunnelbahn. Aber rasant war es definitiv! In Paddington dödelten wir ein wenig rum, folgten einigen durch den Bahnhof führenden Bärentatzenabdrücken und setzten uns in ein Café.


Die Elisabeth fährt ein.


Die großzügig angelegte Station der Elisabeth Line in Paddigton.


Am Ende einer Kette von Fußstapfen durch den Bahnhof gelangt man hierhin...


Die Bahnhofstoilette von Paddington hängt voll mit Riesenpostern der Devon Seawall, zu der die Züge hier abfahren.

Wir hatten zu unserem nächsten Haupt-Programmpunkt etwas Zeit. Aber bald setzten wir uns in die Circle line und fuhren nach Westminster, wo wir zu Füßen des Big Ben den Untergrund verließen. Nach einem kurzen Blick von der Themsebrücke liefen wir zur Westminster Abbey und reihten uns in die Schlange für den Evensong ein. Um Glockenschlag 16:30 war Einlass. Die einweisenden Herren waren alle super freundlich und herzlich, nahmen sich Zeit, den in der Schlange Wartenden Verschiedenes zu erklären. Es wurden QR-Codes gereicht, um Ablauf und Texte auf das Handy zu bekommen. Ich muss zugeben, dass ich in DER englischen Kirche eher mürrische Massenabfertigung erwartet hätte, und war positiv überrascht.


Queuing vor der Westminster Abbey.

Das Dollste war jedoch, dass wir herausselektiert wurden und im Chorgestühl Platz nehmen durften - direkt hinterm Chor und in dem Bereich, in dem auch König und Premierminister ihre festen Plätze haben. Das war schon irre! Aber auch schon das Ambiente mit dem hölzernen Gestühl und den einzelnen Leuchten war beeindruckend. Leider durfte man keine Fotos machen.


Hinterher empfing uns draußen strömender Regen.

Langsam kehrte das Hüngerchen ein. Wir wollten uns was in Hotelumgebung suchen. Mit der District line gelangten wir schön zügig wieder nach Aldgate East. Faszinierend fand ich auch an dieser kleinen U-Bahn-Haltestelle den Personalreichtum: Nicht nur die Sperren an beiden Enden waren mit Personal besetzt. Darüber hinaus gab es sogar ein Office, wo paar Mitarbeiter und Wachleute Dienst schoben.

Restauranttechnisch gab es verschiedenste Optionen, doch landeten wir wieder beim Inder. Allerdings nicht bei dem von gestern, sondern zwei Eingänge weiter. Nicht nur das Essen war ausgezeichnet. Während das Personal beim Inder oft sehr förmlich ist, wurden wir aufs Herzlichste von einem Kellner bedient, der auch etwas wie der Chef wirkte. Es wurde viel herumgeflachst und natürlich mussten wir ihm verraten, dass wir Deutsche seien. Daraufhin meinte er, er wünsche sich, dass Deutsche mal seinen speziellen Chili Wodka probieren. Er übernähme aber keine Verantwortung für die Folgen und schloss jede Haftung aus.


Sah fies aus, war er auch: Der selbstgemachte Chili-Wodka unseres Wirtes.

Marcus hatte wohl am meisten davon getrunken, dann kam Matthias. Ich habe nur mal kurz genippt. Ja, die Schärfe machte etwas mit einem. Marcus bekam ganz glasige Augen. Fieses Zeug! Zum Löschen half nur Lassi. Und im Hotel gab es am Ende noch nen Cocktail. Es war 21:30. Das wars!

Dienstag, 24.02.2026

Heute habe ich mich mal allein auf den Weg gemacht. Morgens herrschte noch fast geschlossene Wolkendecke. Nach einem entspannten Frühstück lief ich zum nahegelegenen Bahnhof Tower Gateway von der DLR. Von dort ging es nochmal - mit Umstieg in Shadwell - nach Greenwich und weiter bis zur Endstation Lewisham. Dort konnte man in Southeastern Züge umsteigen, was ich dann auch direkt mal machte. Auf der Fahrt in Richtung Downtown London irritierten mich nun aber massiv einige größer werdende Aufrisse in den Wolken. Da mir die Abzweigsituation am Bf Lewisham motivlich gefallen hatte, fuhr ich von London Bridge direkt dorthin zurück. Dieser Streckenabschnitt, auf dem sich in Richtung London immer mehr Strecken vereinigen und bis zu zwölf Gleise ohne Oberleitung (ist Stromschiene) zusammenkamen, macht schon Eindruck.


In der Bahnhofshalle von Lewisham steht ein Klavier zur freien Verfügung.

Leider waren die Aufrisse in Lewisham dann aber doch kleiner als erhofft. Für nix hier rumzustehen, dafür war mir die Zeit einfach zu schade. Ich schwenkte um auf Bewölkungsprogramm. Wir hatten gestern an der DLR-Station Deptford Bridge gesehen, dass hier eine Buslinie nach Marylebone startet - einmal quer durch die Stadt. Das war nun mein Programm. Mit der DLR ging es die zwei Stationen zurück. Und im 453er Bus bekam ich auch wunderbar den Platz oben in der ersten Reihe.

Die Fahrt war definitiv kurzweilig. Es ging durch verschiedene lebendige Stadtteilzentren hindurch. Auffällig waren immer wieder die Alleebäume, deren Gesetzmäßigkeit lautete, dass sie schief in Richtung Straße wachsen müssen. Oft ging es im Obergeschoss nur um Haaresbreite an den Stämmen vorbei. In der Gegenrichtung hatte ein Bus weniger Glück gehabt. Er war mittenmang in einen Baum gekracht; die Polizei sperrte gerade ab.

Die Aufrisse am Himmel schienen nun aber größer zu werden. Kurz vor Lambeth North querten wir eine Tube Strecke, neben der Schmalprofilzüge abgestellt waren, in einem Loch zwischen den Häusern und mit einer wunderschönen Häuserzeile oben drüber. Das wollte ich mir anschauen, stieg in Lambeth North aus und lief zu dem "Loch" zurück. Tja, vom Oberdeck des Busses konnte man da gut reinschauen, auf der Straße stehend aber nun gar nicht. Immerhin war die Mauer nicht zu hoch für Liveview am ausgestreckten Arm. Leider hatte man dort nun aber irgendwelche Bauten und Container im Vordergrund. Das taugte nichts. Und die abgestellten Züge hatten definitiv ein Graffitiproblem. Nun schaute ich mir das auf der Karte an. Es handelte sich um den kleinen, an einem Seitenast gelegenen Betriebshof London Road Depot.


Meine einzige Fahrt mit der Schmalprofil-U-Bahn führt von Lambeth Nord nach Waterloo. Die alten Züge sehen nicht mehr so schick aus...

Tja, als ich dann mit dem Bus 53 ein zweites Mal drüber fuhr, war der Blick wieder schön... In Lambeth North fuhr ich mit dem Fahrstuhl in die Tiefe und fuhr eine Station bis Waterloo. Angesichts von nun doch ca 50% Sonne wollte ich gern nochmal Aufnahmen in Clapham Junction probieren. Dorthin ging es nun mit einem Southwestern Railway Zug. Der war schön leer, aber ein Typ schräg gegenüber telefonierte mit dem ganzen Wagen... Leider hatte sich in Clapham Junction so ein blödes Wabergewölk festgesetzt, das nicht besonders viel möglich machte. Die Dame vom Wachdienst, die in regelmäßigen Abständen das Türchen am Bahnsteigende kontrollieren musste, fragte mich sogar, ob sie weitergehen dürfe oder ob sie mir vielleicht dann im Bild stände. Lovely!


Reger Verkehr im Vorfeld von Clapham Junction: Links begegnen sich zwei Class 378 von London Overground, rechts daneben sind zwei 701 von Southwestern zu sehen und ganz rechts ein 377 von Southern.


Und das alles vor den Hochhäusern von Nine Elms.

Auch hier verfuhr ich wegen der Wolken nach der Devise "Nicht ärgern, lieber in den nächsten Zug steigen und weiter das grandios unübersichtliche Bahnnetz dieser Stadt erkunden". Eine Strecke, die ich schon immer befahren wollte, war die hier nach Norden abgehende London Overground Linie. Ich brauchte etwas zu kapieren, dass es sich mittlerweile um zwei verschiedene Overground Linien handelt, weil die Strecke untenrum über Denmark Hill jetzt auch von London Overground als Windrush Line betrieben wird. Ich wollte aber den nördlichen Bogen fahren und stieg in die Mildmay Line ein.

Bereits ein kurzes Stück hinter Clapham Junction, nach Vereinigung mit den diversen Verbindungskurven, aus denen sich die West London Line speist, querten wir die Themse. Die Battersea Railway Bridge hatte ein für britische Verhältnisse niedriges Geländer und überhaupt sah das alles wunderschön aus. Zufällig kam bald die nächste Station in Sicht, Imperial Wharf. Ich stieg aus und verbrachte eine schöne Stunde an der Themse - nunmehr durchgehend in Sonne. Es sollte gegen 15 Uhr sogar ein Güterzug kommen, der dann aber doch auf sich warten ließ. Plötzlich lief er mit +10. Alles kein Problem. Sonne war jetzt ununterbrochen verfügbar und groß anderes mögliches Ungemach fiel mir auch nicht ein. So war ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheit richtig guter Dinge. Wie naiv von mir! Die Spannung stieg. Dann kam er, nein sie. Die Lok. Es handelte sich nur um eine Lz, die auf der Brücke natürlich völlig verloren ging.


