Aufbereitung digitaler Bilder in Lightroom

Autor: Jan-Geert Lukner. Alle Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Stand: Juli 2011 / Lightroom Version 3.4.1

Zum Ausdrucken bitte in der Druckvorschau unter "Seite einrichten" die Ränder auf max. 5mm beschränken und als Skalierung "Auf Seitengröße verkleinern" wählen. Dann sollte alles auf dem Papier ankommen. Das Drucken von Hintergründen bitte unterbinden. Alternativ ginge auch Querformat und "Auf Seitengröße verkleinern". Dafür werden aber drei Wälder mehr abgeholzt...

Text zu breit für das Browserfenster? Der Text hat eine festgesetzte Breite von 1200 pixeln. Bei kleineren Monitorauflösungen kann mit gleichzeitigem Drücken der Tasten [Strg] und [-] die Darstellung verkleinert werden, so dass es passt.

Die Kapitel:

  1. Die Vorbereitung
  2. Das Bibliothek-Modul
  3. Das Entwickeln-Modul
  4. Zurück in der Bibliothek
  5. Stichwörter für Suche und Weitergabe verwenden

Eines vorneweg: In diesem Artikel beschreibe ich meinen ganz persönlichen Foto-Workflow mit Lightroom. Wer eine vollständige Anleitung dieses wirklich gigantischen Programms haben möchte, dem sei der Kauf einschlägiger Literatur empfohlen. Dieser Text umfasst zudem nur die Lightroom-Module "Bibliothek" und "Entwickeln". Die Bedienung von Lightroom erfolgt z.T. wahlweise mit Maus oder Tastenkombinationen. Hier wird nur die jeweils von mir genutzte Bedienungsmöglichkeit beschrieben. Alle Screenshots lassen sich auf Originalgröße bzw Monitor-Gesamtansicht vergrößern.

Lightroom (Lr) ist kein billiges Programm. Mit 260 Euro (für Unterrichtende, Schüler und Studenten nur 80 Euro!!!) erhält man allerdings auch ein Werkzeug an die Hand, mit dem man den gesamten Workflow zügig bestreiten kann. Das lästige Wechseln zwischen Programmen entfällt. Und die Bedienung ist - verglichen mit Photoshop und seinem Ebenen-Dschungel - spielend einfach und sinnfällig. Adobe bietet das Programm sogar in einer vollständigen Version zum 30-tägigen Testen kostenlos an (die exportierten Bilder werden in der Testversion besonders gekennzeichnet): Offizielle Lightroom-Seite mit Download.

Viel habe ich selbst mit dem Programm getestet. Aber als ich nach gut einjähriger Nutzung das "Handbuch" (der Begriff ist ein Scherz für den Wälzer!) "Adobe Photoshop Lightroom 2" von Martin Evening gelesen hatte, war eine ganze eng beschriebene DIN-A-4-Seite an Text-Verweisen zu neuen Ideen / Verbesserungsmöglichkeiten hinzu gekommen. Lightroom 2 ist zwar mittlerweile Geschichte, aber ein entsprechendes Buch für Lightroom 3 gibt es auch schon.



Doch nun wollen wir beginnen:

1. Die Vorbereitung

1.1. Grundwissen

Keine Sorge, ich wollte nicht mit der geballten Theorie anfangen. Aber es gibt paar Grundsätzlichkeiten, die man wissen sollte, um zu verstehen, wie Lightroom "tickt". So habe ich bei meinen ersten Tests verzweifelt nach Befehlen wie Datei öffnen oder Speichern gesucht. Man hatte sich ja in "herkömmlichen" Bildbearbeitungsprogrammen angewöhnt, fast jeden Bearbeitungsschritt abzuspeichern. Das geht in Lightroom nicht!

Das ist in Lightroom allerdings auch gar nicht nötig, denn das Programm speichert ganz von allein jeden einzelnen Bearbeitungsschritt! Man kann spielend einfach zwischen den einzelnen Etappen seiner Bildbearbeitung hin und her wechseln.

Dafür muss man allerdings in Kauf nehmen, dass man nicht einfach die gewünschten Dateien aus seiner Ordnerstruktur herausfischt und per Doppelklick öffnet. Die Ordner, die für Lightroom relevant sind, müssen einmal importiert werden, damit sie in den Lightroom-Katalog gelangen. Oder man importiert nur einzelne Bilder.

Gespeichert werden die Änderungen einerseits im Lr-Katalog und andererseits in einer XMP-Datei (".xmp"), die auch von (nicht allen) anderen Programmen gelesen werden kann. Dazu unter Bearbeiten -> Katalogeinstellungen -> Metadaten einen Haken bei Änderungen automatisch in XMP speichern setzen! Das Kürzel XMP steht für Extensible Metadata Platform. Die XMP-Datei ist fortan ständiger Begleiter der unangetasteten RAW-Datei. Wenn man die RAW-Datei also im normalen Windows-Explorer verschiebt, muss man die XMP-Datei mit verschieben. Besser ist natürlich, die Bilder per Lightroom von einem Ordner in den anderen zu verschieben (Ordner müssen natürlich importiert, d.h. dem Katalog bekannt, sein). Dann wird die XMP-Datei mit verschoben und der Katalog angepasst.

