Von blühenden und verblühten Nebenbahnen - Rumänien April 2026

Autor: Jan-Geert Lukner. Alle Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor.

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✈ = Drohnenbild

Diesmal hatten wir zwar den Urlaubstermin verabredet, alles andere aber offen gelassen. Wunschziele gab es so einige, vielleicht Rumänien, Slowenien, Kroatien - und zwar genau in dieser Reihenfolge. Aber es hätte notfalls, wenn da besseres Wetter in Aussicht gewesen wäre, alles mögliche andere in Europa sein dürfen. Auch Deutschland war durchaus ein möglicher Wunschkandidat. Der Plan war, die Tour völlig flexibel per Auto aufzuziehen.

Aber auch dieser gute Wille zur Flexibilität fand keine Belohnung. Über ganz Europa lag ein Wetter, das hauptsächlich mies und null vorhersagbar war und dessen Vorhersage sich von Tag zu Tag änderte. Ich bin das echt nur noch leid - bei jedem Urlaub der gleiche Mist. So war am Donnerstag vor dem Urlaub noch anhand der Wetterprognosen die Verabredung, am Sonntag in Richtung Kroatien zu starten. Am Freitag "konnten" wir wieder umswitchen auf Rumänien, wo vielleicht doch wieder etwas mehr Chance auf brauchbares Wetter wäre. Und wir beschlossen, bereits Samstag die Reise anzutreten. Aber nicht nur wegen Wetter-Flexibilität machte sich das Auto als Verkehrsmittel bereits jetzt bezahlt. Der Flugverkehr wurde gerade massiv bestreikt und es wäre die Frage gewesen, ob wir per Flug überhaupt losgekommen wären.

Samstag, 11.04.2026

Um 9:30 saß ich im Auto. Den ersten Schock gab es nach einer halben Stunde auf der Stadtumgehung Lüneburg. Die Reifendruckanzeige ploppte auf! Ich meine, das hatten wir ja schon häufig im Urlaub - aber doch nicht fast noch zuhause! In Melbeck fand ich eine Tanke, wo ich mich in einer unbeachteten Ecke dem Problem widmen konnte. Zum Glück durfte ich feststellen, dass der Druck auf allen Reifen ziemlich gleichmäßig runter war. So hatte ich nach dem Aufpusten keine ernsthafte Sorge, dass die Meldung bald wieder käme. Kam sie auch nicht. Nun ging es in gemütlicher Fahrt durchs sonnige und blühende Niedersachsen und Sachsen-Anhalt via Uelzen, Salzwedel, Haldensleben und die A14 nach Halle runter, wo ich Yannick vom Zug abholte. Gemeinsam galt es noch paar Kilometer zu machen. Die Unterkunft peilten wir für Brno an und buchten letztendlich eine Pension in Hustopeče. In Prag ging es sogar ein Stück ohne Autobahn, aber immerhin vierspurig, durch die Stadt. Gegen 19:30 trafen wir nach durchgehend angenehmer und zügiger Fahrt vor der Pension ein.

Abends in der Pension dann wieder großes Gehadere, was man Sonntag macht. Der Sonntag war so mit am schönsten angekündigt, aber wir mussten ja nun bis Rumänien noch mindestens sechs Stunden fahren. Da die Wetterprognosen so dermaßen wechselhaft waren, konnten wir eigentlich nur beschließen, morgen um 8 ins Auto zu steigen und nach Passieren der rumänischen Grenze zu schauen, was so geht.

Als ich abends die Vignette für die Slowakei buchen wollte, fiel mir auf, dass ich gestern für Tschechien auf einer der zahllosen "offiziellen Websites" offenbar genau die falsche gegriffen hatte. Ich habe für die tschechische Monatsvignette 29,95€ gelöhnt. Auf der vom ADAC und Auswärtigen Amt verlinkten "offiziellen Website" hätte ich nur 19,95€ oder womöglich für meinen Plug-in Hybrid noch viel weniger gezahlt... Willkommen in den Schurkenstaaten! Nein, das war natürlich eigene Unbedarftheit. Ich habe gelernt, "offizielle Maut-Websites" nur noch beim ADAC oder Auswärtigen Amt zu suchen... Bei der rumänischen Rovignette fand ich es hingegen befremdlich, was man da alles angeben musste; sogar die Fahrgestellnummer wollten die wissen. Und ja, das war die offizielle "offizielle Website"...

Sonntag, 12.04.2026

Ein besonderer Tag! Rumänien feiert das orthodoxe Osterfest und im zu durchfahrenden Ungarn würde sich heute zeigen, ob etwas zu feiern wäre. Dort waren die Leute aufgerufen, zur Wahl zu gehen und vielleicht etwas Hilfreiches für Europa zu tun.

Gegen 7 saßen wir im Auto. An der ersten Tankstelle gab es vorzüglichen Kaffee Latte mit extra Espresso oben drauf. So ließ sich alles weitere ganz hervorragend aushalten. Sonntagmorgen ist ein guter Tag zum Reisen. Die Autobahnen waren schön leer. Tschechien hatte bald "fertig" und eine Stunde später war bereits Bratislava passiert und die Slowakei wieder verlassen. In der Slowakei nervten viele uneindeutige Tempovorgaben - teils sogar unterschiedlich für die einzelnen Spuren. Aber in Ungarn war der Spuk vorbei und die Autobahn wieder im Toppzustand.

Interessant war eine Baustelle, bei der die linke Fahrbahn auf ca 40km Länge auf die Gegenfahrbahn verschwenkt war und es auf dieser Distanz weder Abfahrten noch Zugang zu Parkplätzen gab. Darüber wurde vorher aber deutlich informiert. Hinweisschilder waren oft auch in Englisch, was in den zuvor bereisten Ländern eher nicht der Fall war. Es war weiterhin gutes Vorwärtskommen. Irgendwann hatten wir Budapest ohne Stockung umfahren. Hinter Szeged gingen wir bald auf Landstraße über und rollten auf leeren Straßen durch die Weite des Banat. Leider war vom versprochenen Sonnenschein überhaupt nichts zu sehen. Lediglich weit voraus im Osten war mehr Blau zu erkennen. Bald aber auch nicht mehr so klar.

An einer einsamen kleinen Grenzstelle zwischen Makó und Cenad, an der sich niemand für uns interessierte, reisten wir nach Rumänien ein. Auf mersultrenurilor.ro waren noch zwei Fahrtenpaare nach Cenad eingetragen, doch das Gleis war derartig zugewuchert, dass das unmöglich sein konnte. Im Kursbuch sah Yannick nun auch, dass die beiden Fahrtenpaare ab Sănnicolau Mare als "Auto" gekennzeichnet waren. Am Bahnhof Sănnicolau Mare stellten wir uns einfach an den Rand. Wir waren angekommen und wurden vom vollen Schwall authentischer rumänischer Ländlichkeit empfangen. Überall gackerte und zwitscherte irgendwas, Schafe grasten friedlich zwischen den Gleisen. Wen interessierte da noch das Wetter? Immerhin stand einer der jetzt hier fahrenden VT2E im Bahnhof und konnte auch mal mit kurzzeitigen Sonnenstrahlen umgesetzt werden.


Ein "AKN-Triebwagen" im Banat! Aus meiner Kindheit und Jugend in Hamburg kenne ich diese Baureihe nur unter dieser Bezeichnung. Mit dem Begriff konnte ich außerdem Yannick schön ärgern. Natürlich ist es ein ex-HLB VT2E, der sich im Bahnhof Sănnicolau Mare sonnt.


Währenddessen ging das Alltagsgeschäft im Bahnhofsbereich weiter...


...und weiter.

Nachdem wir die Siesta zum Studium von Wetterberichten genutzt haben, um uns über den Kurs für die nächsten Tage klar zu werden, war eines klar: Dass gar nichts klar war. Wir brauchten irgendwo eine Parkposition, von der aus wir das ggf auch mehrere Tage lang beobachten konnten. Weiter östlich wäre gut, falls man dann doch am nächsten Tag im östlichen Teil des Landes sein müsste. Weiter westlich wäre gut, wenn sich plötzlich ein stabiles Hoch irgendwo in Resteuropa (außer Erzbahn Kiruna) auftut. Da wir ja nun auch paar Kilometerchen im Auto hinter uns hatten, beschlossen wir die gemütliche Variante und buchten uns ein Hotel in Timișoara.

Somit hatten wir nun Zeit. 14 Uhr war durch. Hier wäre eine längere Zugpause. Aber von Timișoara war ein Zug in Richtung Periam - Lovrin unterwegs. Diese Linie wurde als einzige hier im Banat nun wieder von CFR gefahren. Laut vagonweb sollte dort durchaus eine Chance auf Malaxa bestehen. Wir wollten uns den Zug einfach mal ansehen, fuhren ihm entgegen und erwarteten ihn westlich von Variaș. Es kam ein Desiro - immerhin ein sauberer. Meine Güte, war der langsam. Bei unserem ersten Banat-Besuch 2015 fielen die Züge schon nicht durch ihre Schnelligkeit auf, aber das jetzt war nur noch besseres Schritttempo bei lautem Gepolter der Schienenstöße. Vor Periam bekamen wir den Zug direkt ein zweites Mal.


Mit erschröcklicher Langsamkeit kommt R 2623 durch die wunderbare Weite des Banat angerollt. Er wird in fünf Minuten den Bahnsteig von Periam erreicht haben. Am Ortseingang ist er nämlich schon... Der Triebwagen aus Timișoara ist in Sânandrei auf diese Nebenbahn abgebogen, auf der noch vier bzw hinter Periam bis Lovrin nur noch drei Zugpaare fahren.

Die Sonne zeigte sich mal mehr und mal weniger. In Periam war Systemanschluss mit der Linie Arad - Sănnicolau Mare. Den auf der Linie eingesetzten doppelten VT2E konnte ich hübsch im Bf Periam aufnehmen, während Yannick sich nach einer Mitfahrmöglichkeit erkundigte. Die scheiterte aber am fehlenden Bargeld (was ansonsten in Rumänien gar kein Problem mehr ist).


Der Desiro ist bereits weiter, während R 11182 in Periam noch auf das Heben des Befehlsstabs wartet. Die von Regio Calatori befahrene Strecke Arad - Periam - Sănnicolau Mare weist immerhin noch fünf tägliche Zugpaare auf. Zweimal am Tag geht es sogar von Sănnicolau Mare bis in die Sümpfe nach Vălcani weiter.

Als nächstes schauten wir runter in Richtung Lovrin. Ein Zug von Timișoara in Richtung Lovrin nicht über Periam, sondern auf der direkten Strecke via Biled, war inzwischen auch am Anrollen. Dass der vor einer Viertelstunde in Timi losgefahren war, hieß aber nicht, dass der bald da wäre. Wir konnten ihm bis hinter Becicherecu Mic entgegen fahren. Dort sah man hinten was Gelbes zwischen den Büschen. Und wenn man ganz genau hinschaute, erkannte man auch eine Bewegung. Hier war noch kein Licht, aber von Westen klarte es auf, so dass wir ihn vor Biled, hinter Șandra und in Lovrin jeweils nach längerer Wartezeit umsetzen konnten.


✈ Kurz vor den Toren von Biled endet schlagartig das Rasengleis und der Oberbau ist aus Schotter! Schneller wird R 11197 deshalb aber nicht. Die von Regio Calatori befahrene Nebenbahn Timișoara - Lovrin - Sănnicolau Mare wird unpaarig mit 3 bzw 4 Zügen je Richtung befahren.


Ein Ort weiter, und doch 25 Minuten später: R 11197 kommt im Ortsbereich Șandra angerollt...


✈ ...und passiert den kleinen Friedhof.


Der Bahnhof Lovrin ist erreicht.


R 11197 setzt seine Fahrt noch bis Sănnicolau Mare fort.


Und nochmal von vorn.

In Lovrin wurde die junge Fahrdienstleiterin auf uns aufmerksam und rief was zu uns herüber, was jetzt nicht unfreundlich klang. Wir liefen hin zu ihr, erklärten unser Tun und outeten uns als Kollegen aus Deutschland. Daraufhin meinte sie, wir sollen warten, verschwand im Gebäude und kam zurück mit zwei bunten Ostereiern, die sie uns mit den Worten überreichte, dass heute jeder Kollege ein solches Ei von ihr bekäme. Großartig, oder?

Mittlerweile war 18 Uhr durch und wir hatten ordentlich was getan. Ab ins Hotel! Die Fahrt auf der direkten DN6 verlief zügig, und bald konnten wir in das schöne Hotel Del Corso einchecken. Das Hotelrestaurant hatte - wie fast alle am Wegesrand gesehenen Restaurationen - wegen Ostern geschlossen. Fast bekamen wir Angst, gar nichts mehr zu Essen zu bekommen. Man kann sich ja mal täuschen. Wir fuhren mit der Straßenbahn in die Stadt (einfach Kreditkarte gegen den Kartenleser halten und man hat eine Stunde Fahrzeit "gewonnen"; ich glaube, Deutschland ist das einzige Land, wo sowas noch nicht klappt...) und fanden die Innenstadt in festlicher Osterstimmung.

Quirlig ging es in der hübschen, gepflegten Innenstadt zu. Und wir waren nicht die einzigen, die Hunger hatten. Mit dem Restaurant "Boulevard" fanden wir ein tolles Kellerlokal, das auch heute einheimische Spezialitäten anbot. Genau das, was wir immer suchen. Ich nahm eine Markklößchensuppe mit Gemüse und Gries, dann Tochitura Romaneasca, eine Art Gulasch mit mehreren Schweinefleischsorten und Würstchen mit Mamaglia (Maisbrei). Von der Portion musste man satt werden...


Lecker! Dazu ein schönes naturtrübes Timișoreana Nepasteurizată.

Anschließend drehten wir noch eine Runde durch die Stadt. Auf der Piața Libertății war ein kleiner Markt aufgebaut. Sah aus wie ein Weihnachtsmarkt, war aber ein Ostermarkt.


Auf der Piața Victoriei gibt es vor der Oper eine Ostereier-Ausstellung.


Die Strada Vasile Alecsandri ist festlich beleuchtet.


Piața Unirii.

Dann ging es zu Fuß zum Hotel zurück. Faszinierend fanden wir, wie gut die Straßenbahnen auch nach 21 Uhr noch besetzt waren. Eine Getränkebeschaffung scheiterte an offenen Verkaufsstellen. Selbst 24/7-Märkte hatten am Ostersonntag geschlossen. Aber wir hatten noch bischen was und das Hotel hatte auch eine Flasche Wasser bereitgestellt. Sahen wir im Laufe des Abends klarer bezüglich der nächsten Tage? Haha, war nur ein Witz...

Montag, 13.04.2026

Im Nachbarland Ungarn war gestern Victor Orban abgewählt worden und wir hatten Ostermontag. Die Straßenbahn polterte in einer Häufigkeit am Hotel vorbei, als wäre es ein normaler Werktag. Nun ja, draußen am Himmel war es bewölkt, wir konnten ausschlafen. Und dass man an Ostern in Rumänien nicht verhungern muss, hatten wir ja gestern erlebt. Im Gegenteil, das Abendessen lag schwer im Magen und hatte mir eine ziemlich unruhige Nacht beschert.

Die Wettervorhersagen hielten an schönem Wetter für Mittwoch in einer Region am Ostrand der Karpaten fest. Da nach wie vor lediglich über Finnland ein fettes Hoch lag, Resteuropa aber ähnlich unkalkulierbar aussah, beschlossen wir den Weg ins Landesinnere und richteten uns auf eine lange Fahrt ein. Um 9:30 saßen wir im Auto. Kaffee wurde an einer Tanke aufgenommen, dann ging es geradewegs auf die Autobahn. Frühstück war nach dem gestrigen Abendessen unnötig.

Ich schätze, so weit bin ich in Rumänien noch nie Autobahn gefahren. Lediglich hinter Margina musste ein Bergrücken auf der Landstraße gequert werden, weil der Autobahn noch paar Tunnel fehlten, die aber kräftig im Bau waren. So konnten wir in Margina am Bahnhof vorbeischauen, wo ein vollgeschmierter Malaxa900 auf seine Abfahrt wartete.

Wetter war eh nicht, weiter! Paar Ecken, an denen die Autobahn vorbeiführte, kannte man schon. So langsam werden die geografischen Erkenntnisse Rumäniens immer mehr vervollständigt. Bei Apoldu de Jos, oberhalb dessen wir auch schon mal Fotos gemacht hatten, entdeckten wir von der Autobahn einen nett aussehenden Gasthof. Es war jetzt 12 Uhr, und wir konnten dort ganz hervorragend speisen.