London Overground mit Class 378 auf der Battersea Railway Bridge über die Themse.


Southern fährt hier ebenfalls mit einer Linie.


Und nochmal London Overground mit einem Werbewagen.

Die anderen hatten als Treffpunkt 17:15 am Hotel ausgerufen. Ich glaubte das noch zu schaffen, selbst wenn ich die Fahrt über den "Londoner Innenring" fortsetzte. Bald hinter Imperial Wharf begann die Oberleitung, und ein Stück weiter endete die Stromschiene. Unser Zug hatte das System im Fahren gewechselt. Die Fahrt war allerdings ganz schön bummelig. Fast machte ich mir dann doch Gedanken über alternative Wege. Bei Willesden schwenkte die Bahn nach Osten um auf die North London Line. Die vielen kreuzenden und abzweigenden Strecken waren wirklich eine Show.

In Highbury&Islington stieg ich in die Windrush Line um, die nun wieder mit Stromschiene betrieben südwärts startete. Teils ging es auf interessanter Viaduktstrecke zwischen den Häusern durch. Hinter der Station Shoreditch High Street ging es auf der vorgestern zu Fuß unterquerten Brücke über die Brick Lane hinüber. In Whitechapel gab es den letzten Umstieg auf die Hammersmith&City tube line und gegen 16:40 erreichte ich dann doch schon zügiger als erwartet Aldgate East und das Hotel.

Matthias hatte einen ihm bekannten Pub in der Nähe von St Pauls reserviert. Dort ging es erneut mit der Underground hin - bis Mansion House. Der Pub lag in einer kleinen Kneipengasse, der Bow Lane. Durch einen kleinen Durchgang erreichte man Williamsons Tavern, die praktisch in einer eigenen Gasse lag. Da gab es lecker Bier und eine hervorragende Portion Fish&Chips. Schade war nur, dass es in dem Laden extrem laut war.


Blick die Watling Street entlang zu St Pauls.


In Williamsons Tavern gibt es hervorragendes Fish&Chips. Oftmals ist der Fisch zu Brei frittiert, aber hier war er genau richtig.

So zogen wir lieber nach dem Essen Leine und fuhren mit dem Bus 25 nach Aldgate East zurück. Dort hatten wir Lust auf Cocktails zum Nachtisch, fanden aber auf der Karte nur eine einzige Cocktailbar in der Umgebung. Egal! Eine reichte ja. Wir liefen hin und fanden uns in einem eher finster wirkenden Viertel mit geschlossenen Rolläden wieder, das sich vor der Kulisse der dahinter aufragenden Wolkenkratzer dukte. Da sollte eine Bar sein? Wir sahen nichts. Oder? Eine Tür ohne jegliche Anschrift stand offen. Dahinter eine Treppe in den Keller. Marcus war der Mutigste und lief runter. Und rief begeistert, dass wir kommen sollen.


Hat bischen was von "Sin City"... Hier soll der Eingang zu einer Bar sein? Doch tatsächlich - eine Tür stand offen...

Tatsächlich war die "Discount Suit Company" eine winzige, gemütlich eingerichtete Bar mit tollen eigenen Cocktailkreationen. Ich wäre da ja nie runtergegangen. Manchmal ist es gut, wenn man mitgezogen wird... Und wir fanden sogar noch Platz. Offenbar rechnete man hier nicht so mit Fremden (woran das wohl liegt?). Aber die jungen Wirtsleute dort waren total nett und fragten interessiert, woher wir denn ihre Bar kennen würden.


In der Discount Suit Company.

Das war ein schöner Ausklang eines wieder mal erlebnisreichen Tages. Kaum zu glauben, dass wir morgen schon wieder London verlassen wollen...


Und so sah meine Ticketabrechnung am Ende des Tages auf dem Handy in Google Pay aus. Die Tageskarte kostete 8,90 GBP.

Mittwoch, 25.02.2026

Tja, da mussten wir doch glatt schon wieder die Koffer packen. Waren wir nicht eben erst in London angekommen? Wir würden allerdings heute noch den ganzen Tag in der Metropole haben. Heute hatten sich alle mehr oder weniger für Individualprogramm entschieden. Da heute ganz brauchbares Wetter angekündigt war und ich an den zurückliegenden Tagen insbesondere für die erste Tageshälfte paar mögliche Motive entdeckt hatte, beschloss ich, den Koffer im Hotel zu lassen. Die Gepäckkammer war gut organisiert mit nummerierten Papierschlaufen und Abrisskarten - und das war sogar kostenlos. Auch die anderen wollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Nach dem hervorragenden Frühstück, Checkout und Gepäckabgabe lief ich erneut zur DLR Station Tower Gateway. Der Himmel war bis auf paar Schleier blau, und ich wollte mal paar die Tage entdeckte Spots umsetzen. Bereits in Shadwell verließ ich die Bahn wieder und versuchte, auf der parallelen National Rail Strecke paar Züge vor der Skyline der City of London zu fotografieren. Das war leichter gesagt als getan, denn die DLR sowie Gegenzüge boten jedes Potential für Begegnungsschäden. Teilweise staute sich die DLR vor Shadwell - und zwar in ziemlich dichten Abständen.


Die relativ kleine TOC c2c hat mit einer doppelten 357-Garnitur den Londoner Kopfbahnhof Fenchurch Street verlassen und rollt vor der Kulisse der City of London in Richtung Essex. Blick vom Bahnsteig der DLR-Station Shadwell.

Während der Wartezeit auf dem Bahnsteig der DLR fiel mir auf, dass Züge stadteinwärts angekündigt wurden mit "Next train on platform 2 is for Tower Gateway". Stadtauswärts klang das hingegen so: "Next train on platform 1 is the Lewisham".


Bereits in der neuen Farbgebung präsentiert sich die erste Einheit dieser drei Claas 357 Triebzüge, die nach Ende des Berufsverkehrs als Leerfahrt ins Bw gehen.

Zwischendurch konnte man noch beobachten, wie eine dunkelhäutige Frau ihren Kinderwagen mitsamt Baby in die schließende Tür steuerte. Da die Tür nicht wie in Deutschland bei Erkennen des Hindernisses wieder aufging, wurde der Kinderwagen quasi festgehalten, bis der Train Agent zu ihr geschlendert war und ihr einen satten Anschiss verpasste. Yes! Im nächsten Zug, den ich nach Heron Quays nutzte, kontrollierte der Train Agent mal wieder die Fahrkarten bzw ob die Handys auch schön eingecheckt wurden. Bei der DLR und vielen Vorortlinien ohne Sperren muss man immer aufpassen, dass man nach der Fahrt auch auscheckt. Wobei mir das egal sein konnte, denn bei mir würde es auch heute wieder auf die Tageskarte hinauslaufen. In Heron Quays lief ich nochmal zur South Quay Footbridge, von wo man schön die DLR fotografieren konnte.


Zwischen den Wolkenkratzern von Canary Wharf queren DLR-Züge...


...das South Dock südlich der Station Heron Quays.


Über dieselbe Brücke fährt ein Zug in die Station Heron Quays ein.

Als nächstes ging es mit der DLR weiter nach Lewisham, wo mich die Kreuzung zweier Strecken motivtechnisch begeistert hatte. Hier gab es einige nette Fotogelegenheiten mit den verschiedenen Triebwagenbaureihen in ihren verschiedenen Farbgebungen. Von einigen Mitarbeitern des reichlich mit Personal ausgestatteten Bahnhofs wurde ich nett angesprochen; Fotografieren war natürlich kein Problem.


In Lewisham gab es viel zu fotografieren. Ein 465 fährt aus Richtung London Charing Cross und London Bridge ein. Hinterm Zug ist eine Brücke zu sehen, auf der er gerade die Southeastern Mainline gequert hat. Hier in Lewisham wird er auf die Mid Kent Line abzweigen, die nach einer ordentlichen Kurve wieder die Southeastern Mainline kreuzt. Über eine Verbindungskurve wird der Zug dort auf die Mainline abbiegen, die er nun ganz kurz nutzt, um dann auf die Dartford Loop Line abzuzweigen, die ihn nach Dartford bringen wird. Alles ganz einfach :-)


Es folgt ein in meinen Augen formschöner 376, der ab Lewisham die Mid Kent Line bis zu deren Ende in Hayes fahren wird. Dabei wird er die Grafschaft Kent in ihrer heutigen Ausdehnung nie erreichen, weshalb die Stichstrecke jetzt auch "Hayes Line" genannt wird.