Anders gesagt: Hat man weder Katalog noch XMP-Datei bewahrt, so bleibt einem nur die Rohdatei, wie sie aus der Kamera kam. Alle Mühe bei der Bearbeitung war umsonst. Hat man RAW-Datei plus XMP-Datei, hat man noch die Änderungen und Stichwörter bewahrt und kann die RAW-Datei in der bearbeiteten Fassung öffnen. Ist das ganze allerdings noch ordnungsgemäß im Lr-Katalog enthalten, weil man artig alle Verschiebungen in Lightroom durchgeführt hat, so sind zusätzlich noch alle Bearbeitungsschritte abgespeichert.

Das heißt natürlich nicht, dass man bei Bildern für den alltäglichen Gebrauch ständig dieses XMP-Anhängsel mit sich rumschleppen muss. Nach Ende der Bearbeitung wird das Foto per "Export" in eine TIFF- oder natürlich JPEG-Datei konvertiert, in der natürlich alle Änderungen und Stichwörter ohne Extra-Datei hineingespeichert werden. Die Kombination RAW + XMP (bzw + Lr-Katalog) ist praktisch der Baum, der nicht groß hin und hergeschoben wird. Die JPEGs sind die Früchte, die man anschauen und weggeben kann. Nur mit dem Essen wäre ich vorsichtig *mampf*.

1.2. Die Voreinstellungen

Vor dem ersten Import kann man schon mal Metadaten festlegen, die man hinter all seinen Bildern hinterlegen möchte (Metadaten -> Metadaten festlegen):



Ich verwende davon praktisch nur Copyright-Angaben. Daten wie Aufnahmeort, aufgenommene Personen usw hinterlege ich in den Stichwörtern. Dazu später mehr.

Weitere wichtige "Vor"einstellungen sind bestimmte Entwicklungseinstellungen. Das "Vor" steht dabei in Anführungsstrichen, weil sich diese erst aus den Bearbeitungen ergeben. Dort kann man jede Einstellung als Benutzervorgabe speichern. Ähnliches gilt für Exportvorgaben, die natürlich auch unerlässlich sind. Auf all diese persönlich abspeicherbaren Einstellungen einzugehen, würde den Rahmen dieses Textes gewaltig sprengen. Es ist einfach begeisternd, wie individuell man so das Programm auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann. Die Einstellungsmöglichkeiten sind voll auf den praktischen Einsatz zugeschnitten. Ein Beispiel dafür: Die Dateinamenseinstellung. In der Importmaske kann man unter Dateibenennung auf das Eingabefeld Vorlage klicken. Im Popup-Menü wählt man nun Bearbeiten.... Mal angenommen, ich möchte meine Dateien so benennen: Im_Jahre-2010-des-Herrn_Nummer01_am_Tage11-15.RAW, Im_Jahre-2010-des-Herrn_Nummer02_am_Tage11-15.RAW usw. Das geht vollkommen automatisch :-)



Man kann es über den Einbau von Metadaten noch mehr auf die Spitze treiben... Diese Voreinstellung kann beim Import aus der Kamera direkt als Vorlage angegeben werden.

2. Das Bibliothek-Modul

2.1. Der Import

Wenn wir Lightroom starten, sehen wir die Ansicht, die zuletzt offen war. Bei der Erstnutzung von Lightroom wird das viel graue Fläche sein. Links wäre sonst die Ordnerverwaltung zu sehen, wobei nur die Ordner und Dateien zu sehen sind, die in den Lr-Katalog importiert wurden. In der Mitte sind Thumbnails des gerade geöffneten Ordners zu sehen. Da ich als letztes meine Graubündenbilder exportiert hatte, sind diese zu sehen und zudem noch alle Thumbnails markiert:



Um Bilder in Lightroom bearbeiten zu können, müssen wir sie in den Lightroom-Katalog importieren. Nur dann können wir sie bearbeiten. Dazu klicken wir auf den Importieren Button unten links. Es öffnet sich nun das Importfenster:



Der Berg an Fotos lässt sich nun nach Zielordnern sortieren. Und bei Zielordnern habe ich rechts eingestellt Ordnen nach Datum. Somit bekomme ich die Bilddateien doch nach Datum sortiert. Allerdings sind zunächst alle Bilder für den Import markiert, die noch nicht im Katalog sind. Also auch all diejenigen Bilder von vorangegangenen Importen, die ich auf der Festplatte (und im Lr-Katalog) schon längst wieder gelöscht habe. Und es hat sich der Ordner vom 28.10.2010 geöffnet. Nach welchem Algorithmus das geht, ist mir bis jetzt auch verborgen geblieben. Das war jedenfalls nicht der zuletzt geöffnete. Wir betätigen also den Button Auswahl aufheben und suchen uns den Tag, den wir wirklich importieren möchten, den 06.11.2010. Das "Aufklappen" des Tages, also die Anzeige der Bilder, kann ich mir schenken, da ich eh alles von diesem Tag importiere und erst nach dem Import auf die Festplatte / in den Katalog selektiere.