Weiter ging es! Hinter Sibiu, kurz vorm Ende der Autobahn, verließen wir diese und rollten auf Landstraße Brașov entgegen. Oben in der Wolkendecke zeigten sich immer mal wieder lichtere Stellen, durch die Sonnenschein auf die Landschaft fiel. Spontan ratterten die Rädchen im Kopf. Kam da nicht um diese Zeit irgendwann der IR von Brașov entgegen? Yannick schaute nach. Tatsächlich - der würde bald entgegen kommen. Wir wollten ihn einfach mal an einer Stelle, an der wir möglichst kurz warten mussten, anschauen. Das war im Bahnhof Arpaș. Dort lag nun aber gerade alles im Dunkeln. Ich holte trotzdem die Kamera raus. Yannick ganz plötzlich auch, denn auf einmal warfen wir Schatten. Der Zug war schon zu hören. Es wurde heller. Zug in Sicht. Noch heller. Zug rollt hinten in den Bahnhof ein. Es wurde wieder dunkler. Zug fast im Motiv. Plötzlich wurde es von hinten richtig hell! Das reicht nie bis zum Auslösepunkt! Doch der Zug war langsam genug und die Wolke wich irre schnell! Der IR kam bei vollem Licht und fröhlichen Pfeifkonzert in allen Tonlagen vorüber!


IR 1621 rollt durch den Bahnhof Arpaș.

Nun aber weiter! Wir hatten noch einige Kilometer vor uns. Ziel war ein inzwischen gebuchtes Hotel im Tal der Buzău, in dem wir, wenn das Wetter gnädig ist, in den nächsten Tagen paar 614 fotografieren wollten. Brașov streiften wir nur im Norden. Entlang der Nebenbahn Brașov - Întorsura Buzăului ging es in die Höhe. Diese Nebenbahn hat keinen Kontakt zur Buzăutalbahn, um die es uns in den nächsten Tagen ging. Logisch wäre nun, dass die Strecke von Brașov vor dem Pass endet und die andere hinterm Pass beginnt. Dem war aber nicht so. Die Piste von Brașov führt am Ende noch durch den längsten Eisenbahntunnel Rumäniens und kommt ganz oben im Valea Buzăului raus, wo sie aber endet.

Im weiteren Fahrtverlauf wurde uns klar, dass eine Verbindung der beiden Strecken, die durchaus mal geplant war, geografisch sehr anspruchsvoll wäre. Das Tal wurde irgendwann sehr eng und fiel steil abwärts. Der Fluss bildete hier jede Menge Stromschnellen. Und weiter unten wurde der gesamte Talgrund von einem Stausee ausgefüllt, dessen Nebenarme die Straße auf hohen Viadukten querte. Erst in Nehoiașu begann wieder eine Bahn. Und der erste TFC-614 stand auch im Bahnhof. Stück weiter begegnete uns ein weiterer 614. Nun reihte sich ein Ort an den anderen. Und das gesamte Tal war ein einziges Blütenmeer! Ich kann nur hoffen, dass wir das die nächsten Tage mal umsetzen können.

So landeten wir vor Măgura im Hotel Măgura, einem großen Tourikomplex, der für sich am Hang lag. Auch hier erhielten wir ein wunderbares Zimmer - sogar mit Balkon. Das Restaurant des Hotels war dann ebenfalls topp. Die Speisekarte konnte man sich mit QR-Code auf Englisch anzeigen lassen. Angesichts des opulenten Mittagessens beließ ich es bei gegrillter Hähnchenbrust mit gegrilltem Gemüse. Äh, ja, und die Pancakes sollten vielleicht erwähnt werden...

Abends konnte ich es vom Balkon unten im Tal poltern und tröten hören. Ein 614 querte hier den Fluss und tauchte bald als Lichterkette drüben am anderen Ufer auf.

Dienstag, 14.04.2026

Für heute waren nur wenige Stunden Sonne angesagt. Der Himmel zeigte sich beim Aufwachen grau, wobei die Sonne irgendwo in der Wolkenschicht zu erahnen war. Wir ließen es ruhig angehen. Um 9 saßen wir wieder an der großen Panoramascheibe mit Blick über das Tal im Restaurant. Das Frühstück war a la carte, wobei man sich wirklich alle gewünschten Bestandteile des Frühstücks einzeln bestellte. Frisch gepressten O-Saft und selbstgemachte Blaubeermarmelade gab es, dazu Spiegeleier und einen hervorragenden Kaffee - so durfte der Tag starten.

Während des Frühstücks hatte sich die Sonne mehr und mehr hervorgekämpft. Der Himmel war allerdings alles andere als tiefblau. Offenbar steckte ganz Europa in einer Wolke von Saharastaub, was diese eigenartige Gesamtwetterlage erklären würde. Aber mir war das wichtigste guter Sonnenschein für leuchtende Farben. Alles weitere musste man sehen...

Kurz vorm Losfahren polterte unten ein altfarbener 614 talaufwärts. Wir fuhren in Richtung des für den nächsten Abwärtsfahrer geplanten Motivabschnittes zwischen Viperești und Cislău. Dort kam der Altfarbene leider ohne Sonne durch, aber größere blaue Flächen am Himmel machten Hoffnung für den bald anstehenden Talfahrer. Für den wechselten wir einen BÜ weiter, wo es zu einem Pferdehof ging. Besonders viele weiße Blüten hatten wir hier zwar nicht, dafür gab es vordergründig paar Löwenzahn. Das klappte dann immerhin mit kaum gedämpftem Licht. Zu unserer Überraschung tauchte auch auf dieser Leistung ein altfarbener 614 auf.


Wir sind im Tal der 614 angekommen. Zwischen Cislău und Viperești kommt R 10356 angefahren. Er trägt noch das alte Farbkleid von TFC.

Für den nächsten Zug ging es in das Tal hinein bis zum Endbahnhof Nehoiașu. Dort stand der vorhin aufwärts gefahrene 614 schön in der Sonne. Nach einem Bild im Bahnhof und einem in der Ausfahrt fuhren wir voraus zu den Feldern zwischen Cislău und Viperești, wo wir den Zug nochmal schön mit vollem, aber ziemlich hohem Licht umsetzen konnten.


Der Endbahnhof Nehoiașu markiert das Ende des dicht besiedelten Abschnitts des Buzăutals. Ab hier steigt das Tal - aufwärts betrachtet - steil an.


R 10358 verlässt den Bahnhof Nehoiașu, in dem ein 614 in der aktuellen Farbgebung abgestellt steht.


Zwischen Cislău und Viperești begegnet uns R 10358 erneut. Einige Türen tragen bereits die neue Farbgebung...

Und schon wieder stand ein Zug von oben an. Im Bahnhof Nehoiașu hatte ja noch ein neufarbener 614 gestanden, den wir nun bei der Einfahrt in den Bahnhof Pătârlagele fotografierten. Nachtrag: Es war ein anderer, der zuvor und unbemerkt von uns oben angekommen war.


Der nächste Südfahrer heißt natürlich R 10360 und erreicht soeben den Bahnhof Pătârlagele, der laut Namensschild Pătîrlagele und im TFC-Fahrplan simpel "Patirlagele" heißt. Das â wird ohnehin wie ein i mit einer Prise u ausgesprochen.


Und etwas weiter im Bahnhof mit verblühter Industrie.

Langsam kam das kleine Hüngerchen. Mittag war schon längst wieder durch. Einen Micistand gab es hier nicht. Die Gastronomie in diesem Tal bestand eher aus richtigen, nett aussehenden Restaurants, aber so groß wollten wir jetzt gar nicht speisen. Mit etwas Gebäck aus einem Supermarkt in Cislău setzten wir uns am Pferdehof-BÜ von heute Vormittag an den Rand. Der für viele Motive günstig kommende Zug um 15:05 ab Nehoiașu fährt momentan leider nicht, was zwar schade war, uns aber ein kleines Päuschen verschaffte. So warteten wir an besagtem BÜ auf den nächsten Nordfahrer.

Das Päuschen war schön, der Zug ging aber bei Wolke. Das war jetzt ein 614 mit modernisierter Front in der aktuellen Farbgebung gewesen. Sowas fährt hier also auch. Wir folgten ihm, um ihn und den nächsten Abwärtsfahrer am schönsten Motiv der Strecke (soweit uns bekannt) abzugreifen, das allerdings ein ganzes Stück talaufwärts liegt. Beim Einbiegen in das engere Tal wurde aber immer deutlicher, dass es da oben komplett bewölkt ist. Das hatte keinen Sinn. Vielleicht würde der nächste Aufwärtsfahrer beim Pferdegestüt noch Sonne abbekommen? Wir setzten dort unsere Siesta fort. Doch bald saßen wir auch hier durchgehend im Wolkenschatten. Ein altfarbener 614 kam talaufwärts des Weges. Ohne Sonne natürlich...

Wir drehten nun noch eine kleine Runde über die andere Talseite, die von der Bahn einige Kilometer weit rund um den Bahnhof Pârskov genutzt wird und schauten uns genannten Bahnhof an. Dort herrschte Endzeitstimmung. Besonders hervorzuheben war eine Gleiswaage, die von besseren Zeiten erzählte. Ansonsten waren die Straßen dort drüben nicht so toll zu befahren, da die Dörfer gerade an die Kanalisation angeschlossen wurden und der Asphalt immer wieder aufgerissen war. Westlich von Pârskov gab es einen Abschnitt, wo die Straße am Hang entlang führte. Die eine Fahrbahn war abgesackt und lag weiter unten am Hang, doch die übrig gebliebene Fahrbahn durfte befahren werden und war auch "gut" mit paar Absperrhütchen zum Abgrund hin "gesichert".

Nach einem Supermarktbesuch ging es ins Hotel und dort bald ins Restaurant. Auch wenn ich mal Appetit auf eine Fleischplatte gehabt hätte, war meine Neugierde auf die einheimische Spezialität "Bulz" größer. Dabei handelte es sich um Käse durchsetzten Mamaglia mit Spiegelei und Schinkenstücken, das alles zusammen im Ofen gebacken wird. Hat jetzt etwa jemand was Gesundes erwartet? Gesund waren aber die grilled vegetables, die ich dazu nahm.


Bulz und grilled vegetables.

Für morgen wurde mit jetzigem Stand immer noch an "Sonne pur" festgehalten. Wir waren gespannt. Man konnte nur hoffen, dass das nicht einer dieser Tage wird, der hohe Erwartungen weckt und dann zum völligen Frust wird...

Mittwoch, 15.05.2026

Wir hatten uns in Erwartung eines sonnigen Tages ein Konzept für den Tagesanfang zurechtgelegt. Dazu mussten wir um 7:30 los. Immerhin wachten wir im Angesicht der aufgehenden Sonne auf. Der Himmel war vielleicht nicht ganz klar, aber anscheinend wolkenfrei. Hört Ihr aus meinen Worten eine gewisse Skepsis? Ist einfach so... Nachdem Yannick an der Rezeption ausgecheckt hatte, öffnete sich wie von Geisterhand das Tor vom Parkplatz und ich konnte rausfahren.

Für das erste Zugpaar schien uns der Lichtstand auf der anderen Flussseite am günstigsten. Wir hatten im Bereich von Bădila und Pârscov einige Optionen auf dem Luftbild entdeckt. Letztendlich entschieden wir uns für einen BÜ am westlichen Rand von Pârscov. Beim ersten Kundschaften bellte eine ganze Hundemeute ums Auto herum, doch als wir für das Foto wiederkamen, bellte es anfangs nur vom benachbarten Grundstück, ansonsten bestand kein Interesse mehr oder die Hunde waren anderweitig beschäftigt.


R 10352 hat in Kürze den Bahnhof Pârscov erreicht. Der herumliegende Müll und die "Gestaltung" des Gartens rechts lassen den Rumänienkenner erahnen, wer hier in der Nachbarschaft wohnt...


Gegenzug R 10351 an derselben Stelle etwas seitlicher. Es ist ein 614 mit moderniserter Front.

Der Aufwärtsfahrer sollte in Pătârlagele mit dem nächsten Abwärtsfahrer kreuzen, den wir im Bahnhofsbereich nehmen wollten. Da der Nordfahrer verspätet war, konnten wir den Südfahrer sowohl im Bahnhof als auch am südlichen Esig umsetzen. Der Bahnhof Pătârlagele verfügte im Gegensatz zu Pârscov und Nehoiașu noch über funktionsfähige Formsignale. Das Bild am Esig durfte allerdings nicht zu einfach werden. Natürlich bog im letzten Moment, als die Zugspitze schon das Asig passiert hatte, ein Auto in das Sträßchen ein, auf dem wir standen. Wir mussten noch zur Seite springen. Zum Glück zog er dann zügig vorüber, so dass das Foto gerade noch wunschgemäß geklappt hatte.


R 10354 hat zum Abwarten der Kreuzung im Bahnhof Pătârlagele platzgenommen.


Von Süden rollt R 10351 in den Bahnhof.


Wenige Minuten später kommt R 10354 ausgefahren. Wie zumeist in Rumänien hat der Weichenwärter das Asig sofort nach Zugdurchfahrt wieder auf Halt gelegt.

Für den Südfahrer ging es nun nochmal nach Pârscov. Da er Pătârlagele mit +5 verlassen hatte, waren wir sehr verwundert, dass er schon zu hören war, als wir den Bf Pârscov erreichten. Offenbar hatte er gut aufgeholt. Das gewünschte Bild klappte aber noch.


Im Bahnhof Pârscov begegnet uns R 10354 erneut.


Nach kurzem Halt geht es weiter. Die rumänischen Fdl tragen nun auch vielfach Jacken in Leuchtfarben.

Der nächste Aufwärtsfahrer konnte in dem Abschnitt auf der anderen Flussseite schon leichtes Frontlicht haben. Zu einer schön freien Stelle musste man nicht all die kleinen, gewundenen Sträßchen drüben (inklusive der gruseligen Stelle, wo die eine Fahrbahnhälfte ein ganzes Stück den Hang runtergerutscht war) befahren, sondern konnte von der Hauptstraße bequem über eine Hängebrücke rüberlaufen. Ok, die war auch gruselig. Auf Google gab es eine Rezension dieser Brücke, die von "adrenalinfördernd" sprach. Aber warum sollte die Brücke gerade bei uns einstürzen? Wir konnten sie zweimal unversehrt queren und drüben unsere Fotos machen.


Der Talabschnitt bei Bădila war so ausgerichtet, dass Nordfahrer hier bereits vormittags Frontlicht haben konnten. R 10353 kommt angefahren.


Die Hängebrücke trägt uns auch zurück heil über die Buzău.

Nun war endlich etwas Pause, so dass wir uns im Supermarkt von Cislău mit etwas Frühstück eindecken und dieses am östlichen BÜ der Pferdehof-Geraden verspeisen konnten. Es geht doch nichts über ein Frühstück unter freiem Himmel in der Natur... Den nächsten Abwärtsfahrer gab es hier mit einer Löwenzahnwiese (J) oder mit Tele (Y).


Nun haben wir uns wieder zwischen Cislău und Viperești eingefunden. R 10356 kommt an einer Löwenzahnwiese vorbeigerollt.


Oder nochmal spitzer mit Tele.

Und wieder mal ging es durch die ganzen Ortschaften das zersiedelte Tal aufwärts. Da gestern die Ausfahrt in Nehoiașu bei gedämpften Licht erfolgte (dachten wir jedenfalls; das Bild wirkte nun aber vollwertig), sollte es diese nochmal sein. Der im "Bw" abgestellte VT stand heute etwas günstiger, so dass sich die Wiederholung durchaus gelohnt hat.


Ein weiteres Mal fotografieren wir R 10358 in der Ausfahrt des Endbahnhofs Nehoiașu. Ob die Drehgestelle noch gebraucht werden?


Und nochmal die Begegnung mit dem anderen 614 im Bw.

Und wieder zurück. An der Pferdehof-Geraden war uns aufgefallen, dass man schöne Perspektiven auch von der Landstraße aus hat. Wir pokerten hoch und stellten uns zwecks Vordergrundgestaltung hinter die Straße bzw Yannick sogar auf die Fahrbahn. Wir hatten Glück, dass gerade nur ein einziges Auto vorüber fuhr, als der Zug sich näherte.


Paar Blüten wurden im Bildausschnitt zusammengerückt für R 10358 zwischen Cislău und Viperești.

Vor der großen nachmittäglichen Zugpause sollte noch ein weiterer Triebwagen abwärts rollen. Für den ging es nun wieder bis Pătârlagele hoch, wo wir ihn mit einigen Blühbüschen simpel im Bahnhof nahmen.


R 10360 verlässt den Bahnhof Pătârlagele.

Und wieder zurück. Nun war längere Pause. Na ja, etwas längere jedenfalls. Der nächste Bergfahrer sollte nun zwei Motive retten, die gestern wegen der aufziehenden Bewölkung nicht geklappt hatten. Das erste war der BÜ am Pferdehof zwischen Viperești und Cislău. Wieder mal konnten wir hier ungestört Siesta halten, bevor wir zu den Kameras greifen mussten. Leider drohte nun ausgerechnet für diesen Umlauf, der auch für das absolute Toppmotiv zuständig wäre, der 614 mit der modernisierten Front. Das hatten wir uns bereits vormittags ausgerechnet und wurde jetzt im Zugradar bestätigt. Nun ja, man kann sich das nicht aussuchen...