Ein Class 707 Triebzug biegt hier in Lewisham ab auf die North Kent Line, die ihn ebenfalls nach Dartford bringen wird. Nach Dartford führen nämlich viele Wege ;-)


Der nächste Zug nach Dartford "untenrum" begegnet in der Einfahrt Lewisham einem 376 nach Charing Cross, der auf der North Kent Line bleiben wird. Alle Züge hier in Lewisham waren von Southeastern betrieben.


In der Gegenrichtung ist ein 465 unterwegs, der von London Bridge zwingend die Southeastern Mainline und North Kent Line nutzen musste, da er an den Stationen New Cross und St Johns halten musste. Der Zug ist im Londoner Kopfbahnhof Cannon Street gestartet und wird nach einer Runde über Barnehurst, Erith und Greenwich dorthin zurückkehren.

Als ich genug hatte, checkte ich an derselben Sperre aus, an der ich eingecheckt hatte, und fuhr mit der DLR (für die ich natürlich wieder einchecken musste) nach Greenwich hoch. Das Motiv mit der tollen Straßenzeile war zwar zugtechnisch kompromissbehaftet, aber irgendwie nett.


Der Blick vom Bahnsteig Greenwich entlang der Straße Straightsmouth zur St Alfege Church gefiel mir, auch wenn er nur kompromissbehaftet mit Zügen umsetzbar war. Ob nun der Nachschuss...


...oder der Vorschuss günstiger ist, mag jeder für sich entscheiden. Hier kommt ein Class 700 Triebzug von Thameslink angefahren, der nach Themsequerung den Bügel ausklappen wird, denn er kann in beiden Stromsystemen fahren. Der 465, den wir auf seiner Ringrunde in Lewisham gesehen hatten, wird hier übrigens eine Viertelstunde später als nächster Zug auftauchen.

Von hier konnte ich nun auch direkt mit Thameslink nach London Bridge fahren. Der Bahnhof gefiel mir - Britannien kann auch großzügig und modern! Mit irgendeinem Southeastern Service ging es weiter nach Waterloo East, zu Fuß nach Waterloo und erneut wie gestern mit Southwestern Railway nach Clapham Junction. Ich war der Meinung, dass ich das nochmal machen müsse, weil es gestern nicht so wirklich geklappt hatte. Kurz nach meiner Ankunft bummelte sogar ein Güterzug durch den Bahnhof.


Kaum war ich in Clapham Junction ausgestiegen, schlich sich ein Güterzug durch den Bahnhof. Er war unterwegs von Angerstein Wharf nach Woking.


London Overground fährt vor der Kulisse von Nine Elms nach Clapham Junction ein.


Nach Ablösung der urigen Class 455 durch die 701 "Arterio" gehören diese zum alltäglichen Bild in Clapham Junction.


Am südlichen Rand der vielen Gleise fährt Southern mit einer roten Gatwick Express Einheit Class 387 nach Eastbourne ein.


Ansonsten dürfte Southern fast das einzige EVU / die einzige TOC in Großbritannien sein, die ihrer Farbgebung, dem markanten Grünweiß, seit ca 20 Jahren treu geblieben ist. Southern gehört nun zu Govia Thameslink Railway, scheint aber wohl als Marke erhalten zu bleiben. Hier begegnen sich zwei ungewöhnlich kurze Züge.

Aber ewig brauchte ich mir das hier nun auch nicht zu geben. Einen zweiten Güterzug von Norden aus Richtung Imperial Wharf hatte ich noch abwarten wollen, doch querte der im Gegensatz zu dem Güterzug eben ALLE Gleise. Und das passiert selbstverständlich per Unterführung, so dass der Zug dann auf dem südlichsten Gleis auftauchte. Schade, den hätte man vermutlich gut südlich des Bahnhofs machen können. Ich fuhr nun einmal nach Battersea Park und zurück (dort ging nichts) und dann von Clapham Junction mit der südlichen Overground Windrush Line ostwärts. Der Zug war schon früh bereitgestellt. Schon auf dem Bahnsteig hörte man in der Mitte des vorletzten Wagens Gekreische und Gegacker. Da saß mal wieder so eine Tussi, die nicht telefonieren konnte. Die Schallübertragung in den kaum bestuhlten Wagen der London Overground funktionierte perfekt bis in den letzten Wagen...


Die Züge von London Overground sind sehr spartanisch eingerichtet. Aber immerhin ist alles hell, freundlich und sauber.

Bleiben wir bei den "Fahrgästen". Obwohl immer wieder durchgesagt wird, dass man Bettler unbedingt melden soll und dass diese dann professionelle Hilfe bekämen, traute sich jetzt einer durch den Zug und laberte die Fahrgäste voll. Im Gegensatz zu den allgegenwärtigen Lauttelefonierern fand ich allerdings, dass die Verkehrsmittel in London recht frei von Bettlern waren. Hier ist halt auch überall Personal zur Stelle. An der Wandsworth Road stellte ich überrascht fest, dass das dortige Motiv vom Lichtstand noch ging. Schade - hätte ich mal den Abstecher nach Battersea Park bleiben lassen. Aber ich stieg aus und es ging noch bischen was.


Auf der Chatham Mainline kommt eine 465-Garnitur von Southeastern angefahren. Diese Züge starten in London Victoria.


Auf der parallelen South London Line fährt der nächste Zug von London Overground in den Hp Wandsworth Road ein.


Und nochmal die Mainline mit einer dritten Farbe: Southern fährt hier zwar nicht, hat aber paar Class 377 an Southeastern abgegeben. Zwei davon kommen hier von Victoria nach Gillingham durchgefahren.

Dann ging es auf der Windrush Line weiter ostwärts. Die Streckenführung könnte man nun als "Südring" bezeichnen, wobei die das historisch betrachtet nicht ist. Die South London Line geht erst ein Stück parallel zur Southeastern-Hauptroute "Chatham Mainline" und überquert sogar auf einer Brücke ohne Halt den Abzweigbahnhof Brixton. Auch im weiteren Streckenverlauf werden diverse von Südosten auf London zulaufende Strecken gekreuzt.

Hinter Peckham Rye schwenkt die Windrush Line (Linienbezeichnung) dann nordwärts auf die South Bermondsey to Horsham Line (Streckenbezeichnung), bevor sie sich von dieser wieder trennt und die East London Line nutzt, die bald in einem uralt wirkenden Tunnel verschwindet, in dem die Stationen viel zu schmale und zu kurze Bahnsteige haben. Besonders Wapping unmittelbar nach der Themsequerung fiel auf. Die Bahnsteige waren keine zwei Meter breite "Simse". Das mit der ungenügenden Länge war hingegen überhaupt kein Problem; die Türen des letzten Wagens blieben verschlossen und dies wurde auch deutlich genug angekündigt.

Die Geschichte dieser Strecke ist hochinteressant. Sie wurde seit 1869 schon für alles Mögliche genutzt: Mal für Personen- und Güterzüge, mal als U-Bahn. Eine Zeit war sie auch stillgelegt. Und nun fährt hier halt die "S-Bahn", also London Overground. Der Thames Tunnel, durch den sie führt, ist sogar schon 1843 eröffnet worden und wurde vorher von Fußgängern und Droschken genutzt. Er war weltweit der erste Tunnel unter einem Fluss hindurch. Zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen soll es Pfeiler mit Rundbögen gegeben haben (oder noch geben?). Die größte Kuriosität der East London Line war in meinen Augen ein Aufzug für Güterwagen, um ein Kohledepot bei Spitalfields an die Strecke anzubinden. Leider habe ich dies alles erst hinterher recherchiert; nun müsste ich direkt nochmal hin, um es mir genauer anzuschauen...

Ich hatte noch etwas Zeit und die Idee, nochmal zur Isle of Dogs zu fahren und DLR-Züge mit den Wolkenkratzern rund um Canary Wharf im Hintergrund zu fotografieren. Ich verließ die Windrush Line also in Shadwell, lief 58 Stufen hoch bis zur Erdoberfläche und dann weitere zur DLR. Schade, so fehlte mir noch ein Stationsabstand von Chadwell bis Whitechapel an der Bereisung des gesamten "Innenrings" während dieses London-Aufenthaltes. Egal. Ich fuhr mit der DLR bis Mudchute, doch an beiden infrage kommenden Stationen herrschten bereits die Schatten.

Nebenan befindet sich die Mudchute Farm mit einem kleinen Landschaftspark. Ein Stück Ländlichkeit vor der omnipräsenten Kulisse der Wolkenkratzer - fast am Ende der Isle of Dogs. Hier gab es Vögel, die auf Schafen ritten. Einige Schafe mochten das, andere wehrten sich dagegen. Und es gab jede Menge Hörnchen, die sogar an der Hand schnupperten, ob da vielleicht ein Nüsschen zu holen ist. Leider hatte ich keine dabei.


Im Mudchute Park reiten Vögel auf Schafen vor Kulisse von Canary Wharf.


Hörnchen gibt es auch.


Ein anderes Hörnchen nähert sich neugierig.


Liegt was in der Luft?