Bevor wir auf Importieren klicken, werfen wir einen Blick auf die rechte Funktionsleiste. Folgende Vorgaben wende ich beim Import an: Unter Dateibenennung ist die Vorlage Lukner-Dateiname ausgewählt. Ich habe - wie unter 1.2 beschrieben - definiert, dass sie aus dem Datumsformat JJMMTT, Bindestrich und laufender zweistelliger Nummer bestehen soll. Weiterhin gebe ich Entwicklungseinstellungen vor. Auch diese habe ich vorher definiert (da geht es im Wesentlichen um eine nuancielle Farbjustierung, die praktisch bei jedem Foto notwendig ist). Und natürlich kommt meine Metadatenvorlage zum Einsatz.

Ok, nun betätigen wir den Importieren Button. Anschließend öffnet sich die Sammlung Vorheriger Import mit allen importierten Bildern:



Die Dateien tragen nun das von mir gewünschte Dateinamensformat. Es handelt sich aber noch immer um .ARW-Dateien, das RAW-Format meiner Sony-Kamera. Denn gerade das ist ja der Sinn eines guten RAW-Konverters, dass man alle Bildeinstellungen auf die RAW-Datei anwendet und erst nach allen Bearbeitungsschritten das Foto in das gewünschte Format konvertiert. So ist der Qualitätsverlust am geringsten bzw nahezu gleich Null.

2.2. Die Selektion

Um den Import hier zeigen zu können, musste ich ja Bilder aus der letzten Zeit nehmen, die ich noch nicht bearbeitet hatte. "Großartiges" kommt ja im November eher nicht zustande, so handelt es sich bei den Fotos auch eher um einen Vorwand, einfach mal an die frische Luft zu kommen, nachdem unerwartet die Sonne durchgekommen war.

Jetzt geht es an die Selektion. Ich wechsel in die Lupenansicht (Symbol in der Leiste unter den Bildern anklicken) und markiere nun Bild für Bild in verschiedenen Kategorien:



Bei dem Bild oben drücke ich die 1. Dadurch wird es mit einem Stern gekennzeichnet. Das sind Bilder, die ich mit Daten wie Aufnahmeort, Baureihe usw hinterlege, die ich aber nicht weiter bearbeite und auch nicht für Bildershows hervorhole. Also Bilder, bei denen es nur auf das "Haben" ankommt für den Sammler und Jäger. Und die man bei Bedarf (wenn irgendjemand unbedingt eine EG in Veddel haben möchte, was ja "sehr wahrscheinlich" ist...) sofort wiederfindet. Das folgende Bild möchte ich löschen; da drücke ich das x. Es wird mit einer schwarzen Flagge gekennzeichnet, in der ein "X" dargestellt ist:



Das dritte Bild auf dem Filmstreifen bleibt als Zweitschuss in der Sammlung, erhält aber keine Kennzeichnung, wird nicht registriert und erst recht nicht bearbeitet. Kommen wir also gleich zum vierten Bild:



Aufgrund der schönen Herbstfärbung möchte ich es in die Sammlung zum Vorzeigen und Anschauen aufnehmen. Deshalb drücke ich die 3, so dass es drei Sterne erhält (der Hinweis auf die Bewertung im Bild ploppt nur kurz auf). Bilder mit drei Sternen werden von mir mit Daten hinterlegt und im Entwicklungsmodul zum Anschauen aufbereitet. Viel mehr Kategorien gibt es bei mir nicht. Nur noch die Farbmarkierungen blau für Personenaufnahmen und grün für Landschaftsaufnehmen. Die kommen aber beim heutigen Import nicht vor. Ich mach' noch schnell mit den anderen Bildern weiter und wechsel' dann wieder in die Rasteransicht:



Hier sehen wir nochmal alle Markierungen. Mit gleichzeitigem Drücken der Tasten Strg+Backspace lösche ich nun alle mit der Kreuz-Fahne markierten Dateien sowohl aus dem Katalog als auch von der Festplatte (bei anschließender Nachfrage V drücken).

2.3. Die Stichworteingabe

In der Leiste über dem Filmstreifen markiere ich nun den ersten Stern. Davor ist das "Größergleich"-Zeichen ausgewählt. Somit werden mir jetzt nur noch Bilder angezeigt, die einen oder mehr Sterne haben, also alle Bilder, die ich mit Daten hinterlegen will.

Nun ist es erstmal Zeit für einen kleinen Exkurs. Mit Umstellung auf Digitalfotografie vor zwei Jahren stellte sich für mich natürlich auch die Frage der Archivierung neu. War ich zunächst noch versucht, weiterhin meine Excel-Tabelle aus Dia-Zeiten zu pflegen, bin ich zum Glück von einigen Hobbykollegen schnell davon abgebracht worden. Zu genial ist einfach die Möglichkeit, in den Bilddateien Stichwörter zu hinterlegen, die (wenn man will) mit dem Bild abgespeichert werden. Wie komfortabel die Suche über diese Stichwörter ist, werde ich später noch zeigen.