Als R 10357 kommt nun leider der VT mit der modernisierten Front. Als erstes begegnet uns der Zug am Pferdehof zwischen Viperești und Cislău.

Beim Bild am Pferdehof wurden wir von der Besatzung dreier Pferdefuhrwerke neugierig beobachtet. Den beiden ersten hatten wir per Handzeichen den BÜ freigemeldet. Das Sichtdreieck ist wohl nur für Fahrer gedacht, die vorn im Fahrzeug sitzen. Der Kutscher eines Pferdegespanns, dessen Pferde er vielleicht auch nicht zu dicht ans Gleis lassen will, hat es mit der Streckensicht schon schwieriger... Wir bekamen den Zug ein zweites Mal am "Toppmotiv" zwischen Păltineni und Șețu. So hatte man das immerhin schon mal mit einem Nachschuss.


Die zweite Stelle für den R 10357 war ein Motiv, das wir bereits vorgestern bei der Durchfahrt nicht nur wegen der Blüten als "Toppmotiv" bezeichnet hatten. Wir befinden uns hier zwischen Șețu und Păltineni.

Anschließend konnten wir uns schön ins Gras setzen. Der Zug fuhr erst eine Stunde später südwärts vorüber. Ein wenig Hoffnung gab es noch, dass man vielleicht den Triebwagen in Nehoiașu durchtauschen würde. Ein anderer 614 war dort ja im "Bw" abgestellt. Aber vielleicht war der auch das "technische Problem", wegen dem der 15-Uhr-Zug ausfiel. Nun gut. Der Neufrontige kam zurück. Wir wollen uns aber absolut nicht beschweren, denn wir hatten topp Sonne, obwohl mittlerweile ganz schön viel Schlonz aufgezogen und voller Sonnenschein nicht sicher gewesen war. Auch der nächste Nordfahrer klappte mit Blick aus der anderen Richtung auf die Felsen. So hatte man die Blickrichtung sogar mit nem "alten" bekommen. Und die Sonne schien!


Derselbe Triebzug kehrt natürlich aus Nehoiașu zurück. Wir nehmen R 10364 etwas spitzer und mit noch mehr Blühbäumen auf.


Zwischen Valea Sibiciului und Pătârlagele bekommen wir den Zug ein zweites Mal. Auch hier blüht es schön.


Gegenzug R 10359 gibt es nochmal am "Toppmotiv" zwischen Șețu und Păltineni.

Höchstzufrieden mit diesem Tag machten wir uns auf den Weg. Aus unserer Unterkunft hatten wir ja heute Morgen ausgecheckt, denn morgen würde wohl nur in einem Streifen südlich Bukarest mit ausreichend Sonne zu rechnen sein. Wir wollten noch einen kleinen Sprung bis Ploiești machen. So verließen wir in Gura Bâscei das Buzăutal und kurbelten uns auf schwach frequentierten Straßen durch die Berge. Das war ganz angenehm nach den Fahrten durch das stark bevölkerte Buzăutal. Nördlich des Bahnhofs Blejoi konnten wir quasi im Vorbeifahren einen Wadloper auf der Brücke über den Teleajen mitnehmen. Dabei handelt es sich um die Nebenbahn von Ploiești nach Măneciu.


Von Ploiești aus befährt TFC zwei sehr parallele Nebenbahnen nordwärts in die Berge. Nördlich Blejoi quert R 10253 auf der östlichen Strecke Ploiești Sud - Măneciu den Teleajen.

Nun der Endspurt. Mit Zwischenhalt am Carrefour, wo Yannick sich mit ihm unbekannten Biersorten eindeckte, erreichten wir unser Hotel Albert am westlichen Stadtrand von Ploiești. Gegenüber gab es in einem einheimischen Restaurant lecker Fleischplatte, dazu Bergenbier. Man will ja was Lokales trinken; da geht das mal. Bergenbier wird nämlich hier in Plörrești gebraut.

Zurück im Hotel mussten wir uns die Karten legen. Der Wetterbericht machte Andeutungen, dass das schöne Wetter morgen sogar bis in die Berge reichen könnte. Während ich diese Zeilen schrieb, entwarf Yannick ein Konzept für den folgenden Morgen mit Fotos auf beiden von Ploiești nordwärts führenden Nebenbahnen.

Donnerstag, 16.04.2026

Um kurz nach viertel nach 7 schauten wir uns als erstes das angepriesene "Schwedische Frühstücksbuffet" an. Na ja, Kalles Kaviarpaste gab es schon mal nicht. Und die Zutaten waren doch eher balkanisch. Aber egal, man bekam, was man brauchte. Unser erster Anlaufpunkt war nun an der westlichen Nebenbahn der Bahnhof Plopeni Sat, wo zwei Mettmann-Triebwagen kreuzten. Leider befand sich die Sonne gerade in einem elenden Wolkenfeld, so dass bestenfalls ein Dokuschuss im Halblicht abging.


Die haben sich sicher schon mal in Mettmann Mitte oder Neanderthal getroffen. Jetzt treffen sie sich in Plopeni sat. Die von TFC befahrene westliche Nebenbahn Ploiești Sud - Slănic wird ebenso wie die östliche nach Măneciu von neun Zugpaaren befahren.

Danach war hier erstmal längere Betriebspause. Deshalb und wegen des Wolkenfeldes fuhren wir nach Măneciu, dem Endpunkt der östlichen Nebenbahn. Hier sollte ein Triebwagen von 9:30 bis 10:34 stehen. Die Hoffnung war, dass der in dieser Stunde irgendwann mal Sonne abbekäme. Wir konnten auch ganz entspannt auf der Ladestraße im Auto sitzen und die (eher Nicht-) Bewegung der Wolken beobachten. Durch den einen oder anderen Riss kam später aber doch voller Sonnenschein, so dass wir bald verschiedene Perspektiven hatten.


In Măneciu wartet ein Wadloper auf die Rückfahrt als R 10252. Keiner Baureihe steht die aktuelle TFC-Farbgebung so gut wie den Wadlopern.

So konnten wir dem Zug ein Stück voraus und in den blauen Himmel rein fahren. Der Schrankenposten in Făcăieni wäre mit einigen umliegenden Blühbüschen ein tolles Motiv gewesen, aber hier bestand noch akute Wolkengefahr. So fuhren wir runter ins Flachland. Unterwegs, in einem der zahlreichen zu durchfahrenden Orte, lief kurz vor mir ein Mann auf die Straße und legte sich quer über den Mittelstreifen lang hin. Da er abgesehen von einem (vermutlich schon länger bestehenden) Dachschaden offensichtlich nichts hatte, sich bald wieder sitzend aufrichtete und neugierig dreinschaute und umstehende Leute das offenbar auch relativ normal fanden, fuhr ich mit der gebotenen Vorsicht um ihn rum und weiter.

Bald gelangten wir, wie schon auf dem Hinweg, durch Vălenii de Munte, das ich mit "Bergtäler" oder "Gebirgstäler" übersetzen würde. Im Buzăutal hatten wir auch immer mal Wegweiser dorthin gefunden, und ich habe mir da eine romantisch schöne Berglandschaft bzw ein Dorf darin vorgestellt. Das war nun aber nicht GANZ richtig. Vălenii de Munte ist eine ziemlich industriell geprägte Stadt im Tal des Teleajen und der vermutlich größte Ort entlang der östlichen Nebenbahn. Wir fuhren noch ein Haus weiter zum Bahnhof Făget Teleajen, wo man den Zug mit der Gebirgskulisse im Hintergrund gut fotografieren konnte.


In Făget Teleajen hat R 10252 kurzen Aufenthalt, der direkt mal für eine Roocherpause genutzt wird.


Bei der Abfahrt zeigen sich im Hintergrund die Südkarpaten...


...und ein Stück weiter die hübsch verzierte Weichenwärterbude.

Jetzt konnten wir nochmal an die westliche Nebenbahn wechseln. Dazu fuhren wir zur Brücke über das Flüsschen Vărbilău kurz vor dessen Mündung in den Teleajen. Die Brücke befindet sich zwischen den Stationen Mălăești und Găvănel. Wir hatten genügend Zeit, die Blickwinkel von beiden Ufern zu testen und wenigstens das Gröbste an Müll im Flussbett zur Seite zu schieben.


Jetzt fährt auf der westlichen Strecke ebenfalls ein Wadloper: R 10227 auf der Brücke über den Fluss Vărbilău zwischen Mălăești und Găvănel.

Das sollte es nun an diesen beiden Nebenbahnen gewesen sein. Natürlich ginge hier trotz akuter Verkrautung noch viel viel mehr, aber uns reichte es zur Dokumentation und um in zehn Jahren sagen zu können "Damals, da hatte Rumänien noch richtig viele Nebenbahnen!"

Doch nun musste erstmal der Blick in die nähere Zukunft her. Es ging jetzt auf Mittag zu. Was wollten wir weiter? Ab Freitag wäre das Wetter eher in der westlichen Ebene und dort vor allem im Banat brauchbar angekündigt. Ideal wäre es, morgen gleich dort zu sein. Doch will man jetzt, wo endlich die Sonne scheint, dorthin durchstarten? Das wären sieben Stunden Autofahrt. Nein, das schlossen wir aus. Ein Thema von unserer Wunschliste läge keine zwei Stunden von hier, nämlich die schmalspurige Werksbahn von Fieni. Allerdings, so sehr uns das ursprünglich nur für südlich Bukarest angekündigte schöne Wetter entgegen gekommen war, so war klar, dass es nicht weit in die Berge hinein reichen würde. Aus dem Satbild war ersichtlich, dass die Wolkengrenze irgendwo nördlich von Fieni läge.

So verwarfen wir das und gaben Craiova ins Navi ein. Das war nun definitiv B-Ware an Programm, "irgendwas an der Hauptstrecke" und dann mit Zwischenübernachtung parallel zur E-Piste in Richtung Timișoara fahren. Was besseres fiel uns nicht ein, denn die Malaxas rund um Piatra Olt sind leider alle übel besprayt. So fuhren wir also westwärts. Doch irgendwann fragte ich Yannick, ob sich die Wolkengrenze an der Werksbahn nennenswert verschoben hätte. Nein, hatte sie nicht. Wollen wir nicht doch wenigstens paar Belegbilder der Schmalspurbahn machen? Bei solchen Betrieben weiß man nie, wie lange das gut geht. Yannick fand die Idee auch gar nicht sooo doof.

Zum Glück war die Route anfangs dieselbe, so dass wir keinen Umweg machen mussten. In Moreni bogen wir rechts ab und gelangten wieder mal durch extrem zersiedelte Täler und Berge nach Fieni. Und - oh Wunder der Technik! Der Satellit hatte richtig geschaut! Fieni lag komplett wolkenfrei, doch weiter oberhalb türmten sich die Quell- und Gewitterwolken. Wir fuhren einfach mal so weit parallel zur Bahn, bis wir in den Wolkenschatten eintauchten. Das war auch zeitgleich der Moment, an dem uns der Schmalspurzug entgegen kam! Wir schnell gewendet und aufgrund des spitzen Lichtstandes auf Höhe des Normalspurbahnhofs Țepeș Vodă den Zug sehr spitz genommen.


Das war jetzt viel zu schnell erzählt. Wir mussten nämlich ewig auf den Zug warten. Erstmal kam ein Gegenzug. Die beiden kreuzten in der Ausweiche nördlich des Normalspurbahnhofes, der hier im Bild links zu sehen ist.

Streckeninfo: Die Normalspurstrecke beginnt in Târgoviște und führt über Fieni bis Pietroșița. Im Personenverkehr fährt hier TFC mit vier Zugpaaren. Wir hatten da nachmittags einen Mettmann fahren sehen, aber wegen Konzentration auf die Schmalspur kein gescheites Bild machen können. Die schmalspurige Werksbahn gehört zum Kalkwerk von Heidelberg Cement in Fieni und wird momentan durch DB Cargo România betrieben. Sie führt von Fieni über Pietroșița (Endpunkt der Normalspur) nach Moroeni und zum Steinbruch Pucheni. Hier pendeln in der Regel drei Zuggarnituren ununterbrochen hin und her. Lediglich zu den Schichtwechselzeiten um 6 und 18 Uhr kann es zu etwas längeren Zugpausen kommen.


Die lange Wartezeit hatte sogar etwas Seitenausleuchtung gebracht. Der Südfahrer mit Lok 87 1000 in Țepeș Vodă.

Immerhin hatte das mit Sonne geklappt. Das war nicht selbstverständlich gewesen! So hatten wir schon mal ein Bild. Dann fuhren wir voraus und bekamen den Zug nochmal ebenso spitz und vor allem schräg in der Gartenlandschaft von Fieni. Das schönste Bild entstand allerdings, als wir einen Spaziergang über die Bahnhofsbrücke von Fieni absolvierten und feststellten, dass der eben fotografierte Zug nun mega fotogen vor dem Werk stand.


Nun hat der Zug die Gartenlandschaft von Fieni erreicht.


Ein Stück weiter.


Heute ist Hochbetrieb mit vier Zugumläufen. Da der eine noch in der Entladung stand, wurde "unser" Zug erstmal fotogerecht vor dem Werk abgestellt.


Nochmal etwas seitlicher.

Hatte es eben noch so ausgesehen, dass sich die Wolken aus dem Gebirge in Richtung Süden ausdehnten und uns solche Gedanken wie "das wars" und "auf zum großen Sprung" in den Sinn kamen, so schien es nun, dass die Wolken am Rande massiv zerbröselten und man sogar weiter bergwärts eine Chance auf Sonne hätte. Das mussten wir ja nun nutzen. Wir beschlossen, ein wenig Kundschaft zu fahren. Bis hinter Pietroșița, wo die normalspurige Nebenbahn aus Târgoviște endet, fuhren wir nun durch Sonne. Lediglich am oberen Ende zur Verladung hin war an Sonne nicht zu denken.

Wir stellten uns im Ortsbereich Pietroșița in einer Siedlung hin und warteten einfach mal. Leider müssen wir wohl den nächsten Zug beim Kundschaften übersehen haben. Nun kam nämlich erstmal einer von unten, den wir einfach per Video aufnahmen. Auf Höhe von Yannick, der ein Stück hinter mir stand, hielt der Zug an und der Lokführer winkte Yannick zu sich. Ehe Yannick verstand, dass der Besuch auf der Lok auch eine Mitfahrt bis vor die Verladung beinhaltete, gab der Tf wieder Gas. So wird man seinen Beifahrer los...

Der Tf hatte zwischen mir und Yannick unser deutsches Autokennzeichen gesehen. Da er mal in Deutschland gearbeitet hatte (aber nicht bei DB Cargo...), hatte er Lust auf einen kleinen Plausch auf Deutsch bekommen. Bald konnte Yannick vermelden, dass Stück weiter im Ausweichbahnhof Pietroșița (Schmalspur) mit dem Gegenzug gekreuzt würde. Leider waren die Wolken nun doch wieder dicker geworden. Bei "unserem" Motiv in Pietroșița kam die Sonne einen Moment zu spät wieder raus. Auch die anderen getesteten Motive klappten nicht. Erst in der Gartenlandschaft von Fieni klappte es einmal mit Sonne. Der Blick von der Bahnhofsbrücke war auch nichts, weil die Spitze der Lok im Schatten stand.

Soweit der eher negative Eindruck in der Hektik der Verfolgung vor Ort. Real sah es dann so aus:


Auf Höhe der Ortschaft Dealu Mare wird die Țâța (ausgesprochen wohl "Tsitsa"?) auf einer längeren Brücke gequert. Ein Stück weiter sorgt der Zug für die tragische Trennung einer Kuh von ihrer Hirtin.


Interessant ist der Bahnübergang in Țepeș Vodă. Die Normalspurstrecke hat hier einen Schrankenposten, der allerdings nicht für die Schmalspurbahn zuständig ist. Der Schmalspurzug muss vorm BÜ anhalten, der Rangierbegleiter von DB Cargo läuft zum BÜ und kurbelt die Schranke runter.


Die 87 1002 hat mit ihrem Zug nun die Gärten von Fieni erreicht.


Und nochmal von der Bahnhofsbrücke in Fieni, wo die Schatten auf der Lok gar nicht so arg auffallen. Die Wolken im Hintergrund wirken hingegen immer bedrohlicher...

Mittlerweile hatte Yannick seine Rückfahrt aus der Verladung bekannt gegeben. Dann kam die Info, dass man mit Lokschaden in Pietroșița (Schmalspur) stände. Als ich hoch fuhr, um Yannick dort einzusammeln, kam die Nachricht, dass es doch weiterginge. Wir verabredeten ein Treffen in Pietroșița, wo der Zug für Yannick am Vorplatz des Normalspurbahnhofs nochmal anhielt.