Spaßeshalber schaute ich mal, was Google mir nun für die Fahrt zurück nach Aldgate East anböte. Und es war unglaublich: Buslinie 135 fuhr vom Bf Mudchute direkt nach Aldgate East. Und ich bekam sogar einen Platz vorn im Obergeschoss. Was für ein schöner Abschluss der Fahrten durch London! Die Route war interessant, beinhaltete sie doch sogar eine Ehrenrunde mitten durch die Skyscraper einmal rund um Canary Wharf. Dort hinein musste man an einem Pförtner mit Schranke vorbei. Ist schon nett, dass das ganze Viertel weitestgehend autofrei gehalten wird.


Am Westferry Circus erhasche ich einen Abschiedsblick aus dem Oberdeck des Busses auf Themse und City of London.

Und ich hatte einen guten Fahrer erwischt. Er machte rege von der Hupe gebrauch, wenn vor ihm irgendein hilfloser Fall nicht vorwärts kam oder Radfahrer die Busspur blockierten, und fuhr schön rasant. Unweit des Hotels trafen wir uns beim arabischen Restaurant Amber. Das Essen war topp, paar mehr Beilagen wären nicht schlecht gewesen. Uns war nicht so ganz klar, ob man welche bestellen musste oder nicht. Hätte man mal... Die geräucherten Kartoffeln waren nämlich superklasse! Dann wurden die Koffer aus dem Hotel geholt und es ging mit der Hammersmith&City line nach Euston Square. Der ganze Bahnhofsvorplatz ist nun Großbaustelle für die HS2, die Highspeedline nach Birmingham.

Der Caledonian Sleeper hat nun seine eigene Lounge, zu der man ein ganzes Stück an Gleis 1 hinein laufen muss. Die ist aber nur für Leute, die Club Room gebucht haben, also Abteil mit Dusche/WC. Und man muss aufpassen, denn nicht alles ist dort kostenlos. Immerhin konnte man sich ein Stück lecker Torte nehmen und eine Hot Chocolate, bei der das Kakaopulver offenbar zur Neige gegangen war.


Nach dem Passieren einer Zugangskontrolle am Bahnsteiganfang und 100 Metern über den tristen Betonbahnsteig 1 erreicht man die Lounge des Caledonian Sleepers.


Viel mehr als eine kleine Kuchenrunde hätten wir zeitlich auch gar nicht geschafft.


Braucht noch jemand ein Mitbringsel?

Dort checkte man auch ein. Das war nun etwas doof. Wir hatten uns bei der Buchung extra in Wagen E die Abteile 2-4 nebeneinander ausgewählt, bekamen jetzt aber zweimal Abteil 1 (in Wagen E und F) und einmal Abteil 2. Das war schon blöd, weil Abteil 1 am Drehgestell liegt und nebenan ein kleiner Dienstraum ist, in dem dauernd irgendein Telefon Töne von sich gab. Auf meine Reklamation hin verstand die Tante am Empfang aber überhaupt nicht, was ich wollte, denn ihr Englisch war offenbar schlechter als meins, was schon was heißen will. Dabei ließ sie mich mit künstlich-fiesem Lächeln im Gesicht merken, dass ich lästig war... Vielleicht war so wenig los, dass die gebuchten Abteile nicht gereinigt worden waren...

Caledonian Sleeper: London Euston 21:15 - Fort William 10:00-8

Abends trafen wir uns noch im Clubwagen. Die Regel scheint zu sein, dass Leute aus den Club Rooms sich als erste Platz im Clubwagen suchen durften. Das übrige Volk wurde erst eine Stunde später in den Wagen gelassen. Nun war etwas ärgerlich, dass Kai bei der Buchung gedacht hatte, dass ihm Dusche/WC im Abteil den Aufpreis nicht wert sind. Somit war er in der Lounge ausgeschlossen und würde morgen auch nicht zum für uns inkludierten Frühstück in den Clubwagen kommen dürfen. Immerhin durfte er jetzt am Abend von Anfang an mit dabei sein.


Unsere kleine Runde im Clubwagen, der allerdings nicht zu unserem Ziel fährt.

Wir waren ziemlich sicher, dass mit uns im Zug und auch im Clubwagen ein gewisser Rowan Atkinson reiste - besser bekannt als Mr Bean. Blicke von Bediensteten und anderen Reisenden könnten das bestätigt haben. Wobei sein Gesichtstyp in GB glaubich nicht so selten vorkommt. Irgendwann im Stadtgebiet von Birmingham ging es aber in die Kojen. Die Abteile waren etwas eigenartig, weil die fest mittig am Bett angebrachte Leiter ein bequemes Ein- und Aussteigen ins untere Bett verhinderte und man wegen der auch den Koffer nicht unter das Bett schieben konnte. Das Konzept der Dusch- und WC-Kabine war allerdings sehr schlau gelöst und man konnte topp duschen.


Nun sind wir im richtigen Zugteil.


Der Gang ist gegenüber den alten Wagen nicht breiter geworden. Aber er sieht schicker aus.


Das Abteil ist kein Platzwunder, aber von der Größe her ok. Nur die feste Leiter war etwas im Wege... Das dunklere Design des Flures gefällt mir besser.


Die Nasszelle in der Duschstellung mit kleinem Saunabänkchen (aber ohne Sauna).


Und aufgeklappt kann man sitzen und nochmal über das Essen nachdenken. Die Handtücher werden im Wäschebeutel dargereicht. Das hat ja was...

Donnerstag, 26.02.2026

Für Nachtzugverhältnisse habe ich topp geschlafen. Unterlage und Bettzeug waren sehr gut. Ich habe nichtmal den Aufenthalt in Edinburgh mitbekommen. Aufgewacht bin ich danach, als leider ziemlicher Dieselgeruch in das Abteil zog. Wir waren jetzt direkt hinter den Loks. Das war nicht so angenehm, kam aber punktuell immer mal wieder vor. An den Halten hörte man strömenden Regen auf das Wagendach prasseln.

Im Clubwagen hatten wir uns als Gruppe für 8:30 angekündigt. Doch als ich gegen 8 Uhr die Nase vor die Abteiltür streckte, um mir einen Kaffee zu organisieren, traf ich zufällig Matthias und Marcus, die auch nicht mehr schlafen konnten. Kurzerhand liefen wir zum Clubwagen und ließen uns schon mal vorab drei große Becher Kaffee und einen schönen Tisch geben. Das war nun der Höhepunkt der Reise. Von Upper Tyndrum bis Rannoch mit Kaffee und von Rannoch bis Tulloch mit einem zweiten Becher Kaffee und dem Cooked Scotish Breakfast - das war der landschaftlich herrlichste Teil der Fahrt garniert mit einem schönen Frühstück. Von unserem Tisch hatten wir einen topp Blick auf die Landschaft. DAS war mal wieder Reisen in Bestform.


Die Clubwagen (dies ist jetzt ein anderer, aber gleicher Wagen) gehören eindeutig zu den gelungenen Aspekten des Zuges. Es gibt paar gemütliche Sitzgruppen (auf meiner Höhe links ein weiterer Vierer und rechts eine Gruppe mit zwei Einzelsitzen vis-a-vis). Aber die Idee mit den gezackten Tischen auf der rechten Seite finde ich auch richtig gut; hier kann man topp als Einzelreisender etwas zu sich nehmen.


Die Aussicht kommt auch bei Regen gut.


Das Scotish Breakfast macht gegenüber dem im alten Zug einen richtig guten Eindruck. Mir fehlten bloß die backed beans...


Angekommen in Fort William. Die Teile des Sleepers werden immer mit zwei Loks bespannt. Wir hatten eine Class 66 und eine 73.

Trotz verspätetem Gegenzug in Rannoch kamen wir 8min zu früh in Fort William an. Die Überlegung war jetzt, wo man die Koffer lässt. Es hätte Möglichkeiten am Bahnhof gegeben, aber wir wollten es mit dem Hotel probieren, das wir hier ab heute gebucht hatten. Durch strömenden Regen ging es einmal die ganze Geschäftsstraße entlang. Im Muthu Hotel war gerade nichts los. Wir bekamen keine Abstellkammer für die Koffer gezeigt, sondern konnten jetzt um 10:30 direkt in unsere Zimmer einchecken. Und das ganz ohne Aufpreis! Da fühlt man sich als Gast doch gewertschätzt! Die zweite Wertschätzung war das reichhaltige Angebot an Mineralwasser, Kaffee, Tee und Keksen, das einem im Zimmer frei zur Verfügung gestellt wurde.


Das alles gab es im Zimmer "aufs Haus".

Um 11:15 trafen wir uns und liefen in Richtung Bahnhof zurück. Da noch viel Zeit war, setzten wir uns unterwegs auf Scones und Kakao in ein Café. Die Frage "With cream and marshmallows?" bezog ich irgendwie auf den Scone und bejahte sie vor allem wegen der cream, natürlich brauch ich cream zu den Scones, was für eine Frage! Doch gemeint war der Kakao. Kakao mit Marshmallows - das war - äh - interessant... Aber lecker :-) Und der Scone kam mit Butter statt cream...