Es hat dann etwas gedauert, bis mein heutiges Stichwort-System stand. Mehrmals musste ich noch umstellen, doch glaube ich jetzt, dass ich mit der derzeitigen Variante gut fahre. Der Grundgedanke war, die Stichwörter in strikte Kategorien einzuteilen. Ich wollte z.B., wenn ich nach der Betriebsstelle "Harburg" suche, nicht Bilder von Buchholz haben, bei denen vielleicht im Text steht, dass der Zug nach Harburg fährt. Deshalb wird der Bezeichnung der Betriebsstelle immer das "A" vorangestellt. Oder ich wollte, wenn ich nach Baureihe 103 suche, nicht auch alle Bilder, auf denen die Odnungsnummer "103" von anderen Baureihen auftaucht, angezeigt bekommen. Deshalb ist der Baureihe immer das "B" vorangestellt, der Ordnungsnummer immer das "C" usw. Bei ausländischen Baureihen wird dem "B" das Länderkürzel zugefügt, also z.B. "BCH" für schweizer Loks. Wenn es sich um einen in Deutschland bekannten Loktyp handelt, gibt es zudem die deutsche Baureihe mit nachgestelltem "CH", z.B. "B 185CH". - Ein weiterer Vorteil der vorangestellten Buchstaben ist, dass ich das für mich wichtigste Stichwort, die Betriebsstelle, immer an erster Stelle stehen habe, gefolgt von der Baureihe und der dazu gehörigen Ordnungsnummer.

Die weiteren von mir verwendeten Stichwortkategorien sind D für das Land, E für EVU (Tfz), F für Farbgebung, G für geografische Namen und Bauwerksbezeichnungen, J für das Aufnahmedatum (nur bei Scans), L für besondere Lichtverhältnisse wie Gegenlicht usw, M für Manipulationen (Vogel ex oder auch mal größeres, ist aber selten...), N für Zuggattung (z.T. EVU des Zuges) und -nummer, P für Personen, S für alle möglichen anderen Stichwörter, T für technische "Notizen", W für Wagen bzw Ladung (verwende ich nicht kontinuierlich), ZZB für Freitext.

Alle Einzelheiten zu meinem Archivierungssystem können im Artikel über die Bildarchivierung nachgelesen werden.

Fangen wir an. Ich wechsle wieder in die Lupenansicht und klicke in der rechten Leiste auf das Feld Hier klicken, um Stichwörter hinzuzufügen. Der Schriftzug verschwindet (wie im Screenshot), ich kann die Stichwörter eingeben und jedes mit Enter bestätigen. Hier habe ich gerade "A Veddel" und "BDK EG" für die dänische Baureihe EG eingegeben:



Und schon unterbreitet mir Lightroom diverse Vorschläge für weitere Stichwörter. "D DE" kann ich anklicken und damit übernehmen, denn wir sind ja in Deutschland. "E DSB" kann ich übernehmen, denn die EG firmieren bei mir noch unter dem EVU "DSB", auch wenn das heute veraltet ist. Das müsste ich dann aber mal grundsätzlich ändern. Megawichtig ist jetzt nämlich erstmal Einheitlichkeit, also dass ich nicht die eine EG unter "DSB" einsortiere, die andere unter "Railion Scandinavia" und dazwischen vielleicht sogar noch eine unter "DB".

Es gibt übrigens Empfehlungen, innerhalb eines Stichwortes-Täägs keine Leerstellen zu lassen. Statt dessen sollte man Leerstellen durch Unterstriche ersetzen. Tatsächlich funktioniert bei Lightroom die Autovervollständigung bei Leerstellen-Verwendung nicht richtig. Und in der Suche nach Stichwort-Täägs kommen auch einige unerwünschte Ergebnisse. Bei der Filterung (dazu später mehr) klappts hingegen wieder. (Nachtrag: Seit Lightroom V3.4 werden Leerstellen korrekt behandelt - sowohl bei Autovervollständigung als auch bei der Suche!) In anderen Programmen ists unterschiedlich: Bei der Suche nach Stichwort "A Harburg" werden mir in Adobe Bridge oder Thumbs Plus wunschgemäß nur die Bilder mit "A Harburg" angezeigt, in IrfanView jedoch alle Bilder mit "A" und alle Bilder mit "Harburg". Trotzdem bleibe ich bei den Leerstellen, denn das sieht einfach besser aus. Und der IPTC-Standard spricht ganz klar davon, dass Leerstellen möglich sein müssen.

Dass unter Stichwortsatz - Letzte Stichwörter übrigens noch einige schweizer Stichwörter stehen, hängt wieder mit den zuletzt bearbeiteten Schweizbildern zusammen. - Mit den Stichwortvorschlägen kommen wir jetzt nicht mehr weiter. Die Ordnungsnummer ist zumeist etwas, was man sich halt aus dem Bild abschreiben muss. Dazu zoome ich in der Lupenansicht durch Klick ins Bild auf die Ordnungsnummer.



"C 3103" lautet also der nächste Eintrag. Damit haben wir die wesentlichsten Stichwörter erfasst und können uns dem nächsten Bild zuwenden. Hier kann ich mir aus den Vorschlägen sogleich die Stichwörter "A Veddel", "D DE", "E DB" und "F vr" abgreifen.



Auf diese Art und Weise geht die Stichwortzuordnung außerordentlich schnell. Ergänzen muss ich nur noch "B 185", "C 404" (ok ok, die Lok ist streng genommen eine dänische Lok, aber darauf nehme ich momentan noch keine Rücksicht) und "S Herbstfärbung" (auch hier: Das A und O ist die Einheitlichkeit. Man darf nicht bei dem einen Bild "S Herbstfärbung" und bei dem nächsten "S Herbstfarben" o.ä. eingeben). Das Stichwort "G Peutebrücke" wurde mir zwischenzeitlich noch angeboten (wenn man ein angebotenes Stichwort verwendet, kommt gleich ein neuer Vorschlag). Das habe ich auch angenommen.