Nun war es doch fast schon wieder 18 Uhr. Wir waren nicht unfroh über diese kurze Stippvisite an der Werksbahn Fieni, auch wenn die schöneren Motive vielleicht eher Vormittagsgeschichten wären. Aber es ist ja schön, wenn man einen Grund hat mal wiederzukommen. Wir beschlossen, nun nicht mehr untenrum in Richtung Timi zu fahren, sondern den direkten Weg. Der führte talaufwärts über einen Pass. In Sinaia kam man auf die Hauptstraße von Bukarest nach Brașov über den Predealpass. Eine Unterkunft hatten wir in Râșnov gebucht. Die Fahrt war noch schön, doch im Hotel waren wir gut fertig. Zum Glück konnten wir im Hotelrestaurant essen. Danach gab es nur noch eine kleine Runde durch den hübschen Ort zwecks Wasserbeschaffung - das war es dann...


Äh, wie heißt die Stadt nochmal?

Freitag, 17.04.2026

Frühstück hatten wir nicht gebucht, denn das sollte es erst um 8 geben. Da hatten wir das Hotel schon verlassen. Westlich von Brașov fuhren wir gelegentlich durch schöne Morgensonne, doch ein Stopp erschien nicht lohnend; all zu klein waren die sonnigen Intervalle. In Codlea besorgten wir uns in einer Bäckerei Teigtaschen und Kaffee und weiter ging es. Man staunt ja immer, wie zügig man dann doch zumeist auf rumänischen Hauptverkehrsstraßen, die vom Status her eher normale Landstraßen sind, vorwärts kommt.

Ab Sibiu hatten wir wieder Autobahn. Und nach einer Folge Mordlust meldete sich das Hüngerchen. Yannick hatte eine nette Wirtschaft etwas abseits der Autobahn ergoogelt - in Bethausen. Und das war wirklich der rumänische Ortsname! Erstmals genossen wir Mici - unter ständiger Beobachtung durch eine Katze, deren Geduld am Ende von Yannick belohnt wurde. Mit diesem Essen haben wir die Terrassen-Saison 2026 eröffnet, denn es war gut warm geworden und mit Eintritt in die westliche Ebene hatte man die große Bewölkung wie versprochen verlassen. Es waren allerdings noch einige Quellwolken vorhanden.

Weiter ging es. Erst wieder Autobahn, dann nach Timișoara rein. Auf einer von Google empfohlenen Stauumfahrung gerieten wir in einem Wohngebiet mitten in eine Beerdigungsprozession. Wir wurden etwas zur Seite dirigiert, dann marschierte der Mann mit der Tuba vorneweg, dann der Leichenwagen, dann reichlich 100 Teilnehmer. Von draußen war bezogen auf unser Kennzeichen etwas wie "aaah, Deutschland!" zu hören. So landeten wir am Hauptbahnhof, der aber Timișoara Nord heißt, weil er südwestlich der Innenstadt liegt. Muss man nicht verstehen, ist aber so.


Die Regionalzüge nach Caransebeș bestehen noch klassisch aus Lok und Wagen. R 9576 verlässt Timișoara Nord.

Wir trafen hier kurz nach 15 Uhr ein. Erstmal war bis auf die Abfahrt des Nacht(!)zuges nach Iași und Rangierarbeiten auf den hinteren Gütergleisen quasi gar nichts los. Der Bahnhof ist noch herrlich alt mit bequemem höhengleichen Bahnsteigzugang. Gegen 16 Uhr setzte aber plötzlich Betriebsamkeit ein. Der "Sumpfbahnhof" füllte sich. So nannten wir den Kopfbahnhofsteil, aus dem nun die Züge für alle erreichbaren Nebenbahnen "in die Sümpfe" bereitgestellt wurden. Das mit den "Sümpfen" bitte eher sinnbildlich verstehen für eine Gegend, die einem wie das Ende der Welt vorkommt. Von Westen kamen die "AKN-Triebwagen" nach Jimbolia und Sânnicolau Mare sowie ein 628 nach Reșița Nord in den kleinen Kopfbahnhof. Von ganz hinten aus dem Bw mit Sägen über den Ostkopf näherten sich nun die echten Objekte der Begierde: Die Malaxas nach Lugoj und Stamora Moravița.


Im "Sumpfbahnhof" von Timișoara Nord stehen bereit: 609 017 als R 11157 nach Jimbolia und 77 0962 als R 9623 nach Lugoj.


Nun wird 77 0990 als R 9667 nach Stamora Moravița bereitgestellt.


Interessantes Mosaik in einem der Bahnhofsdurchgänge. Was das wohl für einen Hintergrund hat?

Unser Plan war gewesen, dem Malaxa nach Stamora Moravița auf Strecke zu folgen, wenn er auf der Süd- und Westseite sauber wäre. Das war er nun aber leider nicht. Somit trat Plan B in Kraft. Bald würde ein VT2E als R 11115 nach Cruceni starten. Die Nebenstrecke (so richtig in die Sümpfe!) hatten wir noch gar nicht beackert - auch 2015 nicht. Somit fuhren wir dem Zug voraus. Das erste Mal konnten wir ihn in Timișoara Vest aufnehmen. Dazu kraxelten wir mühsam die steile Böschung einer Straßenbrücke hoch (und vor allem später wieder runter). Von oben hatte man einen schönen Ausblick, vor allem auf die Wolke, die ihr Unwesen trieb, als der Zug bereits einfuhr. Zum Glück stand er so lange im Bahnhof, bis die Wolke bereits wieder Geschichte war.


Nun begleiten wir 609 015 nach Cruceni auf seiner Reise an das gefühlte "Ende der Welt". Als R 11115 lässt er in der Ausfahrt von Timișoara Vest die Stadt hinter sich. Dieser Vorgang passiert noch viermal am Tag - mehr Züge fahren nicht nach Cruceni.

Weitere Bilder gab es im Bahnhof Peciu Nou sowie zwischen Cebza und Giulvăz. Auf der Fahrt näherte man sich spürbar dem "Ende". Die Abstände zwischen den Dörfern waren lang geworden, auf schnurgeraden Straßen fuhr man durch diese wunderbare Weite. Es gab Felder, aber es gab auch viel wilde Wiesenfläche - kurzgeknabbert von all den Tieren, die abends auf den Teller kommen.


Wir waren erstaunt, wieviele Leute am Unterwegshalt in Peciu Nou auf den Zug in die Sümpfe (und nicht in Richtung Stadt!) warteten.


In Peciu Nou gibt es eine Trainspotterszene. Eben wurde der Zug bei der Einfahrt von dem Jungen im grauen Jogginganzug, der den Tf grüßte, gefilmt. Bei der Ausfahrt wird der Zug von der schwarz gekleideten Kapuzengestalt links aufs Korn genommen.


Streckenaufnehme des R 11115 an einer krautfreien Stelle zwischen den Halten Cebza und Giulvăz.

Dann Cruceni. Bereits am Ortsschild wird man vor Roaminggebühren gewarnt. Hinter den Mooren folgt nicht das Ende, sondern Serbien. Der Bahnhof liegt fast vor der Grenze am südöstlichen Ortsende. Wenn man den Bahnhof sieht, wähnt man sich an einer längst vergessenen Strecke. Doch dann macht es "Trööööt!" und hinter den Büschen kommt ein VT2E angefahren. Hält vorm BÜ (ist wohl La 0) und dann am --- äääh, nicht am Bahnsteig. Es gibt nämlich gar keinen. Oder höchstens ein kleines Stück Kante ohne Bahnsteig. Aber das dollste war: Der Zug hielt, mit lautem Poltern knallten die Trittstufen runter, die Türen öffneten sich und eine wahre Menschenmasse ergoss sich auf das Grün des Bahnhofs! Wir konnten nur schauen und staunen.


Warnung vor Roaming am Ortsschild von Cruceni.


R 11115 hat das Ende (zumindest seiner Fahrt) erreicht: Cruceni. Das Dorf Cruceni wurde übrigens von Deutschen gegründet.


Die Menschen strömen zum Ort.


Ein Selfie mit Zug muss natürlich auch noch sein! Das sind Kontraste! "Heute" prallt auf "vorgestern"...

Nach diesem kurzen Aufbäumen des Lebens in dieser wunderbaren ländlichen Beschaulichkeit verließen wir diesen Vorposten der EU. Auf dem Rückweg gab es noch ein Foto des Triebwagens an einem BÜ in der weiten Landschaft zwischen Rudna und Giulvăz. Die flache Weite im Abendlicht war einfach nur eindrucksvoll.


Der Ort Foeni hat zwar keinen Bahnhof, dafür aber einen hübsch am Canalul Timișaț gelegenen Friedhof mit dem Mausoleul familiei Mocioni. Neugierig habe ich diese Familie mal gegoogelt - das ist alles sehr faszinierend: https://prinbanat.ro/de/das-gutshaus-mocioni-aus-foeni/


✈ Weit ist das Land, durch das der VT2E nun als R 11116 zurück poltert. Die Bäume im Hintergrund kennzeichnen die Ufer des Flusses Timiș. Die Kirche von Rudna ragt rechts aus ihnen hervor.

Das war im Prinzip das Programm. Auf dem Weg ins Hotel konnten wir mit nur kleinem Abstecher noch den Abendzug nach Stamora Moravița beobachten, welcher ein Desiro war. Dann wussten wir das jetzt auch. Das Hotel vom Ostersonntag wollte jetzt leider ganz andere Preise haben (die es auch definitiv wert war, aber nicht für uns...). So buchten wir diesmal GBU Home - ein Self Check-in Haus. Das Eingeben des Türcodes war nicht ganz einfach. Bei der Zimmertür kam nach dem dritten Fehlversuch (weil das Tableau einfach doof zu bedienen war und man Fehler auch nicht korrigieren konnte) ein Alarmton. Bei weiteren Versuchen wurde man darüber informiert, dass die Eingabe nun blockiert sei. So haben wir wie die Deppen drei Minuten vor der Tür gewartet. Dann ging es zum Glück wieder. Das Zimmer mit einem zweiten Extra-Schlafzimner war aber schön geräumig und prima. Schräg gegenüber war ein Pizza- und Nudelbäcker, von dem wir uns dann noch paar Nudeln fürs Zimmer mitnahmen.

Samstag, 18.04.2026

Meinen Morgenkaffee konnte ich auf dem Balkon zu mir nehmen. Der Hauptgrund war, dass der Balkon ein Tischchen hatte, meine kleine Schlafkammer hingegen nicht. Aber man konnte es gut aushalten. Leider gab es in unserer Straße keine Straßenbahn zu beobachten... Das Beschäftigen mit der Wettervorhersage war mal wieder ernüchternd. Die "Wetterplanungen" für unsere zweite Urlaubswoche änderten sich auf unkalkulierbare Weise. Aber es sah gar nicht gut aus. Für heute hingegen war für die Gegend hier um Timișoara nochmal richtig schönes Wetter angekündigt. Das Konzept begann wie gestern Nachmittag mit einem Plan A und B. Wir wollten in Timișoara Nord so früh wie möglich schauen, wie der morgendliche Malaxa nach Stamora Moravița aussah. Wenn sauber, wollten wir uns logischerweise um den kümmern.

Am Bahnhof stand auch der Malaxa nach Lugoj. Der war aber auf beiden Seiten beschmiert. Und als "Malaxa" nach Stamora Moravița stand ein Desiro bereit. Die Fahrgäste dürfte es erfreut haben, uns aber weniger. Also gab es mal wieder VT2E auf den Sumpfbahnen. Dabei sah unser von Yannick entworfenes Konzept ein ziemliches Springen zwischen den Strecken vor. Als erstes fuhren wir nochmal nach Cruceni, wo der 9-Uhr-Zug günstig im Bahnhof genommen werden konnte. Leider war er so zum Stehen gekommen, dass er den Signalschatten fett im Gesicht hatte. So waren keine Variationen im Stand möglich. Aber die Ausfahrt ging prima.


Wir sind nochmal in Cruceni. R 11112 verlässt den kleinen Bahnhof in den Sümpfen.

Nun fuhren wir stramm nordwärts. Avisiertes Ziel gemäß Konzept sollte eigentlich die Ausfahrt Lovrin mit dem Esig auf dem Ausleger sein. Der einzige Zug, der da gegangen wäre, hätte allerdings noch sehr spitzes Licht gehabt. Unterwegs recherchierte Yannick, dass wir ohnehin durch Cărpiniș kämen, wo auch bald ein Ostfahrer zu erwarten wäre. Auch dort gäbe es Formsignale und ein Esig auf einem Ausleger. Offenbar war hier nur ein Weichenwärter beschäftigt, denn die Ausfahrt stand bereits auf Fahrt und er lief dann gemütlich zur Einfahrt, wo er sich auf den BÜ stellte und in die Ferne blickte. Und Ferne ist im Banat wirklich Ferne, also fast Serbien. Als die gelbe Front gaaaanz da hinten auftauchte, lief er ins Stellwerk, kurbelte die Schranke zu und zog das Signal. Cărpiniș liegt an der Strecke von Timișoara nach Jimbolia, auf der Regio Calatori unpaarig fünf- bzw sechsmal am Tag fährt. Weiter nach Serbien geht es "natürlich" schon lange nicht mehr.


R 14256 aus Jimbolia erreicht den Bahnhof Cărpiniș. Mit diesem Bild hatten wir unglaubliches Glück. Wir hatten da zwar paar Lichtsignale irgendwo im Gras liegen sehen, aber die wirkten, als ob sie aus einem längst vergessenen Projekt gestammt hätten. Doch einen Monat später waren sie tatsächlich aufgestellt, wie aktuelle Bilder belegen.


Und die Abfahrt.

Die Ausfahrt Lovrin konnten wir nun nicht mehr schaffen. Wohl aber den betreffenden Zug paar Häuser weiter in Biled. Dorthin war es gar nicht weit. Und plötzlich hatten wir wieder viel Zeit. Bis Biled gibt es sogar noch Güterverkehr zu einem Tanklager. Und neulich stand hier auch ein abgestellter Getreidezug.


Nun sind wir im Bf Biled und erwarten R 11196.

Diesem Zug konnten wir ein kleines Stück voraus fahren. Nur ein Dorf weiter, nach Becicherecu Mic, dessen Haltepunkt aber Pescărețu Mic heißt. Ein Dorf weiter, und doch mussten wir hier schon wieder 20 Minuten auf den Zug warten. Und dann hatte er auch noch fünf Minuten Verspätung, als er fast im Schritttempo angeschlichen kam. Da war der Kaffee beim Fdl Biled wohl besonders gut gewesen. Ich nahm mit der Drohne einige Einstellungen im Orts- und Hp-Bereich.


✈ Am Friedhof von Becicherecu Mic blüht der Flieder, als R 11196 ihn im Schritttempo passiert.


Nun erreicht R 11196 den Hp Pescărețu Mic.


✈ Zwischen Raps und Ortskulisse Becicherecu Mic verlässt R 11196 den Hp Pescărețu Mic.

Das Programm ging weiter. Als nächstes sollte es ein nach Arad ausfahrender Zug in Periam sein. Das war alles etwas kompromissbehaftet, weil auf den Gleisen Raps wuchs. Um Höhe zu bekommen, wählte ich die Drohne, konnte aber auf dem Display nicht erkennen, ob ich die Signale frei von Masten hätte. Und der Zug war doch höher als erwartet, so dass ich im letzten Moment noch ein Stück nach oben gegangen bin und deshalb zu spät ausgelöst habe. Egal, war eh Hochlicht.


✈ Irgendwie fand ich das Bild dann doch noch ganz brauchbar: Auf dem hinteren Gleis verlässt R 11180 Periam in Richtung Arad. das vordere Gleis führt nach Timișoara. Wie meistens in Rumänien wurde das Ausfahrsignal unmittelbar nach Vorbeifahrt des Zuges wieder auf Halt gelegt.

Aus diesem Grunde sollte jetzt auch erstmal was zu essen her. Über eine mit 90 km/h zugelassene Landstraße, auf der zahlreiche mit 10 km/h befahrbare Schwellen eingebaut waren (früher hatten sie Schlaglöcher, jetzt baut man so einen Quatsch...) querten wir den Mureș. Yannick hatte ein Restaurant hinter Pecica ausgewählt, das sich dann aber als SB-Laden mit für uns etwas undurchsichtigem Konzept herausstellte. Ich war quängelig und Yannick war maulig, weil ich quängelig war. Hauptsächlich war das mal wieder der Konflikt zwischen analog und digital. Wir waren durchaus an mindestens einem anderen Gasthof vorbeigekommen, der sympatisch aussah und wo ich sofort eingekehrt wäre. Früher hat man das schließlich nur so gemacht. Yannick fand aber, dass nur das SB-Restaurant hier in der Gegend bei hinreichend Bewertungen eine hinreichend gute Note hätte.