Scotrail 1Y41: Fort William 12:18 - Mallaig 13:40+6

Der Zweiteiler war nur mäßig besetzt und wir konnten uns schön an die Fenster verteilen. Und dann ging es los. Erst spürte man nur leichte Vibration. Die wurde stärker und akustisch von dem Hochtouren des Motors untermalt. Als alles am Wackeln und Klappern war, und der Motor laut röhrte, war offenbar die Drehzahl hoch genug und der Class 156 Triebwagen setzte sich langsam in Bewegung. Herrlich, wie beim deutschen 614/624. Diese Fahrzeuge fuhren hier schon bei meiner ersten GB-Tour anno 1992 und sie werden es vielleicht noch eine Weile tun, obwohl immer wieder Ablösung durch andere Fahrzeuge im Gespräch war.

Die Landschaft ist schon der Hammer. Gerade nachdem man an der Strecke schon paarmal fotografiert hat, war es schön, hier mal wieder zu fahren. Die einzige bisherige Streckenbereisung hatte bei Dämmerung / Dunkelheit stattgefunden. Der aus Harry Potter bekannte Glenfinnan Viadukt wurde von der super fröhlichen Zugbegleiterin über Lautsprecher im Jahrmarktstil angekündigt.

Was macht man über zwei Stunden lang in Mallaig, wenn es in Strömen regnet? Diese Frage stellte sich nun. Wir liefen eine kleine Runde am Hafen, fanden uns aber bald in einem Tea Room wieder. Leider schloss der um 15 Uhr, so dass wir doch wieder raus mussten. Immerhin war es gerade mal trocken. Erst schauten wir nochmal ans Meer, doch mit den feuchten Klamotten im kalten Wind brauchte ich Bewegung. So lief ich auf einen nahen Berg hoch, auf dem ein Funkmast stand. Von dort hatte man einen schönen Blick. Unterhalb lag ein Fußballplatz, auf dem trotz des widrigen Wetters gespielt wurde. Der Torwart der gegen den Wind spielenden Mannschaft musste nur aufpassen, dass er beim Abstoß kein Eigentor fabrizierte...


Am Hafen von Mallaig. Leider kommen die Regenschwaden auf dem Bild nicht wirklich zur Geltung.


Auch am Hafen.


Anderswo am Hafen.


Und der Blick vom Funkmast. Oh Mist, die Isle of Sky schickt den nächsten Regenguss herüber.

Auf dem Rückweg fing es wieder zu regnen an. Da der Zug noch verschlossen war, mussten wir im kalten Stationsgebäude warten. Auch hier war es wieder hochinteressant, wie viele Eisenbahner zugange waren - auch wenn der Fahrkartenschalter seit 13:50 geschlossen war.

Scotrail 1Y48: Mallaig 16:05 - Fort William 17:27

Auch dieser Zug war schön leer. Entlang der Küste rissen nun sogar die Wolken auf und sorgten für eine phänomenale Beleuchtung. Weiter im Landesinneren war der Spuk wieder vorbei. Hinter Morar musste erstmal einiges Wild vom Gleis vertrieben werden. Es war nochmal eine wunderschöne Fahrt, wobei der VT gern hätte wärmer sein dürfen. In Fort William wollte ich nur noch ins warme Zimmer. Wobei das gar nicht so einfach war. Der Heizkörper lief kaum. Immerhin stand ein Heizlüfter im Raum, den ich erstmal angemacht habe. Angesichts des Wetters wollten wir im Hotel zu Abend essen. Die Bar, in der heute serviert wurde, war leider auch nicht übermäßig warm. Das Essen war allerdings gut und die Bedienung, die offenbar wie das gesamte Hotelpersonal asiatischer Abstammung war, sehr nett. Bei ihr musste man aufpassen. Dass sie auch deutsch konnte, verriet sie erst gegen Ende unserer Session. Aber es hatte vorher definitiv nichts zu lästern gegeben. Da die anderen im Nachtzug nicht so gut geschlafen hatten, war heute früh Feierabend.

Freitag, 27.02.2026

Das Hotel war in einem alten Gebäude, aber alles war gut und sauber. Ich hatte einen ruhigen Raum und konnte wunderbar schlafen. Etwas eigentümlich fand ich nur den Altar gegenüber der Rezeption, mit dem Dr. Muthu gehuldigt wurde. Dort prangte groß das Gesicht des Gründers dieser weltweit operierenden Hotelkette. Das Zeitfenster für das Frühstück endete unter der Woche bereits um 9, so dass wir uns um 8:00 zum Frühstück versammelten. Das Frühstück war ausgezeichnet und konnte alle Wünsche erfüllen.


Das große Bild des Chefs Dr Muthu gegenüber der Rezeption. Nennen wir das mal "skurril". Wenn ein Hotel so schön ist, darf das sein. Ich werde trotzdem in meinem Büro kein Bild meiner Chefin an die Wand hängen...

Von einem Tag in Fort William hatte ich mir nicht viel erwartet. Wäre richtiges Toppwetter angekündigt gewesen, hätte ich über einen Leihwagen nachgedacht, doch eine vorherige Internetrecherche ergab dafür null Ergebnisse. Aber die Wettervorhersage hatte die ganze Zeit für den heutigen Tag nach Ruhetag ausgesehen. Fußläufig erreichbare Motive waren mir jedenfalls nicht eingefallen. Das hatte sich aber schlagartig geändert, als wir gestern mit den Zug an diversen Formsignalen und einer Signalbox an der Junction (nicht im Personenbahnhof!) vorbeigekommen waren. Die wollte ich mir schon sehr gern im Hinblick auf Umsetzbarkeit anschauen. Dazu passte, dass für heute nun Wechselwetter mit dem einen oder anderen Sonnenstrahl angekündigt wurde.

Als es tatsächlich großflächig am Himmel bläute, zog ich mal los. Einmal längs durch die ganze Stadt und dann weiter in den Stadtteil Inverlochy. Die Sonne lachte, was will man mehr? Ich testete verschiedene Brücken. Blöde war, dass auf die Brücke der alten Lochaber Narrow Gauge Railway, von der man schön auf die Signalbox hätte knipsen können, zwar eine moderne Treppe hochführte, dass Treppe und Brücke aber durch Bretterzäune hermetisch abgeriegelt waren. Während ich noch am Schauen war, zog es sich am Himmel nun wieder komplett zu. Erste Zugbegegnung waren die Loks aus dem Nachtzug, die hier an der Junction in einem alten Ölanschluss geparkt wurden. Immerhin kam für die nochmal ein ganz kurzer Spot raus. Für den nun anstehenden Zug aus Mallaig hatte ich einen schönen Blick von einer Fußgängerbrücke mit zwei alten Signalen (sogar noch mit Gittermasten!) gefunden, aber da war mit Sonne nichts mehr zu wollen.


Pause nach dem Nachtzugeinsatz für 73 966 und 66 739. Das Signal hätte ich aber auch gern angeleuchtet gehabt. Das Fahrt zeigende Signal hinter der ehemaligen Schmalspurbahntrasse ist schon für den Zug aus Mallaig, zu dessen Motiv ich noch zehn Minuten laufen musste. Nun aber los!


Nutzte alles nichts. Zug 1Y44 aus Mallaig hatte keine Chance auf Sonne.

Nachdem die Triebwagen durch waren, hätte ich gern nochmal die beiden Loks mit dem dann angeleuchteten Signal gemacht. Ich dödelte nun bestimmt noch 1-2 Stunden in der Gegend rum und hatte vermutlich schon den Argwohn sämtlicher Anwohner von Inverlochy geweckt, doch das nun wieder vermehrt von Westen auftauchende Blau am Himmel sah zwar so aus, als ob es in die Richtige Richtung zöge, doch die Wolken stauten sich vor den Bergen und Inverlochy blieb dunkel. Da hat man stehende Fahrzeuge, die mit einem auf Sonne warten, doch die kommt nun gar nicht mehr! Unglaublich! Mir wurde es zu blöd. Stück weiter gab es paar schöne Spazierwege durch die Wiesen am Ufer des River Lochy, die ich entlang gewandert bin.


Blau gibt es nur im Westen. Schade... Am Ufer des River Lochy.

Als ich auf dem Uferweg wieder auf Höhe der Fotobrücke für die Loks war, war es komplett zugezogen. Nur weiter im Westen war es komplett blau. Dort wäre aber auch nichts gefahren... Mir reichte es erstmal. Weiter entlang des Flusses und dessen Mündung in den Loch Linnhe, einem weit ins Land hineinragenden Fjord, ging es ins Hotel zurück. Dabei nutzte ich den Fußweg der Umgehungsstraße, der direkt am Ufer des Fjordes entlang führte und von dem man, wie es sich für den Fußweg einer Umgehungsstraße gehört, erst am anderen Ende der Stadt überhaupt wieder in die Stadt kam. Für das Hotel passte es aber gut. Da gab es erstmal Mittagsschläfchen, dann die im Zimmer kredenzten Kekse mit Kakao.


Später am Nachmittag schien plötzlich wieder die Sonne. Blick von Fort William über den Loch Linnhe. Dieses Loch führt Salzwasser.