Die Denkweise des Programms bei den Stichwortvorschlägen ist immer wieder faszinierend. Die nächsten Stichwortvorschläge entführen uns nämlich ins ferne Großbritannien an die Midland Mainline, weil ich bisher nur dort mal ein Fahrzeug mit der Ordnungsnummer 404 fotografiert habe...



So wenden wir jetzt die Stichwörter für alle mit einem oder drei Sternen markierten Bilder an. Wie gesagt, ist die einheitliche Schreibweise dabei das allerwichtigste. Hierbei hilft die Autovervollständigung. Oder ich klappe rechts die entsprechende Stichwortkategorie auf. Dort finde ich alle Stichwörter, die ich je vergeben habe. Wenn ich gerade nicht weiß, wie sich "Rizzi" genau schreibt, schaue ich unter den F-Stichwörtern nach. Wenn ich vor dem "Rizzi" einen Haken setze, habe ich das Stichwort automatisch für das Bild übernommen:



Nach der "Pflicht" (Stichwörter zuweisen) folgt die "Kür" (Bild schön machen). Dazu wechseln wir jetzt in das Entwickeln-Modul.

3. Das Entwickeln-Modul

Als erstes klicken wir unten über dem Filmstreifen auf den dritten Stern. Jetzt werden nur noch Bilder mit drei Sternen angezeigt, denn nur die möchte ich zum sofortigen Betrachten / anderweitigen Nutzen bearbeiten. Die Drei-Sterne-Bilder sind übrigens die, die ich früher als Dia gerahmt hätte. Alles andere wanderte beim Dia in die Filmtüte zurück und wurde meist nicht mehr aus der Schublade geholt...

3.1. Geraderichten und Ausschnittswahl

Dieses Kapitel hat den größten Einfluss auf das Bild. Ich nutze die große Auflösung meiner Kamera oftmals aus, um den Bildausschnitt erst zuhause am Rechner zu bestimmen. Mit Klick auf das "Fußballtor", also das Rechteck unter dem Histogramm, öffne ich das Werkzeug Freistellen und gerade ausrichten. Wenn ich nun im Bereich Winkel auf die 0,00 klicke, wird das Bild von einem Raster überzogen:



Das "Herbstbild" ist das erste zu bearbeitende Bild. Nun ist dies eines der Bilder, bei denen extrem schwer bestimmbar ist, was gerade ist. Der Zug legt sich in eine Kurve und kann schon mal nicht als Maßstab dienen. Die Oberleitungsmasten stehen eh wie Kraut und Rüben, was müsste nun also gerade sein? Die senkrechten Streben der Lärmschutzwand und ein subjektives Gefühl raten mir eine minimale Drehung nach rechts. Ich wähle 0,2°.

Außerdem schiebe ich den Ausschnittsrahmen am rechten Griff ein Stück nach innen, so dass ich rechts ein wenig vom Bildrand abschneide. Das wäre bei dem Bild nicht nötig, aber so demonstriere ich die einfach zu bedienende Ausschnittswahl auch mal. Bei mir bleibt dabei das Vorhängeschloss-Symbol immer geschlossen. Das bedeutet, dass die Proportionen des Bildes im Kleinbild-Format erhalten bleiben. Ich muss also wissen, dass unten und oben auch beschnitten wird, wenn ich den rechten Rand verschiebe. Wenn ich an der rechten oberen Ecke angefasst hätte, wäre halt nur rechts und oben beschnitten worden.

Kleine Randnotiz: Viele Fotografen sagen, dass die Proportionen von Bild zu Bild unterschiedlich sein sollten, da sich das Format quasi als Teil der Bildgestaltung doch nach dem Bildinhalt richten muss. Das ist auf ein einzeln vorgezeigtes Foto bezogen sicherlich auch richtig. Aber ich verstehe meine Bilder eben doch mehr als "Serie" oder gesamte Geschichte. Und wenn beim "Hintereinanderwegschauen" meiner Bilder die Fotos ständig das Format wechseln würden, fände ich das ziemlich nervig. Außerdem finde ich das Kleinbild-Seitenverhältnis für die meisten Anwendungsfälle sehr günstig.

So sieht das dann aus. Etwas problematisch ist hier der Speiseleitungsmast am linken Bildrand, der arg nah an die Kante gedrängt wurde. Denn bei der Drehung des Bildes geht natürlich auch immer etwas Rand verloren, weil ohne Beschnitt natürlich weiße Ecken entstehen würden:



Nach dem Schließen ist alles gespeichert. Das Werkzeug-Fenster wird wieder ausgeblendet. Nochmal zur Erinnerung: Bei Lightroom braucht man nicht selbst zu speichern. Jede Änderung ist sofort gespeichert - und zwar im Lr-Katalog und in der zusätzlichen .xmp-Datei. Die originale RAW-Datei (bei meiner Kamera ".ARW") bleibt unangetastet.