Ok, ich hatte zB die Wirtschaft "Terasa Sophia" gesehen. Die war in Pecica mitten im Ort. Wir fuhren dorthin zurück. Ich glaube, soooo gut hatte Yannick seine SB-Massenabfütterungsstelle auch nicht gefallen. Wir bekamen einen schönen Platz auf der Terasa, wurden total freundlich empfangen, aber leider gab es heute nur Suppe oder Pizza. Ok, wir hatten eher an Gegrilltes gedacht. Punktabzug für analog? Nee, denn digital hätte eigentlich wissen müssen, dass die andere Anstalt SB Massenabfütterung war - wenn auch vielleicht sehr hochwertig. Pizza hatten wir auf dieser Tour noch gar nicht, und die Pizza war dann auch richtig gut - ebenso wie der Kaffee hinterher. Punkt für analog? Ach, lassen wir das...

In Pecica waren wir bereits an der richtigen Strecke. Hier, nördlich des Mureș, geht es von Arad aus immerhin siebenmal am Tag in die Sümpfe. Wobei da am Ende mit Nădlac noch eine richtig große Stadt an der ungarischen Grenze kommt. An dieser Strecke hatten wir auch noch nichts gemacht. In Pecica konnten wir sogar direkt unser Nachmittagsprogramm einläuten. Es war nun 15 Uhr durch. Am östlichen Ortseingang warteten wir den nächsten Zug nach Nădlac ab.


Zwischen Autobahn und dem Städtchen Pecica brummelt R 11125 pünktlich an uns vorüber.

Den gab es dann nochmal an der Halta Șeitin. Nebenan stand ein Häuschen, das gerade eine Holzlieferung bekommen hatte. Man war dabei, das Holz klein zu sägen und wegzuräumen. Spätestens, als deren kleine Hunde uns neugierig anbellten und wir mit denen "sprachen" grüßte man uns auch. Offenbar war denen klar, was wir wollten. Als zur Planzeit vom Zug weder was zu hören noch zu sehen war, lief einer der Männer zum Gleis und blickte in die Richtung, aus der der Zug kommen sollte, schaute dann demonstrativ auf seine Uhr und zuckte zu uns nur die Achseln. Offenbar hatte man den Fahrplan im Kopf und war not amused darüber, dass "seine" Eisenbahn nicht pünktlich performte... Wo die neun Minuten Verspätung wohl herkamen? In Pecica war er noch pünktlich. Als der Zug stand, die Trittstufen runtergepoltert und die Türen geöffnet waren, ergoss sich wieder ein riesiger Schwall Reisender.


Auch in Șeitin kann man nicht behaupten, dass der Haltepunkt nicht genutzt würde.

Den Endbahnhof, der weit vor den Toren der Stadt Nădlac lag, wähnten wir unbesetzt wie die anderen Endpunkte der ganzen Sumpfbahnen. Signale gab es nicht. Aber zu unserer Überraschung trat dann doch eine rotbemützte Kollegin vor die Tür, um dem Zug für die Rückfahrt den Befehlsstab zu zeigen.


R 11125 hat seine "final destination" Nădlac erreicht.

Somit Haken an diese Strecke. Wir fuhren in das "Banater Kernnetz" zurück. Es ging wieder die Huppelstraße über den Mureș. Von dieser Seite war immerhin erklärt, dass es durch ein Wildreservat ginge und dass man auch nur 40 fahren durfte. Ok, mit 40 über die Huppel und der Stoßdämpfer hätte "tschüß" gesagt... Huppel so zu bauen, dass man sie mit exakt der zulässigen Geschwindigkeit (und keinem km/h mehr) befahren kann, bekommen wohl nur die Norweger hin.

Ok, wir hatten auch überlegt, was wir noch machen könnten. Die Sumpfbahnen sind schon klasse, und ich liebe die Landschaft und die ursprüngliche Ländlichkeit des Banat. Aber die VT2E hatten wir nun langsam mal gesehen. Alternativen standen allerdings nicht zur Verfügung. Höchstens ein 628 von Resița irgendwo bei Jebel oder ein Malaxa von Lugoj. Das wären aber weite Ortswechsel gewesen. Der Malaxa wäre dann vermutlich beschmiert - das will man ja auch nicht. Somit beschlossen wir, diesen wettertechnisch wunderbaren Tag hier in der Gegend auslaufen zu lassen. Ein Zug von Arad über Periam nach Sânnicolau Mare stand bald an. Kümmern wir uns um den!

Wir begannen an den Haltepunkten Felnac und Sânpetru German (Deutsch St Peter) zu schauen, doch das war alles ziemlich verbuscht. Ich nahm letztendlich in Felnac den Güterschuppen als Kulisse, während Yannick eine spitze Idee für das eigentliche Motiv, das Stationsgebäude im sehr gut belüfteten Stil, hatte. Der Lokführer fand das alles großartig. Jetzt und bei allen folgenden Motiven wurde aufs Herzlichste gewunken und getrötet. Das beste aber war: Es tauchte nicht der erwartete VT2E auf, sondern ein 628! Unser Wunsch nach etwas Abwechslung wurde erfüllt!


Das EG von Felnac hat "Klima" durch und durch.

Hinter Felnac gab der 628 richtig Gas! Wir fuhren ein ganzes Stück, bis wir ihn wieder eingeholt hatten. Erst hinter Periam kroch er nur noch im Schritttempo durch die Felder. Wir bekamen ihn nochmal in Secusigiu, zwischen Periam Port und Periam, im Bahnhof Periam, am Hp Saravale und letztendlich in Sânnicolau Mare. In Periam und Sânnicolau Mare gab es sogar Treffen mit anderen Zügen des Banats - im herrlichen Abendlicht!


Der pikobello saubere 628 erreicht als R 11186 den Bahnhof Secusigiu.


Das nächste Mal erwarten wir R 11186 zwischen Periam Port und Periam.


In Periam trifft der 628 einen Desiro aus Timișoara, der ab hier weiter nach Lovrin fahren wird.


Weiterhin muss noch der eigene Gegenzug nach Arad abgewartet werden.


✈ Nun ging es weiter. Fernab des Ortes liegt die Halta Saravale, wo R 11186 nur kurz gehalten hat.


Nun erreicht R 11186 seinen Endbahnhof Sânnicolau Mare.

Zum Schluss bekam auch noch der freundliche, aber leider etwas humpelnde Bahnhofshund von Sânnicolau Mare die Reste meiner Leberpastete geschenkt, die ich mir zusammen mit Cräckern als Frühstück in einem Dorfladen besorgt hatte. Als Yannick begann, den Inhalt der Dose mit einem Stöckchen auf den Bahnsteig zu kippen, meinte ich, dass er das doch nicht machen könne. Doch einen Happs später sah der Bereich nur noch aus wie frisch gewischt. Der Hund war auch so schlau und leckte den Stock nur ab, als wir ihn mit den ausgekratzten Resten hinhielten.


Man könnte sagen, dass der Bahnhof Sânnicolau Mare nun voll sei. Aber bald begann man durch Umsetzen von Triebwagen Platz für die weiteren Züge des Abends zu schaffen.

Dann ging es nach Timișoara zurück, wo wir erst nach 20 Uhr eintrafen. Da wir keinen so riesigen Hunger hatten, bestellten wir wieder was beim Nudelmann schräg gegenüber. Die hatten heute allerdings gut zu tun. Die Wartezeit betrug 45 Minuten. Yannick war so nett, den Kram später abzuholen...

Und nun? Morgen wollten wir hier auschecken. Aber was würde das Wetter in der kommenden Woche noch zulassen? Wir hatten schon noch Lust, dieses herrliche Land weiter zu beackern, und mussten in den vagen Wettervorhersagen nach Möglichkeiten suchen. Aber es sah aktuell so aus, dass Rumänien anstrengend bleiben würde, während sich in Deutschland für die zweite Wochenhälfte ein größeres Hoch ankündigte.

Sonntag, 19.04.2026

Heute sollte zumindest der Tagesbeginn noch schön sein. Nachdem wir die Malaxa bisher nur beschmiert erlebt hatten, wollten wir heute Morgen mal auf den Triebwagen nach Reșița setzen. Wir hofften auf einen 628. So machten wir uns um 7:30 auf den Weg. Als erstes steuerten wir den Bahnhof Jebel an. Es kam tatsächlich ein 628, und zwar ein pikobello sauberer.


Im schönen Morgenlicht erreicht R 11103 den Bahnhof Jebel.

Den mochte man gern nochmal mehr nehmen. Wobei wir uns mit zwei weiteren gezielten Bahnhofsansichten begnügten, eine in Gătaia und eine in Vasiova.


Im einstigen Nebenbahnknoten Gătaia begegnet R 11103 vielen Formsignalen.


Ein letztes Mal begegnen wir R 11103 im Bahnhof Vasiova, der allerdings nur noch mit einem Schrankenwärter besetzt war.

Dort ließen wir vom 628 ab, denn so konnten wir noch den Zug nach Anina kurz hinter Oravița machen. Die Fahrt über eine schrumpelige Nebenstraße war etwas mühsam. Aber dann konnten wir das Auto nördlich Oravița an der Straße parken und in die wunderschönen wilden Wiesenhänge hochlaufen. Ringsherum kurvt das Gleis des "Banater Semmerings" in die Höhe und quert hier auch drei Viadukte. Mit Hilfe der Drohne konnte ich den Aufwärtsfahrer auf allen drei Viadukten fotografieren.

Die Strecke Oravița - Anina nennt sich auch "Banater Semmering", weil sich die Strecke über Viadukte und durch Tunnel durch das Gebirge kämpft. Der mittlere Teil rund um den Passtunnel führt durch Gegenden abseits jeder Siedlung oder Straße. Irrwitzigerweise gibt es dort sogar noch besetzte Unterwegsbahnhöfe. Dabei fährt hier CFR nur ein einziges Zugpaar, das minimal touristisch beworben wird, das aber auch zur Erschließung der wenigen Siedlungen in den Wäldern dient. Leider ist die Strecke heute ein Inselbetrieb, da die Zubringerstrecke unten in der Ebene stillgelegt ist bzw höchstens noch für Fahrzeugüberführungen genutzt werden kann.


✈ Oberhalb von Oravița schlängelt sich die Strecke über drei Viadukte in die Höhe.


R 9695 besteht aus einer Lok der Baureihe 69 und zwei kurzen Personenwagen, die wegen enger Kurvenradien speziell auf dieser Strecke benötigt werden.


✈ Ein dritter Viadukt folgt kurz vor Brădișoru de Jos.

Am liebsten hätte man sich dort einfach lang in der Sonne ausgestreckt. Aber ich denke wohl immer zu "gemütlich". Natürlich sollte es von dem Zug auch noch ein Bild von der Einfahrt in Anina geben. So querten wir den Bergpass und fuhren nach Anina rüber. Als erstes kundschafteten wir bis zu der Stelle, wo der Zug aus dem alten Zechengelände hervorkommt. Yannick gefiel das und blieb direkt dort. Mich hatte die Fußgängerbrücke am Bahnhof angelacht. Die sah zwar ziemlich rostig aus, aber man hatte einzelne Stufen sogar durch neue chromeglänzende ersetzt. Nur ein Zwischenpodest zwischen zwei Treppen war abgängig. Dort klaffte ein Loch. Selbstverantwortliches Aufpassen war hier gefragt... Der Zug rollte dann im Schritttempo in den Bahnhof.


Nachdem der Zug seinen Weg durch abgelegenste Gebirgslandschaften fernab jeder Straße genommen hat, erreicht er das Zechengelände der einstigen Bergbaustadt Anina...


...und erst sechs Minuten später den Bahnhof.


Der Zug war gut besetzt. Die Fahrgäste machten eher einen touristischen Eindruck, als sie den Zug in Anina verließen.

Als wir wieder vereint waren, überlegten wir die weiteren Optionen. Weiter ostwärts fahren und Bilder an der Hauptstrecke machen? Oder lieber hier auf die Rückfahrt warten? Noch hatte sich das Wetter ja topp gehalten. Allerdings waren einzelne Quellwolken aufgekommen. Egal, jetzt war man hier, da konnte man auch die Rückfahrt machen. Mit etwas Proviant vom Penny fuhren wir am nördlichen Ortsrand bis zu einem kleinen abgeschiedenen Weiler, von dem wir einen steilen Pfad zu einem Viadukt hochstiegen. Da saß man bald auf einer kleinen Halde und konnte nur hoffen, dass die nicht das Rutschen kriegt. Ansonsten war der Blick auf den Frühlingswald aber wunderschön.


Nachdem der Zug auf der Rückfahrt als R 9694 Anina verlassen hat, taucht er bereits wieder in die einsame Waldlandschaft ein.


Ein Bild von Autochen war längst überfällig... Hier steht es in dem kleinen Weiler zu Füßen des Viaduktes.

Während der Wartezeit war einmal ein Wolkenschatten durchgezogen, doch zum Zug war es völlig stressfrei. Da die von Westen angekündigte Schlonze bzw Wetteränderung noch immer nicht präsent war, sollte es natürlich auch noch ein Bild in den traumhaften Wiesenhügeln vor Oravița geben. So ging es nach dem Hinabsteigen des Hanges mit dem Auto wieder über den Berg auf die andere Seite, wo wir uns beim Gezwitscher der Feldlerche noch zwanzig Minuten im Gras der wunderbaren Wiesenhänge ausstrecken konnten. Das Licht war mittlerweile wieder richtig schön geworden und der Zug kam wunderbar. Im Anschluss konnten wir noch die Lok im Bahnhof Oravița beim Wegsetzen aufnehmen.


Auf der anderen Seite der Berge geht es für R 9694 wieder durch die offene Wiesenlandschaft auf Oravița zu.


Lokumlauf im Bahnhof Oravița.


Die Lok verschwand irgendwo hinterm Lokschuppen in der Abstellung.


Ob das Personal mit diesem Goggomobil wohl gelegentlich Ausflugsfahrten unternimmt? Was dafür wohl die Zugmaschine ist?

Wow, das war ja noch ein richtig tolles Programm geworden! Wahnsinn, da hatten wir nicht mit gerechnet. Wir beschlossen, nochmal eine Nacht in Timișoara zu verbringen. Warum nicht noch ein drittes nagelneues Hotel ausprobieren? Diesmal landeten wir im Hotel Branco. Man hatte nicht mit uns gerechnet; unsere Buchung kreiste wohl noch bei booking.com... War aber alles kein Problem. Und unser Auto war das einzige auf dem Parkplatz.

Da dies wohl unser letzter Abend in Rumänien wäre und wir nicht groß zu Mittag gegessen hatten, wollten wir nochmal in die Innenstadt zu dem tollen Restaurant des ersten Abends. Dazu liefen wir zur Straßenbahnstation Drubeta, von der wir mit der 7 direkt in die Stadt fahren konnten. Als wir die Kreuzung zu Fuß erreichten und nach rechts zu unserer Haltestelle blickten, kam dort laut heulend ein alter Bremer Hansawagen zum stehen. Der war unser! Besonders viele dieser (nicht modernisierten) Züge haben wir nicht im Einsatz erlebt...


Der ex Bremerhavener und Bremer Straßenbahnzug 3476 begegnete uns immer wieder - als einziger nicht umgebauter Zug dieser Serie. Nun durften wir sogar mitfahren.


An der Piața Sfânta Maria mussten wir allerdings aussteigen, weil der Zug aussetzte. Für eine Station mussten wir doch noch eine andere Linie nehmen.

Im Restaurant Boulevard gab es die große Fleischplatte für zwei. Ja, die konnte was! Anschließend wollte Yannick unbedingt noch in den Verkaufsraum einer Microbrauerei, den er dann auch halb leer kaufte. Danach versuchten wir von der Piața Libertății eine Verbindung zu unser hotelnahen Station Constantin Brâncoveanu zu finden, die uns aber eine Viertelstunde Aufenthalt an der Haltestelle Transsilvania einbrachte. Nach 21 Uhr fuhr man halt nicht mehr gar so häufig...


Die große Fleischplatte für zwei im Restaurant Boulevard.


Beim Umsteigeaufenthalt in Transsilvania kam auch wieder ein alter Bekannter des Weges.

Montag, 20.04.2026

Dies war wieder eines der Hotels, wo die ganze Elektronik besonders ausgeklügelt sein sollte. Statt eines einfachen Temperaturreglers gab es ein kaum bedienbares Display, dessen Bedienung man sich erstmal zusammenreimen musste. Am Ende fragte man sich dann, ob man doch falsch bedient hat oder ob die Klimaanlage einfach nur defekt war. Jedenfalls war es extrem warm und stickig. Wir machten das Fenster auf, hatten aber fast das Gefühl, dass nun irgendeine Heizung dagegen an heizt - obwohl auf dem Display die von uns eingestellten 18 Grad standen. Auch die Lichtschalter waren irgendwie "anders" und undurchsichtig. Das Dümmste war, dass auf dem Flur vorm Klo das Licht per Bewegungsmelder anging, damit man auch ja nicht nachts diskret zum Klo gehen konnte.