Natürlich schien die Sonne, nachdem ich aufgewacht war. Nun ja, eine Zugbewegung habe ich nicht verpasst. Nur vielleicht ein Bild von den Loks mit angestrahlten Signalflügeln dahinter. Rechtzeitig vor dem 16-Uhr-Zug nach Mallaig lief ich wieder nach Inverlochy - wieder komplett am Wasser lang und dann noch ein Stück auf dem Damm der alten Lochaber Narrow Gauge Railway. In meinem pessimistischen Realismus war ich mir sicher, dass die abgestellten Loks jetzt gerade von den ersten Schatten umstehender Bäume befallen worden wären, doch zu meiner Überraschung lag ich falsch und konnte direkt den Fotoapperat rausholen.


Und nun nochmal mit angestrahlten Signalflügeln. Die Hauptsignale gelten für das Streckengleis rechts, das Sperrsignal für das Anschlussgleis. Streckenkenntnis ist erforderlich...

Will ich den Triebwagen auch von hier machen? Och nö, wenigstens ein weiteres Motiv wäre schon nicht schlecht. Einen VT von Mallaig hätte man mit Erklettern der Böschung der verbotenen Brücke machen können, doch den nun von Glasgow zu erwartenden VT konnte man wirklich nur spitz von der verbotenen Brücke machen. Drüben auf der anderen Seite hatte ich vorhin paar aus der Holzabsperrung herausgebrochene Bohlen gesehen. Ein Schüler lief da auch rüber. Das musste man doch wirklich probieren. Also rumgelaufen. Von den letzten Häusern der Nevis Road führte sogar ein Trampelpfad die Brücke hoch. Seitlich ging hier aber auch nichts, ich musste durch die Zaunlücke! Gesagt - getan! Da saß man dann sogar schön unbeachtet. Und man hatte auch hier zwei alte Gittermastsignale im Bild!

Hatte ich erwähnt, dass jetzt durchgehend die Sonne geschienen hatte? All zu weit war man hier in Inverlochy aber gar nicht mehr von den Wolken entfernt. Der Zug war jeden Moment zu erwarten, da wurde es plötzlich dunkler. Gegen die grelle Sonne war gar keine Wolke erkennbar; das konnte nichts Großes sein. Zug kam. Die Wolke begann nach hinten rechts zu weichen. Und am Auslösepunkt hatten Zug und Motiv wieder volles Licht. Puuuh, alles gut gegangen!


Am späten Nachmittag erreicht mit Zug 1Y43 der zweite Scotrail-Zug des Tages aus Glasgow Fort William. An der Junction gibt es noch alte Formsignale mit Gittermasten.

Es ist für so eine Fototour ohne Auto unglaublich praktisch, wenn ein und derselbe Zug zweimal an einem vorbeifährt. Für die Ausfahrt nach Mallaig stellte ich mich etwas seitlicher. Ein Zug von Mallaig käme hier zwar schöner auf dem Gleis neben der Signalbox, aber was man hat, das hat man. Dass der Zug von Mallaig in einer Stunde hier noch Sonne hätte, konnte ich kaum glauben. Und bei dem Zugangebot hier außerhalb der Sonder- und Dampffahrtensaison durfte es auch mal der Nachschuss sein...


Eine Viertelstunde später verduftet der Zug in Richtung Mallaig, wohin es einen kurzen zweigleisigen Ausweichabschnitt gibt.

Nach einer weiteren kleinen Runde durchs Viertel war klar, dass der Zug von Mallaig hier 20min vor Sonnenuntergang im Flachland keine Sonne mehr hätte, denn hier war nunmal kein Flachland und die Sonne versank drüben auf der anderen Fjordseite in einem Bergrücken. Ich lief zum Bahnhof zurück, wo ich zeitgleich mit dem Zug eintraf, der Matthias und Marcus mitbrachte, die eine Wanderung am Loch Linnhe entlang gemacht hatten. Da hier im Ort gerade gar kein Inder geöffnet hatte, ging es in die Pizzeria des örtlichen Kinos, wo wir lecker speisen konnten. Vollendet wurde der Tag mit einem Absacker in der schönen Bar des Hotels, wo wieder die nette Bedienung von gestern Dienst hatte und weitere Vokabeln Deutsch für uns zur Anwendung brachte. Unter anderem freute sie sich über das heutige Wetter. Das seien die ersten Sonnenstrahlen des Jahres für Fort William gewesen. Ui, das wäre heftig!

Der heutige Tag erinnerte mich ungemein an die Zeit, als ich meine Skandinavientouren noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert habe, dabei aber schon Fotoambitionen hatte. Oft musste man auch damals die Möglichkeiten nutzen, die sich einem in fußläufiger Entfernung zum Quartier boten. Wenn man unter Wolken stand und das "große Blau" am Himmel zehn Kilometer weiter begann, bedeutete es meistens unerreichbar zu sein. Heute in Fort William hatte ich mit den Formsignalen immerhin Toppmotive, die man gern alle mit Sonne bekommen hätte. Aber der Abend hat es ja gerettet - ich freue mich über das, was heute möglich war, und dass man überhaupt paar der hiesigen Signale fotografieren konnte. Und ich war heute so viel gelaufen wie lange nicht mehr - 22km laut meiner Uhr. Das merkte ich nun auch...

Samstag, 28.02.2026

Wir hatten uns wieder zu 8:00 für das Frühstück verabredet und ließen uns Zeit bis 9. Dann trat ich in die sonnig-klare Kälte hinaus und lief (in diesem Urlaub nicht zum ersten Mal) die Geschäftsstraße von Fort William runter. Das Ziel war, Reiseproviant und ein Geburtstagsgeschenk für Marcus zu besorgen. Da Marcus gerne Whisky trank, war die Wahl eines Geschenks in dieser Gegend nicht soooo schwierig. Der Whisky- und der Liquorshop waren allerdings noch dicht.

So lief ich bis zum großen Morrisons hinterm Bahnhof. Dort durfte ich wieder was lernen: Alkohol darf in Schottland (und auch sonst meist in GB) erst ab 10 Uhr verkauft werden. Der Kassierer meinte bedauernd zu mir, dass ich noch eine Viertelstunde warten müsse. Na gut, dann schaute ich mir eben die Ankunft des Caledonian Sleepers an und ging dann wieder rein. Whisky-Probiersets gab es hier zwar nicht, aber eine richtige Flasche 10 years old Ben Nevis aus Fort William sollte eine reelle Wahl gewesen sein. Auf dem Rückweg hatte der Whiskystore natürlich auch geöffnet. Da hätte man sich wohl sogar Ben Nevis aus dem Fass abfüllen lassen können. Na gut, nächstes Mal.

Um 11 Uhr machten wir uns mit Sack und Pack auf den Weg zum Bahnhof. Der Zug wurde mit dem Hinweis angekündigt, dass die Toilette eingefroren sei, doch nachdem die maximale Motordrehzahl den Zug langsam und lautstark in Bewegung gesetzt hatte, wurde im Zug entwarnt.

Scotrail 1Y44: Fort William 11:40 - Glasgow Queen Street 15:34+21

Wir bekamen gut Platz in dem Class 156 Triebwagen. Leider waren die Scheiben ziemlich dreckig. Ab Spean Bridge ging es mit +15, weil der Gegenzug so stark verspätet war. Mittlerweile hatten die Wolken die Oberhand gewonnen. Es zeigten sich nur kleine blaue Abschnitte am Himmel. Die Fahrt über das Gebirge war natürlich mal wieder eine Show. Diesmal habe ich mir auch paar Motive notiert. Wobei im Bereich rund um Corrour und Rannoch eigentlich jeder Meter Motiv ist. Da stellt sich dann eher die Frage des Hinkommens. Alles natürlich nur als Wanderung, aber auch gebahnte Pfade waren nur punktuell vorhanden. Aktuell war alles extrem feucht. Ohne Gummistiefel wäre da momentan nichts möglich gewesen. Und immer wieder waren Rehe oder Hirsche zu sehen.

Nachdem wir schon wieder fast pünktlich waren, blieben wir vor Bridge of Orchy abrupt stehen. Es gab vorn Funkverkehr, der Lokführer stieg aus und musste irgendwas richten. Dann zogen wir vor an den Bahnsteig, wo der Tf erneut nach hinten lief. Weiter ging es am Ende mit +28. Doch das war noch nicht das Ende der Fahnenstange. In Crianlarich warteten wir vergeblich auf Motorgrollen und Maximaldrehzahl. Statt dessen kam die fast schon befürchtete Durchsage, dass man auf den Gegenzug warten müsse. Wobei ich das auf einer Strecke mit Zugleitbetrieb (immerhin jetzt technisch unterstützt) ja schon beruhigend finde, wenn bei verlegter Kreuzung so eine Durchsage kommt. Es ging mit +38 weiter. Den Gegenzug hätten wir planmäßig in Ardlui getroffen.