3.2. Die Belichtungseinstellung

Der Blick wandert aufs Histogramm oben rechts. Üble Schatten im Bild sorgen für hohe Ausschläge links, also im dunklen / schwarzen Bereich. Nach oben bietet die Kurve Spielraum. Rein subjektiv erscheint mir das Bild büschen finster, deshalb schiebe ich den Regler Belichtung um 0,10 Belichtungsstufen (1,0 Belichtungsstufe = 1 Blende) hoch. Im Histogramm leuchten beide Dreiecke am oberen Rand. Das bedeutet, dass Teile des Bildes zu dunkel (linkes Dreieck) UND zu hell (rechtes Dreieck) sind, als dass hier noch Details darstellbar wären. Bei den Schatten im Bild sollte man sich über das linke Dreieck erstmal nicht wundern. Überstrahlungen kann ich allerdings im Bild so nicht finden, deshalb schiebe ich mal den Mauszeiger auf das Dreieck, um mir die überzeichneten Flächen anzeigen zu lassen.



Wenn die Maus auf dem Dreieck liegt, leuchtet es noch heller. Die Maus wird beim Screenshot aber nicht angezeigt. Im Bild werden die überstrahlten Flächen nun rot markiert. Wie wir sehen, sehen wir fast nichts. Es werden nur minimalste Teile der Lokkante und und des ersten Containers angezeigt, weil hier wohl die Sonne reflektiert. Das vernachlässige ich. Würden mehr und entscheidendere Flächen überstrahlen, könnte ich mit dem Regler Wiederherstellung noch etwas retten.

Nun sollten wir uns aber nochmal den Schatten widmen. Ich halte den Mauszeiger auf das linke Dreieck des Histogramms und mir wird das Ungemach, das sich im Histogramm durch den hohen Ausschlag am linken Rand schon zeigt, trefflich bestätigt. Die blau markierten Bildbereiche sind einfach nur schwarz, ohne dass da weitere Details darstellbar wären:



Um diese "undefinierbare Schwärze" im Bild wenigstens etwas abzumildern, kann ich den Schieberegler Aufhelllicht ein wenig hoch schieben. Dieser hellt insbesondere die problematischen Zonen im Schattenbereich, also die "Tiefen" auf. Zu viel ist aber auch nicht gut, weil sonst dem Bild die Kontraste verloren gehen. Ich schiebe den Regler auf 12. Auch hier entscheidet mal wieder der subjektive Eindruck. Dazu bietet Lightroom allerdings mehrere gute Entscheidungshilfen.

Auf der linken Leiste des Programms finden wir den Bereich Protokoll. Hier ist jeder Bearbeitungsschritt, den wir hier in der Entwicklung getätigt haben, aufgeführt. Und durch Klick auf einen Bearbeitungsstand können wir auch dorthin zurückkehren. Nun kann man für den direkten Vergleich zwischen dem aktuellen und letzten Bearbeitungsschritt wechseln und gut vergleichen, welches denn die bessere Variante ist. Oder man hält den aktuellen und den letzten Bearbeitungsstand direkt nebeneinander, indem man unter dem Bild auf das Symbol mit den zwei "Y" klickt. Das ist die Vorher- und Nachher-Ansicht. Diese gibt es in mehreren Varianten, dazu immer wieder auf das Symbol mit dem "Y" klicken:



Ich entscheide mich für die aufgehellte Variante, wobei noch immer sehr viel "pures Schwarz" vorhanden ist, aber das liegt bei diesem Bild nunmal in der Natur der Sache.

Durch die Aufhellerei ist der Himmel leider blasser geworden als ich ihn in Erinnerung hatte. Deshalb scrolle ich die rechte Leiste mal runter bis zum Abschnitt HSL / Farbe / SW. Hier klicke ich auf Luminanz und dann auf den Kreis links. Nun kann ich mit der Maus in das Blau des Himmels gehen. Wenn ich hier bei gedrückter linker Maustaste die Maus nach unten ziehe, verdunkle ich die Farbe des Himmels.Dabei verschieben sich die entsprechenden Farbregler in der rechten Leiste nach links:



Mit solchen und ähnlichen Funktionen sollte man allerdings sparsam und vorsichtig umgehen. Schnell kommt man in den Bereich, in dem es künstlich wirkt. Auf Bilder aus Kroatien kann ich diese Funktion eher nicht anwenden, denn in Kroatien sind die Loks blau, und da würde ich immer gleich die Lok mit verdunkeln ;-) Was ich damit sagen will: Man muss bei dieser Funktion aufpassen, was man noch alles mit "anfasst".

Nun klicke ich in der linken Leiste auf Temperatur, um den letzten Bearbeitungsschritt rückgängig zu machen. Das mach' ich jetzt nur mal zu Demonstrationszwecken, denn wenn die Abdunklungsmöglichkeit über die Farbe an o.g. Gründen scheitert, gibt es noch andere Möglichkeiten. Eine davon ist der Verlaufsfilter.