Wir hatten uns nun final entschieden. Zwar würde man hier in der Region auch in der zweiten Urlaubswoche was machen können, aber noch mehr VT2E mussten jetzt auch irgendwie nicht sein. Und das Thema Malaxa hatten wir wegen des Geschmiers gedanklich aufgegeben. Ist ja nicht so, dass man die nicht anderswo schon vernünftig bekommen hätte... Für alle anderen Teile Rumäniens - vor allem die, die uns interessiert hätten - war hingegen für die ganze kommende Woche kaum Sonne angekündigt. Das wäre sehr unentspannt geworden. In Deutschland hingegen sollte die zweite Wochenhälfte nach wie vor passabel werden; und auch Deutschland stand auf unserer Wunschliste. Somit gab es ein entspanntes Frühstück und gegen 9:30 setzten wir uns in Bewegung.

Die Fahrt war größtenteils angenehm, aber "anders" als die Hinfahrt am Wochenende. Heute war Montag und die Autobahn in fester Hand der LKWs. Mit nur mäßiger Übertreibung konnte man sagen, dass die LKWs auf der rechten Spur eine durchgehende Kette von Rumänien bis Dresden bildeten. Der PKW-Verkehr war aber bis vor Budapest und dann immer mal wieder abseits der Hauptstädte eher mäßig, so dass man gut vorwärts kam. In Rumänien brachen wir bei Regen auf, über Ungarn lachte die Sonne und in Tschechien ging die Welt in sintflutartigem Regen unter. Mittagessen gab es bei Burger King in Tatabanya. Die Auswahl war ganz schön anders als sonst so.

Durch Prag gab es paar Stockungen, doch bald sank die Fahrzeit bis Dresden auf unter eine Stunde. Die Fahrt auf das Erzgebirge zu mit vielen markanten Bergkegeln wurde stimmungsvoll unterstrichen durch eine ganz besondere Lichtstimmung zwischen all den dunklen Wolken. Schon irgendwie lustig: Da fährt man von Süden auf das Erzgebirge zu und das Navi sagt, dass man in 39 Minuten in Dresden sei. Ist halt doch ne bischen kleinere Gebirgsquerung als die Alpenpässe...

An Grenzkontrollen hatten wir auf dem Hinweg keine einzige. Jetzt auf der Rückfahrt waren die Ungarn an der ungarisch-slowakischen Grenze mit einem beträchtlichen Personalaufgebot zugange. Aber uns schien es, dass man sich nur für die e-Vignette interessierte. An der tschechisch-deutschen Grenze wurde man auch über einen Parkplatz geleitet, wo einige Polizei zugange war. Wir wurden aber durchgewunken.

So trafen wir nach 10,5 Stunden Fahrt (inklusive einiger Pausen natürlich) vor unserem Gasthof "Landhaus Lockwitzgrund" ein. Deutsche Gastlichkeit hatte uns wieder. Auf der Website der Unterkunft wurde verraten, dass es selbstverständlich Videotext und seit Januar 2010 sogar WLAN gäbe! In dem schön gelegenen Haus bekamen wir eine große Räumlichkeit mit zwei Schlafräumen, Esstisch und gemütlicher Sofaecke. Da fühlte man sich spontan wohl. Das Abendessen wurde daher auch hier verrichtet, nachdem wir uns noch paar Kleinigkeiten im Supermarkt besorgt hatten.

Dienstag, 21.04.2026

Die Wolken sollten von Norden aufreißen. Eigentlich war der Plan, rund um Straßgräbchen Bernsdorf nach Güterzügen zu schauen, doch da war irgendwie tagsüber gar nichts eingelegt. So wählten wir als Ersatzprogramm die Döllnitzbahn, wo mit den "Schüler"zügen ja "richtiger" Nahverkehr angeboten wird. Die Anführungszeichen seien bitte gestattet, da dieser Verkehr schon etwas eigenartig ist. Welcher Schüler nutzt zB den Zug um 10:20 ab Mügeln? Und warum sind die Abfahrten nicht in der elektronischen Fahrplanauskunft zu finden? Egal, es gibt die Bahn und sie sollte heute fahren. Auf den feuerroten Triebwagen hatten wir schon Lust. Was kann es für eine passendere Fortsetzung von unserem rumänischen Nebenbahnprogramm geben?

Unter dichter Wolkendecke fuhren wir in Dresden los. Der Berufsverkehr auf der Autobahn war dicht, aber noch gut flüssig. Nördlich von Döbeln verließen wir die Autobahn und steuerten eine erste Stelle zwischen Kreischa und Naundorf an. Bald ließen sich die Tröööts in der Ferne hören. Die Digitalfraktion (Y) wusste gleich, dass so der VT nicht klingt, denn er hatte den Tröt des VT schon in einem Filmchen gehört. Tatsächlich war es eine Diesellok, die mit zwei Wagen angefahren kam. Das war uns ja fast noch lieber.


✈ Zwischen Kreischa und Naundorf kommt P 102 angefahren.


Und nochmal von unten.


Zwischen Schweta und Mügeln begegnet uns der Zug erneut.

Wir fuhren dem Zug bis Mügeln hinterher, wo die Lok umlief und mit den Wagen erstmal im Bw verschwand. So ging es erstmal in die Stadt zum Bäcker und dann warteten wir auf die Wieder-Bereitstellung für den 10:20 Service to Oschatz. Den konnten dann auch bei der Ausfahrt nochmal prima umsetzen.


Nun wird P 103 im Bahnhof Mügeln bereitgestellt. Dabei rangiert er für uns fotofreundlich erst am Empfangsgebäude vorbei,...


...bevor er am Bahnsteig zum Stehen kommt.


Nun verlässt P 103 den Bahnhof Mügeln.

Was nun? Südwärts durfte man nicht, denn spätestens in einer Linie Dresden - Leipzig würde man in die Wolken fahren. Warum also nicht einfach für die restliche Stunde bis zum Hochlicht an die Hauptstrecke stellen? Wir fuhren nach Bornitz, wo der Blick von der Brücke nach etwas Vegetationspflege sehr nett war. Paar Güterzüge waren auch im Zulauf, brauchten dann aber doch noch so lange, dass das Licht von der Front der späteren Züge quasi verschwunden war.


Metrans kommt mit einer Ladung Containern aus dem Hamburger Hafen durch Bornitz gefahren.


Es folgt irgendwann RE 16515.

Zum Mittag ging es nun nach Riesa. Wir hatten Lust auf chinesisch. Der erste richtige chinesische Gasthof am Stadtrand hatte leider dicht, obwohl er lt Google hätte offen haben sollen. Punktabzug für digital ;-) Aber in der Stadt gab es auch noch einen Chinamann, dessen kleines Lokal sich gut füllte. Das Essen war lecker. Und der Weg dorthin bescherte einen schönen Blick auf das "blühende" Rathaus. So richtig in Ruhe fotografieren konnte ich allerdings nicht, denn Yannick hatte Hunger und ließ mich das auch wiederholt wissen.


Das blühende Rathaus von Riesa.

Während des Essens war leider etwas gequollen, und zwar viele Wolken am Himmel. Das war jetzt wirklich rapide gegangen, von 1 auf 80%. Egal, wir zogen unsere Planung weiter durch. Als nächstes wollten wir uns den Bahnhof Neuburxdorf anschauen. Der liegt eine halbe Stunde nördlich von Riesa an der Strecke Falkenberg (Elster) - Zeithain, einer zweigleisigen elektrifizierten Hauptstrecke ohne Personenverkehr. Dort konnten wir trotz der Wolken immerhin zwei Züge aufnehmen - unter anderem sogar einen von der hier abzweigenden Nebenbahn von Mühlberg. Der schön uniforme Baustoffzug blieb dann noch eine ganze Weile im Bahnhof stehen, so dass wir auch die Drohne an die andere Ausfahrt schicken konnten.


ČD Cargo kommt mit Containern durch Neuburxdorf gefahren.


Aus Richtung Mühlberg fährt HHPI mit einem Steinzug in den Bahnhof Neuburxdorf ein.


Etwas weiter im Bahnhof.


✈ Im Bahnhof Neuburxdorf muss noch etwas gewartet werden, so dass ein Drohnenbild vom Zug und dem im Hintergrund drohenden "Nichts" in Form eines großen Wolkenschattens möglich ist.


✈ Zwanzig Minuten später gibt es nochmal eine ähnliche Möglichkeit.

Nach dieser höchst entspannten Aktion fuhren wir rüber nach Wülknitz an der Strecke Elsterwerda - Zeithain. Wir hofften, den EC 134 von Wrocław dort fotografieren zu können. Die weite offene und vor allem einsame Landschaft, durch die es ging, fand ich schon wieder faszinierend. In Wülknitz wartete aber eine böse Überraschung. Der eigentlich auch noch mit Alttechnik ausgestattete Bahnhof wurde gerade komplett umgegraben. Nutzte eh alles nichts, denn der EC hatte keine Chance gegen die Wolken.

Bei dieser geringen Sonnenchance noch aktiv zu bleiben erschien nicht mehr gar so sinnvoll. Somit legten wir uns die Karten, womit wir morgen starten wollen, und reservierten eine Pension in Rochsburg. Dorthin hatten wir noch knapp anderthalb Stunden durch die wunderschöne Hügellandschaft Sachsens zu fahren. Natürlich schien auf der Fahrt dauerhaft die Sonne. Aber noch für irgendeinen Zug an irgendeine Strecke zu fahren, erschien sinnlos. Unsere Pension Muldeschlösschen befand sich direkt am alten Bahnhof Rochsburg mit Blick auf die namensgebende Burg.


Aus dem Zimmer haben wir einen perfekten Ausblick auf die Rochsburg.


Unsere Pension ist das gelbe Gebäude oberhalb des ersten/zweiten Wagens. Hp Rochsburg 1993.

Nach dem Bezug des Zimmers unternahmen wir noch eine kleine Reise zum nächsten Edeka in Geithain. Der hatte so spät zwar weder Fleisch von der Bedientheke noch eine Salatbar im Angebot, aber ein abgepackter Krautsalat mit Kabanossi tat es auch...

Mittwoch, 22.04.2026

Angesichts unseres Übernachtungsortes ist unser Thema für zumindest die erste Tageshälfte sicher keine Überraschung mehr. Uns interessierte der RE6 Leipzig - Chemnitz, der zumindest noch teilweise lokbespannt fahren sollte. Dummerweise meinte 55p.cz zu wissen, dass ausgerechnet heute die Umläufe von Triebzügen und Lokbespannten vertauscht seien. Das wäre für unsere Motivplanung ziemlich doof. Na gut, um 7:30 verließen wir die Pension, in der das Frühstück leider erst ab 8:30 angeboten wurde, wo man sich aber vorher schon Kaffee nehmen konnte. Der erste Programmpunkt sollte der Göhrener Viadukt von der Ostseite sein. Wir konnten die Drohnen am Ortsrand von Cossen steigen lassen.


✈ RE 74167 rollt über den Göhrener Viadukt und quert auf diesem die Zwickauer Mulde.


✈ Der Gegenzug RE 74164 besteht aus dem, was hier eigentlich fahren soll: Batteriezüge aus der Alstom Coradia Continental Serie.

Der Nachschuss war der Lokbespannte gewesen. Somit schien der Umlauf doch planmäßig zu sein, was uns recht war. Für den nächsten Südfahrer hatten wir uns die lange Gerade zwischen Narsdorf und Geithain ausgesucht. Dummerweise treffen sich die Züge beider Richtungen in diesem Abschnitt. Na ja, immer positiv denken... Es gab hier jedenfalls einige Variationsmöglichkeiten. Frühzeitig war der Akkutriebwagen von hinten gekommen, so dass hinsichtlich Zugbegegnung die Gefahr gebannt war.


Zwischen Geithain und Narsdorf kommt RE 74166 angefahren.


Und nochmal mit freiem Bahnwärterhaus.


✈ Später kommt er auch noch an meiner Drohne vorbei.

Da unten an der Bahn waren wir herrlich ungestört gewesen. Doch als wir den Feldweg rückwärts fahrend wieder auf die Hauptstraße trafen, gab es von einem älteren Herrn, der wohl gegenüber der Einmündung wohnte, ein strafendes Kopfschütteln. Doch bald waren wir seinen strengen Blicken entschwunden und besorgten uns in Geithain erstmal Frühstück. Damit stellten wir uns nun an eine zweite Stelle entlang der langen Geraden, wo man einen schönen Blick auf die Türme der Stadt hatte. Auch hier tauchte der Akku zeitig von hinten auf, so dass keine Gefahr des Zufahrens mehr bestand.


Eine Stunde später folgt RE 74168, der gerade Geithain verlassen hat.


Derselbe Zug oben von der Chaussee erblickt.

Damit waren die beiden Lokbespannten erstmal durch. In den nächsten beiden Stundenlagen kämen die Lokbespannten von hinten und der Akku von vorn. Für einen Nachschuss schauten wir uns die Außenkurven von Himmelhartha und Göhren an und entschieden uns für Göhren per Drohne.


✈ Auch Nachschüsse müssen verwertet werden: RE 74173 rollt am Ortsrand von Göhren an einer blühenden Pferde-Äppel-Weide vorüber.

Anschließend fuhren wir südwärts und erkundeten die weitere Strecke. Oder anders gesagt: Digital Entdecktes musste analog verifiziert werden. Und das war nicht immer von Erfolg gekrönt... Wie gesagt - das war erstmal nur Erkundung. So landeten wir bereits eine Stunde "vor Plan" am Bahrebachmühlenviadukt zwischen Chemnitz Küchwald und Wittgensdorf oberer Bahnhof. Mit den Kameras in der Hand sorgten wir auf der benachbarten 30er Zone unbeabsichtigt für sehr gesitteten Verkehr. Zunächst gab es auf dem Viadukt erwartungsgemäß nur Akkutriebwagen und Regiotrams zu sehen. Doch dann näherte sich der Lokbespannte.


Der Bahrebachmühlenviadukt wuchert gefühlt zunehmend zu. Die kleine CB 80017 ist immerhin noch zu erkennen.


Es folgt RE 74174, der sein Ziel Chemnitz fast erreicht hat.

Für den zweiten lokbespannten Südfahrer hatten wir uns eine Gerade südlich von Narsdorf ausgesucht. Dort blühte sogar ein Rapsfeld. Leider hatten wir nicht so irre viel Zeit, verschiedene Ansichten zu probieren. Mein Motiv war zwar schön, aber am Ende war der Zug doch irgendwie stärker im Schatten als ich erwartet hatte. Yannick war zu guter Letzt noch ein Stück weiter gelaufen.


Ein Stück hinter Narsdorf kommt RE 74176 an einem Rapsfeld angefahren.


Weiter hinten mit noch mehr Raps.

Nun sollten die beiden Lokbespannten wieder nordwärts fahren. Dazu hatten wir als must have den Göhrener Viadukt von der Westseite. Das war dann auch sehr hübsch dort, zumal man im Vordergrund einen Blühbusch hatte.


Nun gibt es den Göhrener Viadukt aus der bekannten Perspektive von Westen. RE 74181 fährt oben drüber.

Danach waren wir etwas am Knobeln. Die Überlegung war, doch nochmal dem EC aus Polen aufzulauern - diesmal allerdings im Stadtgebiet von Leipzig. Vorher konnte man noch den RE6 um 16:21 ab Leipzig Hbf irgendwo nehmen - aber halt nicht zu weit südlich. Die Wahl fiel auf den Stadtteil Hartmannsdorf, wo der Lichtstand passte und sowohl ein BÜ als auch der verlodderte Hp motivlich in Frage kamen.


Auch im Stadtgebiet von Leipzig kann es ländlich zugehen: RE 74182 erreicht aus Richtung Hbf kommend den Stadtteil Holzhausen.


Es folgt "Der Geithainer", die RB 16685, die nun erstmal in Leipzig-Holzhausen halten wird.

Dann ging es so richtig in den Leipziger Stadtverkehr hinein. Das ging aber besser als erwartet. Letztendlich landeten wir im Stadtteil Schönefeld. Wir parkten zwischen Wohnblöcken und Schrebergärten (hierzulande spricht man wohl von "Datschen") und liefen einen Fuß- und Radweg auf die Fußgängerbrücke Kohlweg. Vom Straßenverkehr hatte man dort seine Ruhe. Aber ein Volk hing da ab... Paar kiffenden Arabern mussten wir erstmal erklären, was wir da fotografieren. Eine Person lag da halbnackt halb auf dem Bordstein der Brücke und halb auf dem Fußweg. Sie bewegte sich zwischendurch auch immer mal. Paar weitere Gestalten saßen auf dem Bordstein und stierten leeren Blickes vor sich hin. Zur Ehrenrettung dieser Brücke darf aber gesagt werden, dass sie auch vielen normalen Menschen zum Queren der Gleise diente.