Auch in diesem Zug durch die Wildnis abseits aller Großstädte saß so ein schmerzbefreiter Ignorant, der die ganze Umgebung mit dem Ton seiner Videofilmchen unterhalten musste. In Deutschland wäre ich mit dem wohl in die Diskussion eingestiegen, aber hier wäre die Diskussion ziemlich schnell mit dem Nichtverstehen seiner Antwort beendet gewesen und man hätte blöd dagestanden. Bald hatten in seiner Umgebung alle ihre Kopfhörer auf - wegen einem, an dem die Erfindung der Kopfhörer offenbar vorbeigegangen war...

Das Wetter war nun eine stimmungsvolle Mischung aus Sonne und Wolken - richtig schön skandinavisch klar. Die Strecke führte häufig hoch am Hang entlang mit Blick auf Seen. Hinter Helensburgh, das wir mit +28 verließen, fädelten wir in die S-Bahn ein. Vor zwei Junctions kamen wir ins Stocken, doch sonst hatten wir einen guten Slot und konnten bis zum Endbahnhof weitere sieben Minuten gut machen. Der Anschluss nach Edinburgh stand direkt Gegenüber, schnell rein da!

Scotrail 1R86: Glasgow Queen Street 16:00 - Edinburgh Waverley 16:48

Erstmalig konnten wir die erste Klasse nutzen, yippieh! Das war in diesem Quasi-Regionalexpress zwar nicht der ganz große Komfortsprung, aber wir hatten jedenfalls schön Platz.

Nun wurde es etwas kompliziert. Kai und ich hatten die kommende Nacht in Edinburgh gebucht, und zwar im Best Western Kings Manor im Stadtteil Brunstane ganz im Osten der Stadt. Marcus und Matthias wollten gern in Newcastle übernachten. Und Maren hatte sich später für Edinburgh entschieden, als das Kings Manor nur noch irre teuer zu haben war, und sich für ein Hotel westlich der Stadt beim Flughafen entschieden. Nun hatten wir uns aber spontan entschieden, dass wir den letzten Abend auf Britain Island nochmal alle zusammen zum Inder gehen müssten.


Oberhalb des Bahnhofs Edinburgh Waverley thront das trutzige Balmoral Hotel.

Wir waren Willens, je 10 GBP an der Gepäckluke im Bahnhof zu investieren, doch nach zwei Gepäckstücken winkte der Mann ab. Er sei voll. Blöd. Wir übrig gebliebenen drei beschlossen, beim Inder mal vorsichtig zu fragen, ob wir das Großgepäck irgendwo in dem kleinen Restaurant lassen könnten. Sonst hätten wir mal bei einem der lokalen Läden mit Storage-Angebot nachgefragt. So ging es die Cannonstreet ein kleines Stück hoch und im Gurkha Café konnten wir unser Gepäck tatsächlich unterbringen. Wir waren allerdings froh, dass es immerhin nur drei Koffer waren.

Das Essen war mal wieder hervorragend. So hielten wir es eine ganze Weile aus. Dann mussten Kai und ich uns allerdings etwas sputen, weil der Bummelzug nach Brunstane (Linie nach Tweedbank) nur stündlich fuhr, und die "Newcastler" dann auch bald fahren wollten.

Scotrail 2T62: Edinburgh Waverley 19:43 - Brunstane 19:50

Der Class 170 Triebzug war brechend voll. Die Leute standen sogar in den Gängen. Egal, weit mussten wir ja nicht. Und nach sieben Minuten Fußweg war das Hotel erreicht. Die Zimmer waren prima, das Haus mal wieder ein Altbau von der extrem verwinkelten Sorte. Nach dem Bezug der Zimmer entschieden wir uns spontan zu einem "kleinen" Spaziergang runter zum Ufer des Firth of Forth, aus dem dann sogar ein ausgedehnter Strand- und Promenadenspaziergang wurde. Das hübsche Wohngebiet mit den bekannten, bestens gepflegten Reihenhäuschen ging direkt bis an die Promenade ran.


Die Promenade beginnt für uns in Lower Joppa und führt in den Stadteil Portobello. Beides sind Stadtteile von Edinburgh.


Blick von der Wasserkante des Firth of Forth auf die Stadtkulisse mit der "Portobello and Joppa Parish Church".

Danach wusste man aber auch, was man getan hatte. Ich war jetzt richtig müde...

Sonntag, 01.03.2026

Erstmal gab es ein schön entspanntes und gutes Frühstück. Dabei beschlossen wir angesichts nahender Regenwolken, die schon im Wetterradar ihre Saftigkeit kaum verbergen konnten, dass wir den Besuch der Edinburghschen Altstadt verschieben und statt dessen die Zugrunde über Carlisle drehen, die wir gestern noch verworfen hatten, weil wir den Schiffsanschluss nicht gefährden wollten. Aber realistisch betrachtet hatten wir da noch eine Menge Luft. Und die Strecke entlang des Hadrians Wall von Carlisle nach Newcastle interessierte mich schon länger.

Auf den sonntags ersten Zug des Tages warteten in Brunstane schon wieder massig Reisende. Ein zuvor in der Gegenrichtung durchkommender Departmental Güterzug verbog unseren Zug in Newcraighall dann sogar um paar Minuten.


Der Haltepunkt Brunstane ist eher ein Bahnsteig von der zweckmäßigen Sorte... Erst muss noch ein Güterzug durch, der von den wartenden Fahrgästen interessiert beobachtet wird. Es handelt sich hier um zwei eingleisige Strecken.

Scotrail 2T63: Brunstane 9:35+5 - Edinburgh Waverley 9:44+5

Transpennine Express 1M85: Edinburgh Waverley 10:13 - Carlisle 11:32

Bei uns in der Gruppe ist eine sehr aufgeregt gesprochene Anschluss-Durchsage in einem Zug der Westcoast Mainline vor Ankunft in Crewe bei der 2011er-Tour absoluter Kult, die damals dank Matthias auch konserviert werden konnte. Mit ähnlicher Stimme wurde jetzt manuell durchgeblasen, dass alle Leute mit Avantitickets doch umgehend den Zug verlassen und im Verweigerungsfall den vollen Fahrpreis nachzahlen müssen. Leider hatte ich mein Diktiergerät nicht schnell genug griffbereit...

Zu unserer Überraschung bekamen wir nach der ersten Kaffeeversorgung in der ersten Klasse sogar Speisekarten für richtiges Mittagessen ausgehändigt. Man ließ sich allerdings Zeit mit der Bestellungsaufnahme, so dass wir nicht sicher waren, ob wir vor Carlisle etwas abbekommen. Um 10:58 kam er durch, um die Bestellung aufzunehmen. Als ich ihn fragte, ob bis Carlisle noch genügend Zeit sei, eilte er sogleich in die Küche zurück und schob meinen Pie in den Ofen. Erst danach nahm er die restlichen Bestellungen auf. Um 11:04 hatte ich den dampfenden Pie vor mir stehen.


Vermutlich gehören Pies zu den Motiven in der Foodfotografie, die im angeschnittenen Zustand fotografiert werden. Nun ja, so viel sei verraten: Er war nicht so trocken, wie er aussieht...


Hmmm. "Trust the train" sage ich nur...

Northern 1J76: Carlisle 11:55 - Newcastle 13:31

Der Zug bestand sogar aus zwei 156ern, hatte also vier Wagen und war schön leer. Erst auf Newcastle zu kamen mehr Fahrgäste rein. Der Pfiff ertönte in Carlisle wie in GB üblich eine halbe Minute vor Abfahrtszeit, die Türen wurden geschlossen. Zehn Sekunden vor Abfahrt ging es los - die Motordrehzahl wurde sanft hochgefahren, das Vibrieren setzte ein und exakt mit Zeigersprung setzte sich der Zug in Bewegung. Train Agent war ein Jungelchen in Trainigsjacke (mit Northern-Beschriftung!) und mit Rucksack. Die Strecke war erwartungsgemäß äußerst lovely. Es ging durch saftige Hügel. Mal kreuzten Footpathes die Linie, mal sah man Signalboxes mit Formsignalen. Der mittlere Teil der Strecke hatte allerdings Lichtsignale. Ein komisches Siding war Greengate (östlich Haltwhistle), wo das Ausweichgleis mit Zaun abgesperrt, aber mit irgendwelchen uralten Lichtsignalen in dichten Abständen versehen war.


Unser Northern Class 156 Triebwagen von innen. Mit frischen Polstern sieht man ihm seine 40 jahre gar nicht an...

Wir hielten auch an der kleinen Station Brampton, die früher Milton hieß. Hier arbeitete in der Fahrkartenausgabe ein gewisser Thomas Edmondson. Na ja, ist schon bischen her; das war so ab 1836. Jedenfalls hatte der keine Lust mehr, Fahrkarten auf Zettel zu schreiben und erfand hier die Pappfahrkarte. Seine "Edmondsonschen Tickets" dürften später weltweit im Einsatz gewesen sein.


Unser Zug aus Carlisle ist in Newcastle angekommen. Nur vom Hadrians Wall haben wir nichts gesehen...