Unter dem Histogramm klicke ich auf das Symbol für den Verlaufsfilter. Es öffnet sich ein Werkzeugfenster. In diesem Stelle ich mal bei Belichtung den übertriebenen Wert von -0,80 ein. Einen übertriebenen Wert deshalb, weil man die sich verändernde Zone so am besten sieht. Abmildern kann man den Wert dann immer noch. Dann klicke ich an den oberen Bildrand und ziehe bei gedrückter Maustaste zunächst nur den Bereich auf, in dem die gewünschte Veränderung ausläuft. Man bestimmt also erstmal, wie hart der Übergang von Veränderung zu übrigem Bereich sein soll. Außerdem kann man durch seitliches Verschieben der Maus den Winkel bestimmen und die Linie in etwa der Horizontlinie anpassen:



Dann fässt man mit der Maus am runden Knopf an und zieht den ganzen Filter so weit runter wie gewünscht. Nun ist der Himmel natürlich viel zu dunkel, deshalb schieben wir den Regler Belichtung nun ein ganzes Stück nach rechts:



Die genaueste, aber auch zeitaufwändigste Möglichkeit, den Teil eines Bildes abzudunkeln (oder anderweitig zu verändern), ist das Werkzeug Korrekturpinsel (befindet sich auch unterm Histogramm). Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich, aber auch extrem selbsterklärend. Einfach mal ausprobieren! Aber auch hier gilt: Nur mit sparsamer Anwendung erhält man eine positive Auswirkung. Gerade bei partieller Bearbeitung sind sichtbare Bearbeitungskanten extrem peinlich.

Zurück zu unserem Bild. Was fehlt farblich noch? Vielleicht die Herbstfarben noch etwas betonen? Dazu gehen wir rechts nochmal in den Bereich HSL / Farbe / SW, klicken auf Sättigung (gaaanz gefährliches Ding, akute Kitschpostkarten-Gefahr!), aktivieren wieder den Kreis, klicken im Bild auf gefärbtes Laub und ziehen die Maus bei gedrückter linker Taste hoch. Die Regler stehen auf Orange +29 und Gelb +13. Oh Sünde, aber bei Herbstlaub werde ich schwach. Ich nehm' das!

Ein Hinweis noch: Bei Sensorflecken hilft nur Bereichsreparatur. Das ist auch eines der Werkzeuge unter dem Histogramm (der Kreis gleich neben dem Fußballtor). Auch selbsterklärend und spielend einfach.

3.3. Die Farbeinstellung

Die grundsätzliche Farbkorrektur ist ja durch die Kameraprofile, die in Lightroom hinterlegt sind, und meine persönlichen, beim Import angewandten Vorgaben schon erledigt. So auf den ersten Blick kann ich keinen Farbstich erkennen. Man könne nochmal prüfen, ob die Farben wirklich neutral sind, indem wir die Pipette neben den Farbreglern rechts anklicken (Mauszeiger wird zur Pipette) und auf einen möglichst farbneutralen Pixel klicken. Farb-Neutralität ist gegeben, wenn die Prozentsätze der Farben in dem Popup-Menü, das sich mit der Pipette öffnet, möglichst nah nebeneinender liegen, was logischerweise nur bei grauen Flächen möglich ist:



Der Mauszeiger wird ja leider beim Screenshot nicht dargestellt, hat nun aber die Form einer Pipette angenommen. Das Grau der Container ist nicht neutral genug, aber hinten an der Lärmschutzwand finde ich einige sehr neutrale Farben. Ein Klick darauf, und das Programm führt einen Weißabgleich durch. Das Ergebnis ist schön: Lediglich die Farbtemperatur wurde um 0,1 ins Bläuliche verschoben, was dem Bild subjektiv betrachtet nicht geschadet hat. Aber dieses Ergebnis zeigt, dass die Voreinstellungen schon so gut waren, dass man sich diesen Schritt hätte sparen können (was ich im Normalfall auch getan hätte). Gerade bei Farbeinstellungen bietet sich natürlich der Vorher-Nachher-Vergleich an, den ich mir jetzt aber schenke. Im Protokoll ist der soeben durchgeführte Weißabgleich mit Temperatur -100 verzeichnet.

Und nun? Das nächste Bild: Die Rizzi-Lok. Die gehen wir nur mal im Schnelldurchlauf durch. Das Bild kommt recht blass daher (ich bin nun mal ein Freund von gut proportionierten Kontrasten, ist aber auch Geschmacksache). Da das bei vielen Bildern so ist, habe ich mir links die Benutzervorgabe Grad +24-10 abgespeichert. Hier wird direkt in die Gradationskurve eingegriffen, die selbstverständlich auch in Lightroom zur Verfügung steht (rechte Leiste).



Die Lokfront strahlt nun allerdings ganz schön hell, da kann man mit dem Pinsel drüber gehen und etwas abdunkeln. Hier das Ergebnis in einer anderen Variante der Vorher-Nachher-Ansicht:



Noch etwas geraderichten, dann ist das Bild fertig. Ist schließlich nur ein Sichtungsbild ;-) Nun bearbeite ich auch noch die anderen beiden Bilder. Bevor es ins Finale geht, möchte ich noch auf eine neue Funktion seit Lr 3.0 hinweisen: Die perspektivische Transformation. Diese ist für mich insbesondere bei Weitwinkelaufnahmen interessant, wo die Linien all zu sehr stürzen. Diesen Effekt kann man nun etwas abmildern:



4. Zurück in der Bibliothek

4.1. Der Export

Über die große Schaltfläche oben wechseln wir wieder in die Bibliothek. Rechts in der Stichwortliste sehen wir, dass die Stichwörter C 3103 und N ME81156 außerhalb ihrer Ordner / Oberkategorien stehen. Das liegt daran, dass diese Stichwörter erstmals genutzt wurden. Stichwörter die schon bekannt sind, werden hingegen gleich der "zuständigen" Kategorie untergeordnet. Damit beim Export die Stichwörter wie gewünscht exportiert werden, verschiebe ich sie per drag&drop in ihre Oberkategorie, also in diesem Fall einfach "einen hoch".