"Der Geithainer" in Form vom gemischtfarbigen RB 16684 ist nun in der Gegenrichtung unterwegs und wird gleich den Hbf erreicht haben.


Diesmal klappt es auch mit EC 134 aus Breslau, der sein Ziel gleich erreicht hat.

Mit Visite an einer Tankstelle ging es wieder auf die Autobahn. Leipzig sollte einstweilen unser nördlichster Punkt bleiben. Eine Unterkunft hatten wir in Gera gebucht. Auf dem Weg dorthin wollten wir das tolle Abendlicht nicht unvergeudet lassen und setzten uns einfach mal in Pörsten ins Gras. Wir hatten die Hoffnung, dass noch ein Kohlependel vorbeischaut. Irgendwann war klar, dass sich erstmal ein Zug aus der falschen Richtung nähert. Na gut, dann richten wir uns eben auf Streiflicht ein. Tja, dumm nur, dass die Lok dann Lz auftauchte.

Das Licht wurde schwächer, die Schatten wuchsen. Wir wollten nur noch warten, ob nach X mit der Lok sofort in Wählitz ein Zug starten würde. Wir gaben der Abfahrmeldung bis 19:37 Zeit. Um 19:36 erfolgte tatsächlich eine Durchfahrmeldung aus Webau, der ersten DB-Betriebsstelle. Somit konnten wir den Zug noch im allerletzten Licht fotografieren.


Kurz vor Licht-aus kommt er doch noch durch Pörsten gefahren: MEG-Kohlependel nach Buna.

Nun aber auf in den Endspurt! Erst über kleinere Straßen, dann über eine ziemlich neu wirkende und aufwändig trassierte Landstraße ging es an Zeitz vorbei und später um Gera herum. Unsere Unterkunft lag im Süden der Stadt. Dort in der Nähe hatten wir digital auch schon ein Restaurant, die "Schnitzelschmiede" ausgemacht, wo wir als erstes hinfuhren. Der Laden sollte bis 22 Uhr auf haben, so dass wir mit Ankunft 20:30 noch guter Dinge waren, dass wir etwas zu Essen bekämen.

Das Essen war dann auch wirklich gut und reichlich. Schade war nur, dass die Bratkartoffeln aus waren - auf die hatte ich mich schon gefreut. Was uns aber mal wieder massiv auf den Senkel ging: Beim Eintreten waren nur wenige Tische belegt. Wir steuerten auf einen schönen Vierertisch in einer Ecke am Fenster zu, wurden aber von der Kellnerin ohne vorherigen Gruß ziemlich "deutlich" an einen Zweiertisch beordert, der völlig unattraktiv direkt vorm Thresen und im Durchgang stand. Selbstverständlich kamen keine neuen Gäste mehr. Im Gegenteil - bald waren wir die einzigen in der Gaststube. Allerdings nicht lange, denn irgendwo im Haus hatte die örtliche Feuerwehr gespeist. Die Leute kamen nun einer nach dem anderen, um unmittelbar neben uns zu bezahlen und dann an uns vorbei zum Ausgang zu flanieren. Das waren bestimmt so 15 Leute. Gemütlichkeit geht definitiv anders. Am Ende gab es (bei mir die ganz große Ausnahme!) kein Trinkgeld. Den Grund habe ich erklärt - die Reaktion war professionell: Ein Dank für die Erklärung, sonst nichts.

Paar hundert Meter weiter hatten wir eine ganze Wohnung in einer Stadtvilla gebucht. Nach dem Auffinden des Schlüsseltresors konnten wir uns dort schön breit machen.

Donnerstag, 23.04.2026

Heute wollten wir uns um das Tal der Weißen Elster rund um Greiz kümmern. Von Gera bis Greiz fahren ja auch noch 612er, und starten wollten wir gern mit der Cargo-Übergabe nach Greiz-Dölau. Nun soll die Strecke bald auf ESTW umgestellt werden. Wir konnten nur hoffen, dass sie noch nicht zu stark umgegraben ist. Leider waren für die erste Tageshälfte auch noch Wolken angesagt. Mal sehen, was das wird...

Auf der Fahrt ins Motiv nach Greiz stellte Yannick fest, dass die Übergabe schon zwei Stunden vor Plan gefahren sei. Das war ja nun doof. Wir disponierten um. Denn nun würde die Übergabe sicher auch zwei Stunden vor Plan zurückkehren. Dazu suchten wir einen der wenigen freieren Abschnitte im tief eingeschnittenen Elstertal nördlich von Berga beim Hof Oberhammer auf. Dort war es wunderschön. Leider hatten wir, weil wir auf die Üg fixiert waren, den 612 gerade eben verpasst. Immerhin konnten wir hier zwei 650, die zurückkehrende Üg ohne Frontlicht und den 612 als Nachschuss mitnehmen.


Im Tal der Weißen Elster kommt RB 80266 zwischen Berga und Wünschendorf bei Hof Oberhammer angerollt.


Der Güterzug kommt deutlich vor Plan schon wieder zurück: Üg 53342 aus Greiz-Dölau beim Oberhammer.


RB 80267 mit Hof Oberhammer. Den Zug wollen wir gleich nochmal bekommen. Trotzdem bleiben wir erstmal hier.


Zu guter Letzt gibt es RE 3926 mit Hof Oberhammer. Das Führerstandsrollo habe ich partiell abgedunkelt.

Für den 650 gen Süden fuhren wir nun strax nach Greiz, wo RB 80267 21 min Aufenthalt hatte und wir ihn bei der Ausfahrt nehmen wollten. Laut Navigator sollten hier beide RBs von Gleis 2 fahren. Unsere kam dann allerdings vom allerungünstigsten Gleis - das muss wohl Gleis 1 gewesen sein.


RB 80267 verlässt den Bahnhof Greiz. Sein Ausfahrsignal hat der Zug schon mitten am Bahnsteig gesehen.

Für den nächsten RE kundschafteten wir etwas rum, fanden das allerdings alles ziemlich schwierig. An einem schönen alten Anruf-BÜ am Ortsrand von Greiz hätte man ihn topp machen können, wenn da nicht eine Schneepflugtafel mega doof im Weg gestanden hätte. So ging da gar nichts. Wir nahmen den RE relativ motivlos im Hp Neumühle.


RE 3925 hält auch im kleinen Hp Neumühle.

Anschließend ging es nach Greiz zurück, wo wir unser Auto erstmal abstellten und uns in der Stadt etwas zu frühstücken besorgten. Damit konnten wir uns in eine kleine Sitzecke zurückziehen, die direkt neben unserem nächsten Fotostandpunkt lag. Von der Friedensbrücke blickten wir zur Freiheitsbrücke, vor der die Bahnbrücke unser Motiv war. Wir warteten zwei Züge ab.


Mitten in der Stadt Greiz quert die Bahn die Elster. RE 3928 verlässt den Bahnhof.


Nach Kreuzung in Berga kommt RB 80269 in den Bahnhof Greiz gefahren.

Der zweite Zug war die RB nach Weischlitz gewesen. Die hat in Greiz 21 Minuten Aufenthalt. Die Zeit nutzten wir, um ihr nochmal bis Elsterberg voraus zu fahren. Dort ergab sich mit der Weichenwärterbude ein hübsches Motiv. In Elsterberg standen schon paar Lichtsignale, aber aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfuhren wir, dass die nochmal abgebaut und durch andere ersetzt werden müssen. Unser Foto beeinträchtigten sie ganz und gar nicht.


Ein zweites Mal treffen wir RB 80269 bei der Einfahrt in den Bahnhof Elsterberg.

Nun fuhren wir nach Greiz zurück und hielten auf der Ladestraße etwas Siesta. Einen ausfahrenden 650 konnten wir an der südlichen Ausfahrt aufnehmen. So langsam kamen die Toppmotive des Bahnhofs vor der Schlosskulisse ins Licht. Und der Bahnhof war zum Glück noch kaum umgebastelt. An der Südausfahrt fehlte lediglich das Asig aus Gleis 1, das jetzt wegen der Sicherung des Reisendenübergangs zum Mittelbahnsteig mitten im Bahnsteigbereich steht. Da nachmittags offenbar in Dölau und nicht mehr in Greiz gekreuzt wird, fuhr die RB jetzt aus Gleis 2. Da war dann wenigstens eines der beiden verbliebenen Signale auf Fahrt.


Vor dem Fdl-Stellwerk Greiz auf einer alten Laderampe stehend konnten wir RB 80271 bei der Ausfahrt aufnehmen.

Da es im Bahnhof Greiz bis zum satten Seitenlicht noch etwas dauern würde, verabschiedeten wir uns erst nochmal ins enge Tal gen Norden. Aber es blieb schwierig. Die Elsterbrücke südlich von Hof Bretmühle war leider recht modern und bot auch nur Platz für einen 650. Dieser kreuzte in Berga mit dem 612, für den wir nochmal ganz via Hauptstraße rum zum Hof Neuhammer gefahren sind. Zum Glück wurde für uns die Anrufschranke des Weges von Hof Bretmühle sofort geöffnet. Wir hatten uns schon Szenarien ausgemalt, dass die bei besetztem Streckenabschnitt gar nicht geöffnet wird. Zum Hof Neuhammer führte eine Brücke über die Bahn, von der wir nun den 612 fotografiert haben.


Elsterbrücken gibt es hier viele. Bei Hof Bretmühle gibt es allein derer zwei. Die östliche Brücke frequentierte soeben RB 80272.


RE 3929 hat soeben die Elsterbrücke bei Hof Neuhammer hinter sich gebracht.

Noch immer war etwas Zeit für unser Hauptmotiv in Greiz. Auf dem Südabschnitt gab es jetzt einen Zwischentakt, den wir noch "eben schnell" in Elsterberg abgreifen konnten. Dort war, wie uns das vorhin bereits angekündigt worden war, nun der Bahnhof "durchgeschaltet" worden; die Signale beider Richtungen zeigten Fahrt.


RB 80273 verlässt den Bahnhof Elsterberg. Hier stehen schon die neuen Lichtsignale.

Nach diesem Ausflug ging es zurück nach Greiz. Nun stand das Hauptmotiv auf dem Zettel, die Nordausfahrt mit dem Schloss dahinter. Neue Lichtsignale standen zum Glück noch nicht, aber leider hatte man auf der Ladestraße nah an den Gleisen bereits das Modulhäuschen für das künftige DSTW errichtet. Und zu allem Überfluss war das Ding auch noch mit rotweißen Bauabsperrungen eingezäunt. Deshalb war es günstiger, in einem der ungenutzten Abstellgleisen zu stehen. Der Fdl hatte uns bereits kennengelernt, als wir an der Südausfahrt standen und er zum Dienst kam. Wir riefen ihn an und erklärten ihm unser Begehr, was mit Warnweste dann auch kein Problem war. Da dies wirklich ein Haupt-Wunschmotiv war, nahmen wir uns drei Züge Zeit für diese Stelle.


Nun ist unser Hauptmotiv dran: RB 80275 kommt vor Kulisse des "Oberen Schlosses" in den Bahnhof Greiz gefahren.


Bei der Weiterfahrt ist auch das südliche Ausfahrsignal in Gleis 1 mitten im Bahnsteigbereich zu erkennen.


Etwa eine Stunde später kommt RE 3931 in den Bahnhof Greiz nach Gleis 1 gefahren.

Für die Rückfahrt des RE wussten wir auch etwas Bekanntes aus Funk und Fernsehen: Die Elsterbrücke nunmehr von der Westseite mit der Freiheitsbrücke davor und schöner Stadtkulisse dahinter. Für den Standpunkt musste man eine Rampe am Hang hochlaufen - wenige Schritte über das "Begrüßungsschild" ("Betreten verboten" usw bla bla) hinaus gehen.


Nun verlässt der 612 Greiz wieder als RE 3934.

Danach wollten wir uns den Bahnhof Greiz-Dölau anschauen. Den hatten wir noch nicht näher betrachtet. Die nähere Betrachtung ergab allerdings: Schwierig! Lediglich die Elsterbrücke nördlich des Bahnhofs konnte gefallen. Das biss sich jetzt allerdings mit einem anderen Motiv, das wir eben noch entdeckt hatten: Die Greizer Südeinfahrt! Wir hatten gesehen, dass dort schon das Licht für Nordfahrer richtig stand. Das war nun etwas herausfordernd: Der Ankommende sollte 18:01 in Greiz sein und um 18:03 würde hier der Südfahrer abfahren, den man in Dölau auf der Brücke bräuchte.


Von Süden her erreicht RB 80278 den Bahnhof Greiz.

Um 18:00 war das Bild vom Einfahrenden im Kasten. Das Auto stand bereit. Querverkehr war nicht und die Ampel an der Eisenbahnbrücke sprang vor uns auf grün. Besser hätten wir nicht loskommen können. So waren wir tatsächlich mit Abfahrtszeit des Zuges ab Greiz in Dölau im Motiv.


In der Einfahrt in den Bahnhof Greiz-Dölau quert RB 80277 einmal mehr die Elster.

Das sollte es im Elstertal für uns gewesen sein. Morgen wollten wir uns um die Holzzüge im Thüringischen Schiefergebirge kümmern. Dazu suchten wir im Raum Saalfeld / Bad Lobenstein nach einer Unterkunft. Am meisten sprach uns eine Fewo in Lehesten an, die wir direkt buchten. Für den Weg dorthin gab Google mal wieder alles. Es ging einsamste, gewundene und schmale Gebirgssträßchen entlang - immer wieder mit weiten Ausblicken, bevor man wieder in ein Tal abtauchte, in das sich ein Dorf einschmiegte. Oder ein Wald.

Auf dieser Fahrt hatten wir allerdings auch Begegnungen. Da war oben auf einer Anhöhe die "wichtige" Kreuzung zweier eher nicht ganz so bedeutender Straßen. Unsere K 513 kreuzte nördlich von Wolfstein die L 2346. Einsame Gegend. Weite Sicht. Ganz einsam? Nein! Da liefen Personen rum. Und die waren uniformiert! Daneben im Feld stand sogar ein Polizei-Vito! Ich überlegte gerade, was die da treiben, da griente mir schon die rote Kelle entgegen. Allgemeine Verkehrskontrolle! Mein erstes Mal! Das hätte ich mir überall vorstellen können, nur nicht hier in der Einsamkeit. Führerschein und Fahrzeugpapiere musste ich zeigen, dann glaubhaft versichern, dass ich Verbandskasten und Warndreieck sofort finden würde ("jaaa klaaar!") und am Ende pusten (0,0‰!). Echt lustig... Etwas später fuhren wir durch Pausa, wo Yannick mich schnell für die zweite Begegnung in Richtung Bahn (Weida - Mehltheuer) umdirigierte. Als wir hinterm Ort hielten, waren die Tröööts schon in der Ferne zu hören und wir begegneten einem Güterzug.


✈ Ein Kesselzug der LEG steuert auf Pausa zu.

Die dritte Begegnung hatten wir weit außerhalb des Städtchens Schleiz - direkt an der alten Kleinbahntrasse nach Saalburg. Dort gab es den einsam gelegenen Gasthof Glücksmühle. Eine Einrichtung, die man nicht analog im Vorüberfahren findet und die digital die einzig verfügbare Gaststätte am gesamten Reiseweg darstellte. Über den Parkplatz stolzierte "Majestät", ein riesiger, prächtiger Truthahn, der das Auto erstmal lauthals anmeckerte und beim Versuch rückwärts einzuparken würdevoll hinterm Auto entlang schritt. Als ich aussteigen wollte, stand das Riesenvieh vor der Fahrertür und schaute mich herausfordernd an. Würdet Ihr da die Tür öffnen?


Ihre Majestät von der Glücksmühle.

Im Gasthof gab es gute bodenständige Küche. Ein älteres Ehepaar (?) schmiss den Laden - Er als Kellner und hinter der Theke, Sie in der Küche. Aus dem Fenster fiel der Blick auf pure Ländlichkeit im Angesicht der untergehenden Sonne. Das war wunderschön. Das Essen tat absolut gut. Den Enspurt nach Lehesten nahmen wir mit links. Auch dort erhielten wir eine schön geräumige Ferienwohnung.

Freitag, 24.04.2026

Bei der gestrigen Planung mussten wir leider zur Kenntnis nehmen, dass die Bahn, um die wir uns heute kümmern wollten, ab 15 Uhr gesperrt werden sollte. Auf der Bahn nach Bad Lobenstein fahren in der Regel zwei Cargo-Übergaben für Blankenstein und der eine oder andere Raildox-Holzzug. Die Cargozüge waren wegen der Sperrung früher gelegt worden (das erste Zugpaar zu früh und damit unfotografierbar) und von Raildox war morgens noch gar nichts eingelegt. Somit lag unsere Hoffnung auf dem zweiten Cargo-Zugpaar.