In Newcastle wurden wir von den drei anderen empfangen und gemeinsam ging es noch für ein Heißgetränk erst zu Starbucks und dann, weil dort kein Platz war, in ein kleines Café daneben, wo zum Glück auch für unsere Koffer genügend Platz war.


In der Turcos Caffeteria waren wir trotz des großen Gepäcks willkommen und konnten guten Kaffee genießen. Auch hier sprach man deutsch...

Aber bald mussten wir schon zur Bushaltestelle vorrücken. Der DFDS Shuttlebus, den man bei der Fährbuchung mitbuchen muss, war schon sehr voll. Es war ein für Reisende mit großem Gepäck denkbar ungünstiges Fahrzeug, nämlich ein Doppelstöcker. Immerhin kamen wir so rechtzeitig, dass wir im Oberstock ganz hinten noch mit allemann Platz bekamen. Später eintreffende Reisende hatten da weniger Glück. Und um 14:25 betrachtete der Fahrer den Bus wohl auch als "voll" und fuhr mit -5 los. Er würde ja in einer Stunde nochmal die Runde drehen...

Das Einchecken am Fährterminal lief dann doppelt: Einmal las sie unsere Pässe ein und machte und tat vor sich hin. Als irgendwie angesichts vierer gebuchter Kabinen gar keine Frage danach kam, wer von uns Fünfen denn zusammen in eine Keminate wolle, habe ich ihr das mal ungefragt kommuniziert, woraufhin sie erneut alle Pässe einlas und machte und tat. Sie nahm es mit Humor. Wir auch. Am Ende hielten wir alle die richtigen Magnetschnipsel in der Hand. Sie wies uns auch noch darauf hin, dass Bordzeit MEZ sei. Das bedeutete, dass die Abfahrt um 17:00 GMT zeitlich mit dem Beginn unseres Bufetslots um 18:00 MEZ zusammenfiel. Nach Durchleuchtung des Gepäcks durften wir an Bord. Da gerade die Sonne schien, lief ich mal hoch nach Deck 10, wo ich paar Fotos machen und mich in die Sonne setzen konnte.


Blick von Bord der King Seaways auf den River Tyne.

Dabei kam ich mit einem deutschen Paar ins Gespräch. Die beiden waren nur für einen Tag rübergekommen und berichteten von einer üblen Hinfahrt mit viel Seegang. Zurück hatten sie den zweiten (letzten) Bus um 15:30 ab Bf Newcastle zur Fähre genommen. Der war mit ähnlicher Verfrühung losgefahren wie unserer. Ob die Uhr des Fahrers falsch ging? Die des Käptns auch. Wir legten mit -30 ab. Waren wohl alle da.

DFDS King Seaways: Newcastle Tyne Dock 17:00-30 GMT - Amsterdam 9:45 MEZ

Eiserne Disziplin - das erforderte nun die Koordination einer fünfköpfigen Gruppe ohne Datenroaming, mit teils noch auf GMT laufenden Uhren auf einem Schiff, auf dem MEZ galt. Den ersten Programmpunkt, das Abendbuffet, bewältigten wir schon mal mit außerordentlicher Bravour. Zur Belohnung haben wir viel zu viel gefressen. Besonders der Lachs mit Nudeln hatte es mir angetan.

Nach einem kleinen Päuschen wollten wir gern den Film Las Piranhas sehen. Über den hatten wir während der Fahrt paarmal gesprochen und der musste jetzt einfach sein. Da die Kabinen dazu etwas eng gewesen wären, nutzten wir einen irgendwie vergessenen Panoramaraum, der offensichtlich seit Bau des Schiffes nicht mehr renoviert worden war. Dorthin verirrten sich kaum andere Passagiere.


Ganz vorn hatten wir unseren eigenen Kinoraum in einer "vergessenen" Panoramalounge...


"Ich bin die Biggi, und wie heißt du-hu-hu-hu-hu?" Dieser Film hat nachhaltig meine Vorstellung von Cluburlaub geprägt. Wie sagte doch die Clubchefin, gespielt von Judy Winter, zum Willkommen mit lallender Stimme?: "Gassdgeber ßu sein heiß Freunde bei sich aufßunehm." In diesem Sinne...

Danach war es auch noch "früh" - jedenfalls nach britischer Zeit. Die Außendecks waren bis auf ein kleines seitliches allesamt wegen Sturm und Seegang geschlossen. So fanden wir uns noch auf ein gutes Stündchen in der Bar wieder. Bei dem dort herrschenden gedämpften Licht konnte man draußen eine Kette von festlich beleuchteten Bohrinseln vorüberziehen sehen. Einige Bohrinseln fungierten sogar als Leuchtfeuer und sandten ihre Lichtcodes zu uns herüber. Typische Beobachtungen, die man in einer Bar so macht...

Montag, 02.03.2026

Trotz des vielen Essens und des Alkohols konnte ich sehr gut schlafen. Zur verabredeten Zeit um 7:15 trafen sich die Gruppenmitglieder, die es geschafft hatten ihre Uhr auf MEZ umzustellen. Die anderen kamen eine Stunde später dazu... Die frühe Zeit hatte den Vorteil, dass das Buffet noch schön leer war. Und wir hatten einen schönen Ecktisch am Fenster.


Kann es Schöneres geben als Frühstück im Schein der aufgehenden Sonne?

Spannend wurde es nach dem Anlegen. Es wurde verkündet, dass sich die Gangway nicht an das Schiff schubsen lässt. Das war ja mal doof. Zwei und eine Viertelstunde Übergang zum Zug, die uns zuvor viel zu reichlich erschienen waren, begannen plötzlich zusammenzuschmelzen. Nichts tat sich. Erst nach einer halben Stunde durften wir die Fähre über das Autodeck verlassen. Das machte einen eingeübten Eindruck, kommt vielleicht häufiger vor... Das nächste Hindernis war die Einreise in die EU. Hier standen wir weit hinten und mussten auch nochmal 20min warten. Wieso gibt es eine (von vier) Spuren für EU-Bürger, wenn man dann doch zu einer der anderen Spuren gescheucht wird?


Landgang über das Autodeck.


Die King Seaways - die Überfahrt mit ihr hat uns gefallen.

Immerhin war der Busshuttle zum Amsterdamer Centralbahnhof besser organisiert als der in Newcastle. Es standen fünf Busse bereit, von denen einer nach dem anderen ablegte. Immerhin kamen wir noch gut im vorletzten Bus mit und mussten nicht mit dem Lumpensammler auch auf den allerletzten Fahrgast warten. Um 11 fuhren wir vom Hof. Die Fahrt dauerte ca 40 min. Es ging einmal weit am Hbf vorbei bis zu einer kleinen Wendeschleife und dann wieder ein Stück zurück. Aber wir hatten nun genug Zeit. Auf dem Bahnsteig war Abschied angesagt. Kai und ich hätten nichtmal 1.Kl nehmen können, wenn wir gewollt hätten, denn die war komplett ausgebucht. In der Zwoten bekamen wir hingegen noch topp Platz.

ICE 147: Amsterdam C 12:00 - Osnabrück Hbf 14:51

An dieser Strecke hatte ich in den letzten Jahren einige schöne Bilder von den alten ICs machen können. Insofern war es mal interessant, die Stellen jetzt aus dem Zug zu sehen. In Bad Bentheim habe ich erstmals den Komfort-Checkin nutzen können. Das geht mit unserer Mitarbeiter-Spezialfahrkarte nur über paar Umwege, die man erstmal kennen muss. Und in Osnabrück konnten wir uns die Verspätungen der Bahn zunutze machen. Wir hatten sofort Anschluss:

ICE 612: Osnabrück Hbf 14:23+34 - Hamburg Harburg 16:02+23

Somit war ich also 37 Minuten früher als geplant zurück auf meinem Wilstorfer Hügel. Damit kam ich gut klar.

Fazit

Es war eine tolle Tour! Dies war bislang mein längster London-Aufenthalt und irgendwie mein kürzester. Ich könnte sofort wieder hin, denn in dieser gigantischen Stadt gäbe es noch soooo viel zu entdecken. Und damit meine ich gar nicht mal die Haupt-Sehenswürdigkeiten, sondern verschiedene Stadtteile, die auf der Karte oder auf Bildern interessant aussehen. Für unsereinen mit diesem besonderen Hobby Eisenbahn tut sich das Doppelte an Sehenswertem auf, weil auch die Bahngeschichte dieser Stadt so vielseitig und gigantisch unübersichtlich ist. Und damit meine ich noch nichtmal die Fotografiererei, die "bei Wetter" noch on topp käme.

Aber auch die Bahnfahrten und die Fährfahrt waren ein wunderschönes Erlebnis - mit dem Höhepunkt, im Caledonian Sleeper frühstückend über das Rannoch Moor zu gleiten. Über das Wetter können wir auch nicht klagen. Ja, wir sind auch mal nass geworden, aber wir konnten vor allem viel im Trockenen herumlaufen. Und ich hatte sogar ausreichend Sonne für paar Fotos, die diesmal ja nun gar nicht im Vordergrund standen. So kann das Fazit nur lauten: Topp - so gern jederzeit wieder!

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