Danach öffne ich über die Exportieren-Schaltfläche unten links die Exportmaske. Hier habe ich mir vielfältige Profile zurechtgelegt. Ich wähle die selbst erstellte Vorgabe A0138-JPEG-1800. Das ist der Export für Hamburg-Bilder 2010 zum sofortigen Anschauen auf dem Monitor, also in der vollen Monitor-Auflösung.



Die Voreinstellungen im Einzelnen: Der Zielordner, die Dateibenenung (ich behalte grundsätzlich den beim Import vorgegebenen Namen bei), Dateiformat für den Export und bei JPEG Komprimierung, Bildgröße, Nachschärfung (der Einstellung Bildschirm - Standard vertraue ich mittlerweile blindlings, so dass ich mich ums Schärfen gar nicht weiter kümmern muss), Vorgaben für Metadaten (sollen z.B. nicht die Exif- und IPTC-Daten u.a. mit den Stichwörtern mit exportiert werden? - Ich lass' es in der Regel zu), Einbindung eines Copyright-Schriftzuges (darauf verzichte ich; das mach' ich in Photoshop automatisiert inklusive Rahmen; den Rahmen gibt es in Lightroom nämlich noch nicht), Öffnung direkt in anderen Anwendungen (verwende ich nicht).

Es sind alle 3-Sterne-Bilder markiert. Also geh' ich auf Exportieren und fertig. Und das ist das Praktische daran im Hinblick auf alle möglichen Gelegenheiten: Wenn z.B. Fotos per Beamer gezeigt werden sollen, markiere ich einfach die gewünschten Bilder und exportiere sie in der Größe der Beamerauflösung. So werden die Bilder also aus diesen RAW-Dateien für jeden Einsatz maßgeschneidert "frisch zubereitet".

4.2. Aufräumen

Nun klicke ich oberhalb des Filmstreifens auf den dritten Stern. Damit hebe ich die Filterung nach Drei-Sterne-Bildern auf. Alle nicht gelöschten Bilder des Tages sind zu sehen. Ich markiere sie alle und verschiebe sie kollektiv in den Ordner für die RAW-Dateien Hamburg 2010. Der Import-Datumsordner ist leer und wird gelöscht.

Wichtig dabei ist, dass ich solche Verschiebe-Aktionen in Lightroom durchführe, denn nur so werden gleichzeitig Lr-Katalog und tatsächlicher Speicherort angepasst.

5. Stichwörter für Suche und Weitergabe verwenden

Wenn man sich einfach alle Aufnahmen von einem bestimmten Ort oder von einer bestimmten Baureihe anzeigen lassen möchte, kann man einfach rechts in der Stichwortliste nach dem fraglichen Stichwort suchen und dann auf den Pfeil rechts des Stichwortes klicken. Hier lassen wir uns mal alle Aufnahmen von 185ern schwedischer EVU anzeigen:



Oder dürfen es alle 101er zusammen mit Herbstfärbung sein? Mit der <-Taste schalten wir in der Rasteransicht den Filter auf. Wir wählen Metadaten und dann bei den einzelnen Kriterien Stichwort". In der ersten Spalte wählen wir das Stichwort "B 101" und in der zweiten Spalte "S Herbstfärbung". Die anderen Spalten lassen wir auf "alle Bilder". Und siehe da: Es klappt!



Nun werden die Bilder exportiert wie unter 4.1 beschrieben. Bei Weitergabe der Bilder braucht man nun gar keine Bildbeschreibung mehr mitzuliefern, denn die in den IPTC-Daten der exportierten JPEG-Datei hinterlegten Stichwörter können mit jedem gängigen Bildbearbeitungsprogramm ausgelesen werden, z.B. in IrfanView:



Durch Darstellung der Stichwort-Oberkategorien ists selbsterklärend.

Soweit mein Workflow in Lightroom. Wie man den Screenshots entnehmen kann, hat die Bearbeitung der Bilder vom 6.11.2010 also nur etwa 10 Stunden gedauert - auf zwei Tage verteilt. Nun ja, mit Anfertigen der Screenshots und Schreiben des Textes jedenfalls. Real hätte mich der 6.11. rund 10-15 Minuten Bearbeitungszeit gekostet. Früher beim Dia hätte mich die Rahmung von vier Dias plus Eingabe der Daten in die Excel-Tabelle auch etwa diese Zeit gekostet.

Trotz einiger Schwächen ist Lightroom für mich zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Da ich nur RAW fotografiere, habe ich dieses vollständige Bildbearbeitungs-, -archivierungs- und -konvertierungsprogramm sehr zu schätzen gelernt. Eine ernsthafte Alternative gibt es für mich zur Zeit nicht.

Ergänzende Hinweise und Tipps nimmt der Blockwärter gern auf. Sachdienliches werde ich im Anschluss an diesen Text ergänzen (natürlich mit Hinweis auf den Info-Spender).

Zum Eingang . Zum Studio der Eisenbahnfotografie