Erstmal war aber viel Zeit. Leider war der Personenverkehr bereits jetzt stark ausgedünnt wegen der vielen (ahem) geänderten Güterzugtrassen (mein Erklärungsversuch). Was ich im Gegensatz zu Yannick gar nicht gewusst hatte, war, dass der Bahnhof Lobenstein noch Alttechnik mit Formsignalen hatte, während sonst die gesamte Piste aus dem ESTW in Blankenstein ferngestellt wird. So steuerten wir mal Bad Lobenstein an, wo um 10 immerhin ein Triebwagen ankommen sollte. Auch hier meldeten wir uns beim Fdl an, der gerade Besuch von seinem Chef hatte. So ergab sich erstmal ein längerer Klönschnack mit geschichtlichem Hintergrund über die Vergangenheit dieser Strecke. Dann suchten wir uns in Ruhe den Fotostandpunkt. Das war alles nicht ganz einfach, aber an der äußersten Ecke des Bahnsteigs hatten wir es dann.


RB 81035 ist einer der wenigen Personenzüge, die heute noch übrig geblieben sind. Der Triebwagen erreicht gerade Bad Lobenstein.

In Erwartung, dass das zweite Cargozugpaar pünktlich verkehren würde, fuhren wir nun in die Heinersdorfer Panoramakurve. Der Blick war mal wieder topp. Schade nur, dass die Vegetation hier extrem zurück war, denn südlich der Kurve war der ganze Hang Raps. Der dürfte aber erst in zwei Wochen die volle Blüte erreicht haben. Jetzt war davon noch nichts zu sehen. Dafür blühten einige Büsche weiß. Ein eisiger Wind pfiff durch die Berge. Da war ich doch froh, die Mütze noch mitgenommen zu haben. Der Güterzug kam pünktlich, und weitere Triebwagen gab es auch. So konnten wir es hier eine ganze Weile aushalten.


Nach dem Kopfmachen in Wurzbach röhrt Üg 53246 durch die Heinersdorfer Kurve.


Es folgt der Nahverkehr in Form von RB 81037.


Und nochmal ein Stück weiter.


Nach Kreuzung in Unterlemnitz kullert RB 81040 den Berg runter.


Und dann kommt auch der Güterzug aus Blankenstein zurück - nunmehr als Üg 53247.

Damit war der Verkehr auf dieser Strecke aber auch beendet - bis auf den 650, der noch einmal abwärts fahren würde. Für morgen sah unser Plan einen Tag im Harz vor. Somit musste einmal Thüringen süd-nord komplett abgewickelt werden. Als Fahrzeit nach Schierke wurden uns über drei Stunden Fahrt ausgeworfen. Da der Himmel ohnehin immer stärker verschlonzte, hielten wir es für eine gute Idee, den großen Sprung genau jetzt zu starten. Es ging das Sormitztal abwärts, an Saalfeld vorbei und nach Rudolstadt. Dort gab es eine Kleinigkeit bei Burger King. Ja, wirklich nur eine Kleinigkeit...

Von Stadtilm ging es nun auf die A71, die zu unserer Überraschung parallel zur Schnellfahrstrecke der Bahn führte. Mein Versuch, einen ICE zu überholen, scheiterte aber knapp. Nee, Scherz, hab es natürlich nicht versucht. Ab Erfurt Gispersleben ging es über Landstraße weiter, über die gute alte B4, auf der ich bis zum Fuße meines Wilstorfer Hügels fahren könnte. Aber noch war das kein Thema. Die Fahrt war nun allerdings ein ziemliches Gegurke. Es war viel Verkehr und zumindest bis Sondershausen konnte man kaum überholen.

Die Sonne schien weiter mit voller Intensität vom leicht marmorierten Himmel. Natürlich checkte Yannick permanent, was man noch hie und da am Wegesrand abgreifen könnte. Viel Beglückendes gab es da aber nicht. Einen Raildoxzug ab Ebeleben hatten wir schon gesehen, aber der wäre fast komplett aus dem Licht gekommen und für uns (auch ohne Burger King) unerreichbar gewesen. Ein Motiv wollte ich schon immer gern umsetzen: Den Blick von der Nordhäuser Bahnhofsbrücke auf den Schmalspurbahnhof. Die Frage an Yannick, ob denn dort das Licht passend stände, wurde positiv beschieden - allerdings mit dem Hinweis "da fährt ja nichts".

Dabei hatte Yannick allerdings die Straßenbahnen ignoriert, die aus Richtung Bahnhofsvorplatz ebenfalls von einem Formsignal "Freie Fahrt" signalisiert bekommen. Die um 16:54 sollte unsere sein! Die Wartezeit auf der Brücke konnten wir uns mit einem Raildox-Zug vertreiben, der auf den allerhinterletzten Gleisen am Rangieren war. Das war ja mal nett! Der Blick in den Schmalspurbahnhof ist toll, aber den muss man bei Gelegenheit nochmal mit was Schönerem machen. Nichts gegen Straßenbahnen, aber die Nordhäuser Combinos sind schon extra hässlich...


Den Raildox-Zug hatten wir eben auf der Fahrt schon aus Richtung Raiffeisen Südstraße vorrücken sehen. Dass wir ihn hier so fotogerecht präsentiert bekommen, hatten wir natürlich nicht erwartet.


Strab 8726 bekommt von einem Formsignal Freie Fahrt für das Netz der HSB angezeigt.

Dennoch war die halbe Stunde auf der Brücke durchaus lohnend gewesen - gerade wegen Raildox. Im dichten Freitagsverkehr verließen wir Nordhausen wieder und fuhren in den Harz. Leider war auf der Harzquerbahn jetzt gar nicht mit Zügen zu rechnen. Da wir in Nordhausen keine passende Tanke gefunden hatten, gab es noch einen kleinen Schlenker über Braunlage, bevor wir unser Domizil, die Pension Hexenstieg in Schierke, aufsuchten. Die Unterkunft war eher einfacher Natur, das Zimmer winzig. Das ganze Haus strahlte noch pure, originale Ostalgie aus. Es ist vielleicht unfair, den Vergleich zu Rumänien zu ziehen, wo man sich vielleicht noch (!) etwas bessere Unterkünfte leisten kann, aber dieser Vergleich begleitete uns diese Woche logischerweise auf Schritt und Tritt. Und ich fürchte, dass unser Land in diesem direkten Vergleich nicht besonders gut abschneidet.


Diese Wand in unserer Unterkunft war sicher noch "original"...


Polstersessel und Täfelung sicher auch. Der Blick auf den niedersächsischen Wurmberg? Oh oh, da konnte der Klassenfeind direkt in die Stube schauen!

Zum Abendessen ging es ins Restaurant Brockenstübchen. Es war Freitagabend und die Gaststube entsprechend gut voll. Der einzige freie Tisch stand direkt vorm Thresen und vor der Eingangstür. Erinnerte uns das an irgendwas? Aber hier zeigte es sich, wie die Wirtsleute eben auch entgegenkommend sein können. Uns wurde besagter Tisch am Thresen angeboten "oder ich mach euch einen anderen Raum auf. Da sitzt ihr dann aber ganz alleine". Natürlich wählten wir Umschlag 2 und saßen dort auch nicht lange allein. Bald waren da ebenfalls alle Tische belegt. Und das Essen war topp! Den Abend verbrachten wir im allgemeinen Aufenthaltsraum unserer Pension auf DDR-Polstermöbeln vor getäfelten Wänden mit Panoramablick zum Wurmberg.

Samstag, 25.04.2026

Wenn es so läuft, wie es im Fahrplan steht, gäbe es heute zwei Umläufe mit Harzkamel: Einer mit zwei Fahrtenpaaren nach Eisfelder Talmühle und einer mit anderthalb Fahrtenpaaren zum Brocken. (Nachtrag: Das erste Zugpaar Eisfelder Talmühle und der Brockenumlauf sind EIN Umlauf - lediglich der nur samstags verkehrende "Spätzug" nach Eisfelder Talmühle ist ein zweiter Umlauf. Aber das wussten wir jetzt noch nicht.) Wir hatten uns bereits ein Konzept erstellt, wo wir welchen Zug am günstigsten fotografieren können. Morgens hing noch einiger fetter Schlonz am Himmel, doch im Westen war bereits endloses Blau zu sehen. Da es bei der HSB eh nicht so mächtig früh losgeht, gab es um 8 erstmal Frühstück. Gut gestärkt ging es dann für das erste Bild zum Hotel / Waldjugendheim Drei Annen, wo wir erst einen Dampfer zum Brocken und dann die V100 mit dem P 8913 nach Eisfelder Talmühle machen konnten.


Wir bleiben mal dampffrei. Somit zeige ich P 8913 kurz vorm Hotel Drei Annen.

Das Harzkamel wurde selbstverständlich verfolgt. Wir bekamen es nochmal südlich von Elend mit Brockenblick und südlich von Sorge ebenfalls mit Brockenblick. Dort mussten wir aber weiter und steiler aufwärts als erwartet reinlaufen. Ich gab es auf und wählte die faule Variante mit der Drohne. Yannick hat es noch mit pfeifender Lunge ins Motiv geschafft. Ein letztes Bild gab es nach einer Umleitung "durch den Westen" wegen gesperrter Ortsdurchfahrt Benneckenstein am Zielbahnhof Eisfelder Talmühle, wo der Zug richtig gut kam.


Endlich kann einem der Brockenblick mal nicht zugedampft werden. P 8913 zwischen Elend und Sorge.


✈ Ein weiteres Mal gibt es P 8913 hinter Sorge vor Kulisse von Wurmberg und Brocken.


Und nochmal von unten.


Nun fährt P 8913 in den Endbahnhof Eisfelder Talmühle ein.


Und nochmal etwas spitzer.

Für die Rückfahrt fuhren wir nach Sophienhof. In dem winzigen und total abgeschiedenen Ort herrschte gerade High Live wegen irgendeines Geländelaufes. Wir konnten zum Glück abseits des Trubels parken und einen Waldweg bis in das winzige Tal des Stierbergsbaches hinein wandern. Weitere Bilder vom P 8920 gab es in Elend (nur bei der Einfahrt, da der Gegenzug schon im Bahnhof stand) und vor Drei Annen Hohne.


Die Rückfahrt heißt P 8920 und wurde bei Sophienhof abgewartet. Der Zug wird in Kürze den nördlichsten Punkt Thüringens passieren und dort nach Sachsen-Anhalt einreisen.


Ein ganzes Stück später begegnet uns P 8920 nochmal zwischen Elend und Drei Annen Hohne.

Als nächstes sollte Brockenzug 8935 mit V100 kommen. Für den fuhren wir runter nach Wernigerode, machten erstmal am Bf Hasserode Siesta und fuhren dann in die Kirchstraße. Dort gab es den Zug auf dem kurzen dort vorhandenen Stück "Straßenbahn". Ein zweites Bild gab es viel später in der Ausfahrt Drei Annen Hohne vom Jägerhochsitz.


In der Wernigeröder Kirchstraße kommt P 8935 angefahren. Huch - die Lok kennen wir schon!


Nun hat P 8935 Drei Annen Hohne verlassen und dampft in Richtung Schierke weiter.

Nun hatten wir etwas Zeit bis zum nächsten Zug nach Eisfelder Talmühle. Eben im Vorbeifahren hatte uns schon Kukkis Feldküche in Drei Annen Hohne angelacht. Dort konnte man doch jetzt mal wieder auf eine Erbsensuppe einkehren. Das taten wir mal gleich. Unser nächstes Motiv musste nun etwas erwandert werden. Wir wollten den P 8929 als erstes an der Talausfahrung des Wormke Baches vom gegenüberliegenden Hang mitnehmen. Dazu musste man einen Forstweg etwas reinlaufen. Nach drei Minuten hatte man von einer Kuppe bereits den schönen Ausblick. Das war dann auch alles sehr nett, bis wir mitbekamen, dass da kein normaler Zugpark, sondern ein Kurzzug aus drei dunklen Traditionszugwagen angefahren kam. Dazu standen wir an unserem Fernblick natürlich minder günstig - auch wenn der Zug natürlich was Besonderes war.


Nun taucht der zweite Diesel-Umlauf mit dem Spätzug P 8929 nach Eisfelder Talmühle zwischen Drei Annen Hohne und Elend auf. Die Wagen kamen etwas überraschend... Im Hintergrund ist das Kalkwerk Hornberg zu sehen, wo aktuell die Rübelandbahn endet. Dort wird sogar gerade ein Zug rangiert.

Wir hatten als nächstes die Kurve hinterm Hauptstraßen-BÜ auf dem Zettel. Hier kam der Zug zwar nett, aber man brauchte auch wieder zu lange zur Straße zurück. So klappte dann kein weiterer Schuss. Zumindest für mich nicht. Yannick raste in Benneckenstein noch zu einem Motiv, das man ohne die Bauarbeiten im Ort gut per Auto erreicht hätte, mit den Bauarbeiten aber mutmaßlich nicht. Ich hätte nie gedacht, dass er es schafft, aber der Zug ließ sich extrem viel Zeit...


Ein Stück hinter dem bekannten Brockenblick-BÜ zwischen Elend und Sorge legt sich P 8929 in die Kurve.


Im Ortsbereich Benneckenstein brummelt P 8929 erneut vorüber.

Für die Rückfahrt gingen wir nochmal unsere Optionen durch. Ein erstes Bild sollte im Ortsbereich Benneckenstein sein. Dazu nutzten wir die Zeit bis zur Rückfahrt, um etwas herumzukundschaften. Die Entscheidung fiel auf eine S-Kurve westlich des Bahnhofs neben der Kleingartenanlage Heideweg. Unter den misstrauischen Augen der Kleingärtner mussten wir eine ganze Weile auf die Rückfahrt warten. Die kam dort nochmal sehr schön. Auch für den zweiten Schuss wählten wir nun ein Nah-Motiv, und zwar an der Zugfolgestelle Allerbach.


Die Rückfahrt nennt sich P 8906 und begegnet uns am westlichen Ortsrand von Benneckenstein.


Das zweite Bild gibt es zwischen Sorge und Elend an der ehemaligen Ladestelle Allerbach, die immer noch Zuglaufstelle ist.

Ein drittes Mal bekamen wir ihn auch noch, aber hier hatte Yannick eindeutig das bessere Händchen für das Motiv, während ich in der beschränkten Zeit in die falsche Richtung gelaufen war und einen Baum zu viel im Motiv hatte.


Zwischen Elend und Drei Annen Hohne fährt P 8906 das Wormketal aus.

Das war es nun. Zwei Wochen Fotourlaub gingen an dieser Stelle zuende. Zeitlich passte es perfekt, dass ich Yannick in Braunschweig in einen ICE setzen konnte. Zwei Stunden später war ich zuhause.

Fazit

Ich würde es wieder machen. Diese Fernreise per Auto war viel angenehmer als ich es mir vorgestellt hatte. Man muss die Sache halt entspannt angehen. Und ich glaube, das haben wir gemacht. Dass wir dann wirklich in der Urlaubsmitte die volle Flexibilität genutzt haben und nach Deutschland ins stabilere Wetter gefahren sind, war sehr ungewohnt. Der Abschied von Rumänien fiel mir nicht ganz leicht, denn all zu schön hatte man sich wieder in dieses herrlich beschauliche Land mit seiner intakten ländlichen Idylle eingewöhnt. Aber nüchtern betrachtet war der Themenwechsel für die Fotografiererei sicher der richtige Schritt gewesen. Wir hatten es später ein wenig verfolgt: Ja, zahlreiche VT2E im Banat wären sicher noch gegangen, aber weiter landeinwärts hätten wir keine Freude gehabt. Statt dessen konnten wir einige "Baustellen" in Deutschland aus den schon jahrelang gehegten Katalogen "Dort müsste man mal hin" und "Das hätte ich auch gern" abarbeiten. Dass dabei wettertechnisch eine ziemlich "saubere" Tour Sachsen - Thüringen - Harz ohne all zu großes Hin und Her ermöglicht wurde, war natürlich topp entspannend. Dass wir auch in Rumänien einige Bilder aus dem Landesinneren mitnehmen und dort immerhin auch zwei Wunschziele abhaken konnten (Na ja, Fieni ist eigentlich noch nicht abgehakt), verdanken wir hingegen genauesten Wetterstudien und letztendlich dem Glück, dass sich die Vorhersage des sonnigen Mittwochs stabil hielt. Somit haben wir wirklich eine schöne und selten reichhaltige Ausbeute an Fotos mit nach hause bringen können. Ja, das war eine schöne Tour!

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